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Das erste Jedermannrennen
Sonntag, 1. März 2009
ImageEin Jedermann hat sich entschieden. Im Jahr 2009 wird ein unbekannter Leser vom Challenge-Magazin.com am ersten Radrennen seines Lebens teilnehmen. Um sich einen Traum zu erfüllen. Weil er eine Wette verloren hat. Warum auch immer.

Allein, es könnten ihm einige Fragen entstehen. Wie meldet man sich an, wie bereitet man sich auf so ein Radrennen vor und wie läuft das alles ab? So fragen Einsteiger immer wieder vor ihrem „ersten Mal“. Das team.kajat - Freizeitfahrer hat als Antwort darauf eine Rennfibel auf seiner Webseite veröffentlicht, die dieser Artikel in Auszügen wiedergibt.

Vorbereitungen


Nachdem sich ein Sportler aus dem großen Angebot einmal ein Rennen ausgesucht hat, ist der erste Schritt die Anmeldung. Die großen (und unterdessen auch viele kleinere) Jedermann-Rennen wickeln diese über entsprechende Formulare auf ihrer Webseite ab. Mit der Anmeldung verbunden ist häufig auch direkt die Einzugsermächtigung für die Startgebühr.

Die Anmeldefrist endet meist zwei Wochen bis einen Monat vor der Veranstaltung. Wer direkt vor Ort nachmelden will, was möglich ist, muss dann entsprechend früher anreisen.

Zur Vorbereitung auf das Rennen werden die meisten Fahrer einen Trainingsplan nicht benötigen. Auf jeden Fall ist es aber sinnvoll, in der Vorbereitung eine vergleichbar lange und schwere Strecke zu fahren. Das Gefühl für die Rennstrecke zu bekommen, ist genauso wichtig wie bei der Vorbereitung auf einen Marathon. Dazu gehört auch, schon im Training mal die Verpflegung auszuprobieren, die im Rennen zum Einsatz kommen soll.

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Insgesamt sollte zwischen dem Tag der Entscheidung und dem ersten Rennen schon mindestens ein Monat liegen, um es sinnvoll zu betreiben. Nach Ansicht vieler Radsportler wird das niemals für ein Resultat in den Spitzengruppen reichen. Für das erste Rennen wird das allerdings auch selten der Anspruch sein. Wesentlich wichtiger als eine gründliche und harte Vorbereitung scheint daher, mit Freude und Lust in das Rennen gehen zu können.

Ein Blick auf das Rad, rechtzeitig vor dem Rennen, ist unerlässlich. Gibt's da was, was eigentlich nur ein Provisorium ist und mal gerichtet werden sollte, dann sollte es gerichtet werden, um nicht sich und andere zu gefährden oder wegen einer vermeidbaren Panne das Rennen nicht beenden zu können. Es gilt überdies: Keine Experimente. Im Rennen sollte man nichts ausprobieren, was völlig von allen bisherigen Gewohnheiten abweicht und vorher im Training noch nie genutzt wurde.


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Planvolle Anreise

Wie steht's dann auch um Kleidung? Um Verpflegung? Erfolgt die Anreise per Bahn oder Auto? Gegebenenfalls sollte man frühzeitig die Zugtickets kaufen, ehe die wenigen Fahrradplätze im Fernverkehr ausgebucht sind. Gerade die banalen Fragen sollten ausreichend Beachtung erfahren. Es empfiehlt sich, schon am Vorabend alle nötigen Utensilien bereit zu legen. Ganz wichtig ist der Helm. Eigentlich auch die Heftnadeln für die Startnummer, aber die werden meistens vor Ort gestellt.

Manche Radsportler fahren mit sehr vollen Trikottaschen zu einem Rennen. Andere haben beinahe gar nichts dabei. Die Mindestausrüstung sind jedenfalls die Trinkflaschen, ein Minitool und Flickzeug sowie ausreichend Verpflegung für die Vorbereitung, das Rennen selbst und die Zeit danach. Eine Luftpumpe kann häufig auch am Rahmen befestigt werden. Ein Handy ist sinnvoll, um auf Stürze und Pannen vorbereitet zu sein und Hilfe koordinieren zu können.

Weil es das erste Rennen ist,  empfiehlt sich eine großzügige Zeitplanung. Das gilt umso mehr für Rennen in Städten, die einem unbekannt sind. Hilfreich sind in heutiger Zeit digitale Kartenwerke wie GoogleMaps, um Entfernungen einschätzen zu lernen. Auch in diversen Radsportforen kann man mitunter in Bezug auf die Gegebenheiten vor Ort Hilfe finden.

Dabei sollte auch Zeit eingerechnet werden, sich warmzufahren und die Muskeln zu aktivieren. Dafür reichen zwanzig Minuten. Schnell steht man auch eine Viertelstunde und länger im Startblock, will man einen guten Platz erhalten. Früher als eine halbe Stunde vor dem Start im Block zu stehen, ist allerdings unsinnig und tut der Muskulatur nicht gut. Hinzu kommt die Zeit, vor Ort die Startunterlagen abzuholen und das Rad herzurichten. Etwa, um den Transponder und die Startnummer korrekt anzubringen. Hinweise dazu findest du immer auch in den Startunterlagen.

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Einige Rennveranstalter versorgen die Sportler im Startbüro auch noch mal mit Verpflegung. Banane, Energiegetränk, Apfel, Riegel... Das lässt sich gut für einen letzten Snack vor dem Rennen nutzen oder für einen ersten danach. Man sollte sich allerdings nicht darauf verlassen.

Im Rennen

Die spannendste Phase im Rennen ist schließlich der Start. Jetzt achtsam zu fahren, schützt vor Stürzen. Nicht selten überholen einen zu Beginn sehr viele stärkere Fahrer.  Es wäre ein Fehler, auf Teufel komm raus zu versuchen, an jedem Hinterrad dranzubleiben. Dennoch sind die ersten Kilometer häufig auch jene, die sich am anstrengendsten anfühlen. Etwa nach einem Sechstel des Rennens, spätestens, sollte man sich aber zunehmend wohl fühlen mit dem angeschlagenen Tempo.

Zur Verpflegung eignen sich besonders Sportriegel und Sportgele. Manche Fahrer nehmen auch ganz normales Obst. Es empfiehlt sich jeweils die Nahrung, die am individuell am besten verdaut wird. Deshalb sollte sie im Training schon einmal ausprobiert worden sein. Insbesondere beim Gel ist die Verträglichkeit nicht immer gewährleistet. Dafür fällt das Kauen weg.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass du die meiste Zeit des Rennens in einer Gruppe fährst. Da gehört es zum Radfahreranstand, auch mal Führungsarbeit zu leisten. Das gilt auch in großen Gruppen, in denen sich aber leider häufig viele Fahrer zurückhalten.



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Daneben existieren ungeschriebene Regeln, die ein Radrennen sicherer machen. Plötzliche Richtungswechsel sollte man anzeigen. Wenn Gefahren oder Kurven aufkommen, werden die nachfolgenden Fahrer durch einen kurzen Ruf gewarnt ("Vorsicht!", "Rechts!", "Links!"). Das Hinterrad des Vordermanns wird gehalten und eine Lücke erst dann genutzt, wenn sicher ist, dass kein anderer gefährdet wird. Allgemein gilt das Rechtsfahrgebot, weshalb am rechten Rand des Feldes auf zurückfallende Fahrer geachtet werden sollte.

Wer selbst zurückfällt, nutzt ebenfalls den rechten Fahrbahnrand. Wenn man sich einer nachfolgenden Gruppe anschließen will, reiht man sich hinten ein. Manche Radsportler machen allerdings den Fehler, konsequent über ihrem Limit zu fahren, und brechen im Laufe des Rennens ein. Mitunter ist es besser, eine Gruppe ziehen zu lassen. Sich zu überschätzen, ist nachher auch gefährlich. In diesem Sinne sollte das erste Rennen überhaupt ganz generell genutzt werden, um zu lernen und zu beobachten. Und um zu genießen und Spaß zu haben.

Irgendwann kommt das Ziel. Das ist nicht selten mit einer steigenden Nervosität verbunden. Dadurch steigen die Sturzgefahr und mit ihr also die Notwendigkeit, Vorsicht walten zu lassen. Wenn du in einer Gruppe ins Ziel kommst, bleiben die Hände also am Lenker.

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Nach dem Rennen

Sinnvoll ist es, gleich nach Zieleinlauf auch an die Transponder-Rückgabe zu denken. Viele Sportler vergessen das durchaus. Für sie wird das teuer und für alle Beteiligten zieht das unnötigen Verwaltungsaufwand nach sich. Auch die Startnummer darf nicht immer behalten werden. Die Abgabe ist meist noch direkt im Zielbereich möglich.
Oft gibt es daneben eine Medaille, etwas zu Trinken und zu Essen. Außerdem sind die Muskeln jetzt noch ziemlich aktiv. Sinnvoll ist es daher, sie noch fünf Minuten durch lockeres Treten im Schritttempo auszufahren. Das kann auch helfen, späteren Muskelkater zu verhindern.

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Im Anschluss an den Zieleinlauf dauert es mindestens eine Stunde, ehe die vollständigen Ergebnisse ausgehängt werden. Wer nicht warten will, findet sie meist spätestens eine Woche danach im Internet. Aus Gründen der Sportlichkeit wartet man aber zumindest  die Siegerehrung meist noch ab. Die Gelegenheit, mit Sportsfreunden ins Gespräch zu kommen, ist hier auch am Größten.

Irgendwann kommt der Aufbruch. Müll, den man im Fahrerlager verursacht hat, sollte ganz selbstverständlich soweit möglich entsorgt werden. Danach endet schließlich das erste Radrennen. Angefüllt mit Eindrücken, ergibt sich daraus reichlich Stoff, Freunden von den Erlebnissen zu berichten.

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Oder auch die Motivation, ein zweites Radrennen in Angriff zu nehmen. Dabei wird vieles noch einmal vollkommen anders sein als beim ersten Mal. Nach vier, fünf Radrennen wird sich aber zunehmend Routine einstellen. Und ein eigener Stil, an Rennen heranzugehen. Eins aber sollte auch dann noch im Vordergrund stehen: Die Freude am Sport.

Thomas Eichentopf
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