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Die Eintagesklassiker: auch f?r Jederm?nner!
Sonntag, 1. März 2009
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Es ist März und die Radklassiker sind wieder da! Schwierige, traditionsreiche Eintagesrennen über längere Distanzen, die es schon seit Jahrzehnten gibt, manche sogar seit über 100 Jahren. Die meisten von ihnen werden im Frühling gefahren bevor im Mai die Landesrundfahrten anstehen, ein paar Eintagesklassiker findet man aber auch im Herbst.

Die fünf größten Monumente der Radklassiker sind Milano-San Remo, Ronde van Vlaanderen (Flandern Rundfahrt), Paris-Roubaix, Liège-Bastogne-Liège und Giro di Lombardia (Lombardei Rundfahrt). Kurz danach in der Rangliste stehen dann Rennen wie z.B. Flèche Wallonne, Paris-Tours, Amstel Gold Race und Omloop Het Nieuwsblad (ehemaliges Omloop Het Volk oder auch noch Gent-Gent genannt).

ImageBis Anfang der 90er Jahre galt Rund um den Henninger Turm in Frankfurt immer noch als Abschluss der Frühlingskampagne, aber seit dem moderne Rennfahrer sich immer mehr spezialisierten und ihren Schwerpunkt früher setzten, verlor der deutsche Klassiker immer mehr an Bedeutung, da er einfach etwas zu spät im Kalender stand. Dazu kam auch noch, dass die Sommerorganisation in Hamburg den Platz von Frankfurt im UCI Weltpokal einnahm, auch wenn den Cyclassics heute immer noch nachgesagt wird, nur ein aufgewertetes Kirmesrennen zu sein und sich lediglich diesen Platz erkauft zu haben. Jetzt gibt es zwar keinen Henninger Turm mehr, aber die Organisation versucht unter dem neuen Namen "Eschborn-Frankfurt City Loop" am 1. Mai wieder ihren Platz unter den großen Radklassikern einzunehmen.

Genug über die Profis, was gibt es eigentlich für uns Amateur Radsportler? Gar nicht wenig sogar. Fast jeden Radklassiker kann man seit einigen Jahren auch als RTF oder sogar als Jedermannrennen erleben! Eine kurze Übersicht:


1) MILANO-SAN REMO:
- RTF:
Read Full Article und http://www.chili-reisen.de/write-your-essay/
- Gazzetta Challenge
http://www.fw-harburg.de/

Mit fast 300km der längste aller Radklassiker, aber bestimmt nicht der schwierigste. Die Strecke von der Hauptstadt der Lombardei ist gekennzeichnet durch die Via Aurelia und führt entlang der Ligurischen Küste. Unterwegs findet man schon ein paar Anstiege, wie den Turchino-Pass und Le Manie, bis man dann über die berühmten Capi (Mele, Cervo und Berta) den Cipressa hinauf fährt. Zum Schluss gibt es natürlich auch noch den Poggio di Sanremo, mit anschließender rasanten und gefährlichen Abfahrt in Richtung Ziel am Lungomare Italo Calvino. Hobbyradler haben die Möglichkeit am 7. Juni (fast) die gesamte Strecke als RTF zu absolvieren. Ambitionierte Radsportler können einen Tag nach den Profis am 22. März am Gazzetta Challenge teilnehmen, das ist ein Jedermannrennen mit Start/Ziel in San Remo. Das Finale ist identisch mit der Profistrecke.

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2) RONDE VAN VLAANDEREN

http://www.sport.be/cyclingtour/rondevanvlaanderen und http://rvv.be/rvv/elite-men/roadbook

Das erste Wochenende im April sind alle Augen immer auf Flandern gerichtet. Die Flandern Rundfahrt ist mit 260 bis 270 km bestimmt eine der allerhärtesten Rennen der Welt, vor allem, wenn es regnet und windig ist. 2009 stehen wieder 16 Hellingen, kurze aber steile Anstiege, und fast 30km Kopfsteinpflaster auf dem Menü. Jedermänner können ein Tag vor den Profis entweder die ganze Strecke, 140km oder 70km als RTF fahren. Hier muss erwähnt werden, dass man die Flandern Rundfahrt ohne ein Minimum an Training nicht zu Ende fährt. Einmal in der Hügelzone gibt es kaum Erholungskilometer. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass mehr als 15,000 Teilnehmer zugegen sind, also bitte immer geradeaus fahren, wenn's hoch geht :-)

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3) PARIS-ROUBAIX

http://asso.nordnet.fr/vcrcyclotourisme/Site%20web/Paris_Roubaix_Cyclo/PRx2008.htm

Die Königin der Radklassiker, Paris-Roubaix, ist eine 260km lange Fahrt durch die Hölle des Nordens. Über 50 km Kopfsteinpflaster müssen hier absolviert werden, was dieses Rennen genau so schwer macht wie ein großes Alpenrennen. Wer das nicht glaubt, sollte selber mal versuchen 2010 die RTF Version zu fahren. Der lokale Veloclub in Roubaix organisiert tatsächlich jedes zweite Jahr Anfang Juni Paris-Roubaix für Rennfahrer (es gibt auch eine MTB Version). Rund 3000 Teilnehmer aus aller Welt stehen jedes Mal am Start. Es ist ein echtes Erlebnis: Forêt Arenberg, Mons-en-Pévelé, Carrefour de l' Arbre, all diese legendären Kopfstein-Passagen werden dich ganz schön durchschütteln, aber das Gefühl, das man auf der Runde im Velodrome von Roubaix bekommt und später in der weltbekannten Dusche steht, ist einzigartig. Sollte man mal probieren!

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4) LIEGE-BASTOGNE-LIEGE

http://www.sport.be/cycling/tilffbastognetilff und http://www.lbl-lechampion.nl/lbl.asp?pg=

Viele Profis behaupten, dies sei der schönste aller Radklassiker. La Doyenne ist uralt und mit 250 km und mindestens 3500 Hm auch ziemlich hart. Fahrer mit guten Kletterqualitäten sind hier angesagt, da die Anstiege im Gegensatz zu Flandern einige Kilometer andauern und nicht nur mit explosiver Kraft erobert werden können. Hobbyradler haben auch hier eine Wahl zwischen zwei empfehlenswerten Veranstaltungen. Zunächst wäre da Tilff-Bastogne-Tilff am Pfingstsonntag 31. Mai, wie die Flandern Rundfahrt, ein Teil der Lotto Cycling Tour in Belgien. Der niederländische Veranstalter Le Champion organisiert aber am 8. August auch Liege-Bastogne-Liege und diese Version soll angeblich die ruhigeren Strassen im Streckenverlauf bevorzugen. L-B-L ist ein hartes Stück Arbeit, keine Frage. Nach 200 km noch mal den Côte de la Rédoute hinaufzufahren ist nicht ganz ohne.

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5) GIRO DI LOMBARDIA

http://www.gazzetta.it/granfondodelmito/#

Der wichtigste Herbstklassiker rund um den Como-See, inklusiv dem Anstieg des berühmten Madonna del Ghisallo. Die Lombardei Rundfahrt kann man mittlerweile auch teils als Jedermannrennen oder Granfondo/Mediofondo, fahren. Am 18. Oktober ist es wieder so weit, ein würdiger Abschluss der Radsaison!

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6) FLECHE WALLONNE

http://www.cyclo-spa.be/2007/index.html

Jeder Rennfahrer fürchtet die Mauer von Huy. Der Schlussanstieg des Flèche Wallonne ist nur einen Kilometer lang, aber hat teilweise eine Steigung von 20 Prozent. Kein Wunder, dass viele sich hier immer wieder verschätzen. Weniger bekannt ist die Cycloversion des Flèche Wallonne, in diesem Jahr am Samstag, den 23. Mai mit Start/Ziel in Spa, ein Ort, der auch für seine Formel 1-Strecke und sein Mineralwasser bekannt ist. Hobbyradler dürfen 210 harte Kilometer mit 3800 Hm erwarten, allerdings leider ohne Mauer von Huy.

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7) AMSTEL GOLD RACE

http://www.amstelgoldrace.nl/index.php?pageId=2

Der südholländische Klassiker Amstel Gold Race gibt es im Vergleich zu den anderen noch nicht so lange (die erste Ausgabe war erst 1966). Streckenmäßig liegt Amstel etwas zwischen Flandern und Liège und es ist dann auch kein Zufall, dass dieses Rennen zwischen den beiden belgischen Klassikerwochenenden organisiert wird. Es ist übrigens sehr wahrscheinlich, dass wir Amateurradler mehr Spaß am Amstel haben als die Profis. Diese beklagen sich nämlich schon seit Jahren über die gefährlichen Verkehrsinseln und andere Hindernisse, die den täglichen Autoverkehr verlangsamen. Seitdem das Ziel des Klassikers oben am Cauberg in Valkenburg liegt, hat das Rennen etwas mehr Charakter bekommen. Wie bei der Flandern Rundfahrt kann man ein Tag vorher die Gesamt- oder Teilstrecken selber fahren. Allerdings gibt es hier ein Teilnehmerlimit. Die Startplätze für 2009 waren bereits nach 24 Stunden ausverkauft.
 

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8) PARIS-TOURS


Leider gibt es unseres Wissens keine Cyclo-Version von diesem über 100 Jahre alten französischen Herbstklassiker.

 
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9) OMLOOP HET NIEUWSBLAD (HET VOLK)

http://www.sport.be/cyclingtour/omlooppassagefitness/2009/nl

Auch bekannt als Gent-Gent. Mit diesem Rennen beginnt in Belgien jede Radsaison. Die Strecke führt über einige Hügel der Flandern-Rundfahrt aber mit 200 Kilometern ist die Gesamtdistanz doch deutlich kürzer. Früher gab es immer eine RTF-Version im Juni, aber seit diesem Jahr können auch wir mit dem Omloop in die Saison starten. Am 21. März wird zum ersten Mal die Omloop Fitness Passage organisiert und die Strecke soll der Profistrecke am 28. Februar ähnlich sein.


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10) GENT-WEVELGEM

http://trappers.gentwevelgemwielertoerist.be/home.php?cont=gentwevelgem&submenu=gentwevelgem

Am Mittwoch zwischen der Flandern Rundfahrt und Paris-Roubaix findet ein weiterer flämischer Klassiker statt. Er ist vor allem bei den Sprintern sehr beliebt. Die schnellen Beine müssen trotzdem zuerst zweimal über den Kemmelberg, einem sehr steilen Anstieg mit Kopfsteinpflaster. Die RTF Version ist am 14. Juni.

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11) E3 PRIJS HARELBEKE

http://www.velotour.be/programma/2009/e3_prijs_vlaanderen

Der E3 Prijs in Harelbeke hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Er ist die Generalprobe für die Flandern Rundfahrt und Paris-Roubaix. Wie bei der Omloop findet man auch hier die typischen flämischen Hellingen verteilt auf über 200 km. Die RTF Veranstaltung, einen Tag später, am 29. März ist sehr empfehlenswert: maximal 130 km lang mit zehn Anstiegen.

 
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12) ZURI METZGETE

http://www.zueri-metzgete.ch

Der schweizer Herbstklassiker hat eine sehr lange Vorgeschichte (erste Ausgabe 1914!), ist aber wie viele andere Veranstaltungen auch, durch die andauernden Dopingfälle im Profisport abgeschafft worden. Der letzte Gewinner war 2006 Samuel Sanchez. Genau: der Olympiasieger von Beijing. Trotzdem gibt es seit letzem Jahr wieder Hoffnung, da man mit einem neuen Konzept und einem Hauptrennen für die Damen die Zuri Metzgete wieder auf die Beine gestellt hat. Jedermänner können sogar am gleichen Tag ein Rennen über zwei Distanzen fahren, einen Bericht findet Ihr im Challenge Magazin, Oktober 2008.

Kris Van de Velde
Röltgen Cycling Team

http://www.roeltgen-cycling-team.de
 
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