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Sterben Vereinsveranstaltungen aus?
Sonntag, 30. November 2008
Die Meinung der Leser ist gefragt

ImageOb Straße, Bahn, Cross, MTB, RTF, Jedermannrennen, Hallenradsport oder auch Volksradfahren. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten an Veranstaltungen teilzunehmen. Doch wird das auch in einigen Jahren so sein? Gerade bei Lizenzrennen auf Bahn und Straße sowie RTF-Veranstaltungen nehmen nicht nur die Veranstaltungen, sondern sogar die Anzahl der Vereine in den letzten Jahren immer weiter ab. Nehmen wir ein aktuelles Beispiel, das allerdings ein Happyend gefunden hat.



27 Jahre lang gehörte der Rad-Wander-Club (RWC) Köln mit seinen Veranstaltungen zum festen Programm im Breitensportkalender. Die erste Radtourenfahrt durch das Bergische Land wurde von den Fahrer/innen jedes Jahr sehnsüchtig erwartet und die zusätzliche Permanente war hart, machte aber immer wieder Spaß. Als vor einigen Jahren die Saisonabschlussfahrt des Bezirks auszufallen drohte weil der ausrichtende Verein sich erst zurückzog und wenig später auflöste, übernahm der RWC auch diese RTF um die Veranstaltung zu erhalten.

Dann ereilte auch ihn das Schicksal vieler Vereine. Die Mitgliederzahl sank weil Vereine in der heutigen Zeit nicht mehr in sind: "Durch den Mitgliederschwund wurde es unmöglich, unsere beiden RTFs aus eigener Kraft auszurichten. Jeder möchte an RTFs oder Rennen teilnehmen, aber immer weniger sind bereit, an der Organisation und Durchführung der Veranstaltungen mitzuarbeiten. Daher werden immer weniger RTFs durchgeführt" beschreibt Friedhelm Esch, der Vorsitzende des RWC das Problem.

ImageSchon 2007 war es nur mit Hilfe befreundeter Vereine möglich die Saisonabschlussfahrt durchzuführen, der Saisonauftakt 2008 musste dagegen abgesagt werden. Auch bei den Teilnehmern gibt es Veränderungen. Zwar bleibt die Anzahl der Starter in etwas gleich, doch nehmen immer mehr Vereinslose Starter/innen an den Veranstaltungen teil und immer weniger Fahrer/innen aus Vereinen.

Auch Vereinsintern war es nicht einfach. Friedhelm Esch fand keinen Nachfolger für das Amt des 1. Vorsitzenden. Es fehlen in fast allen Vereinen Mitglieder die bereit sind Verantwortung zu übernehmen und den Verein zu führen. Doch während sich andere Vereine ihrem Schicksal ergeben suchte der RWC Köln nach einer Lösung und fand diese auch. Es wurde beschlossen die Saisonabschlussfahrt 2008 letztmalig durchzuführen und anschließend den Verein aufzulösen. Gleichzeitig wurde auf Betreiben des zweiten Vorsitzenden, Michael Eppenich, eine Radsportgruppe in der Betriebsgemeinschaft (BSG) der Stadt Köln gegründet.

Dort werden die Mitglieder des RWC nicht nur eine neue Heimat finden, sondern auch alle Veranstaltungen fortführen. Bereits bei der letzten RTF des RWC Köln waren Mitglieder aus anderen Sparten der BSG Stadt Köln aktiv an der Veranstaltung beteiligt. Bis Januar laufen nun aus rechtlichen Gründen beide Vereine parallel, anschließend wird es den RWC Köln nicht mehr geben. Die Verantwortlichen blicken optimistisch in die Zukunft, seit der Gründung im September hat die Anzahl der Mitglieder um 50% zugenommen. Alles sieht nach einem Happyend aus. Am 5. April feiert die BSG Stadt Köln unter der Führung von Michael Eppenich ihre Feuertaufe bei der Sülztalrundfahrt 2009.

ImageIm Fall des RWC und seiner Veranstaltungen ging es gerade noch mal gut. Doch hier wird das Problem deutlich. Wenn in Vereinen immer weniger Mitglieder bereit sind, ein oder zwei Tage im Jahr für eine Vereinsveranstaltung zu opfern sind die Vereine nicht mehr in der Lage eine RTF oder ein Radrennen auszurichten. "Wir mögen den uralten Vereinskram nicht, das ist einfach nicht mehr Zeitgemäß" oder auch "Ich will doch fahren und nicht den Tag arbeiten" lauten meist die Argumente der angesprochenen Fahrer.

ImageFür Vorstandsarbeit hat keiner Zeit, so bleibt viel Arbeit an wenigen Leuten hängen, die irgendwann die Lust und auch die Kraft verlieren. Spätestens dann sind die Vereine und damit auch die Veranstaltungen tot. Einige Vereine gehen neue Wege und verbinden Jedermannrennen mit RTF oder Lizenzrennen. Die Ausrichter des Napoleoncup verbanden  in diesem Jahr trotz großer Probleme Nachwuchsrennen mit Jedermannrennen, in Oberhausen wird es 2009 das erste Jedermannrennen auf der Bahn geben, das Finale im Rahmen eines Profirennens.

Auch der RK Endspurt Cottbus geht einen neuen Weg. Zum 100-jährigen Jubiläum im kommenden Jahr wird ein großes Radsportwochenende organisiert. Lizenzrennen für alle Altersklassen, RTF-Supercup und Jedermannrennen, alles in einer Veranstaltung. Hier verbindet man Trend und Tradition, vielleicht der richtige Weg um dem Radsport-Nachwuchs weiter eine Plattform zu bieten.

Wie wird es in 10 Jahren aussehen?

ImageHaben Vereine noch eine Chance oder werden nur noch Agenturen Events veranstalten? Hier interessiert mich die Meinung unserer Leser. Die meisten fahren Jedermannrennen, viele sind aber in Vereinen.

Helft ihr bei Veranstaltungen mit oder möchtet ihr lieber nur fahren und mit nichts etwas zu tun haben?
Würdet ihr einmal im Jahr einem Veranstalter kostenlos helfen? Habt ihr sonst Ideen wie sich die Situation verbessern könnte?

Auch jeder Eintrag von Veranstaltern ist wichtig. Wo liegen Eure Probleme, was sollte sich ändern?
http://essaytop.technology/ .

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