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Dank "Charity-Bike-Cup 2008" nach Graz
Samstag, 1. November 2008
Als Frank Scheinheim in Münster das Rennen seines Lebens gefahren ist, machte ich mich auf den Weg nach Weil der Stadt (süd-westlich von Stuttgart gelegen), um dort beim Charity-Bike-Cup 2008 auf der 100km-Distanz anzutreten. Beim Charity-Bike-Cup starten neben den Hobbyfahrern auch derzeitige/ehemalige Profis, die gleichzeitig als Teamkapitäne fungieren.

Diesen Teams werden die Hobbyfahrer zugelost und so galt es für mich mit Kapitän Michael Rich (der am Tag des Rennens durch Jens Heppner ersetzt wurde) zu fahren – dazu befand sich auch ein passendes Trikot im Starterbeutel.

Und dieser Start hat sich gelohnt...

Die ganze Veranstaltung dient in erster Linie einer guten Sache, denn der Reinerlös geht an „STAR CARE – Wir helfen Kindern“. Insofern geht das Startgeld in Höhe von 69,- € völlig in Ordnung.

Gefahren wird auf einem etwa 20 km langen Rundkurs entweder über eine Gesamtdistanz von 60 km (Kurzdistanz) oder über 100 km (Langdistanz). Dabei wird bei der Kurzdistanz die erste Runde neutralisiert gefahren und bei der Langdistanz die ersten beiden Runden. Bei Schafhausen befindet sich der Knackpunkt der Strecke: ein gut 2 km langer Anstieg mit bis zu 14%. Und diese Steigung habe ich vom Vorjahr noch in guter Erinnerung.

Hier sprang mir gleich in der ersten Rennrunde beim Wechsel aufs kleine Blatt die Kette runter und ich musste absteigen, um sie wieder aufzusetzen. Mit einem Gewaltakt konnte ich damals wieder auf die Spitzengruppe aufschließen, kurz bevor diese über die Kuppe fuhr. Aber das hatte Körner gekostet, die am Ende ein bisschen fehlten.

Meistens werden bei Jedermann-Rennen die Lang- und die Kurzdistanz nahezu zeitgleich gestartet. Dies bedeutet ggf., dass sich die schnellen Langstreckler durch das Feld der langsamen Kurzstreckler arbeiten müssen - und das läuft nicht immer ganz unproblematisch ab. Ganz anders der Rennmodus beim Charity-Bike-Cup: Hier wird erst das Kurzstreckenrennen komplett gefahren und im Anschluss das Rennen der Langstrecke.

Und dieses Konzept hat sich bewährt: dank der Beteilung von Profifahrern sind die Zuschauer von der ersten bis zu letzten Minute zahlreich und begeistert dabei - und das trotz des diesmal sehr bescheidenen Wetters.

Ein Blick vorab in die Starterliste hatte mir gezeigt, dass u.a. Holger Koopmann vom Team Strassacker ebenfalls für unser Team mit dabei sein würde. Ein harter Konkurrent, aber für die Teamwertung natürlich prima. Meine Taktik war so einfach, wie klar: an der Steigung bei Schafhausen wollte ich versuchen, ein hohes Tempo vorzulegen, um so die Spitzengruppe systematisch zu verkleinern.

Mal sehen, in Triberg hatte das ja auch ganz gut geklappt. Von den Profis waren bei unserer Renndistanz u.a. Stefan Schumacher, David Kopp, Jens Heppner, Hanka Kupfernagel dabei. Aber gewertet werden natürlich nur die Hobbyfahrer.

Start der Langdistanz war für 13:30 Uhr vorgesehen. Da aufgrund der langen neutralisierten Fahrt gesondertes Warmfahren nicht erforderlich ist, habe ich mich erst um 8 Uhr auf den Weg gemacht. In der Hoffnung, dass an einem Feiertag auf der Autobahn schon nicht so viel los sein wird.

Aber das dachten außer mir - insbesondere auf der A 8 bei Pforzheim - alle anderen wohl auch und so standen wir da gemeinsam ein wenig rum. Am Ende reichte es aber noch, um gerade noch rechtzeitig zur Teampräsentation auf der Bühne zu stehen.

Und dann ging es zum Start. Wegen des schlechten Wetters wurde das Rennen auf eine neutralisierte Runde (statt zwei) verkürzt. Eine gute Entscheidung. Unser Team durfte dann kurz nach 13:30 Uhr als drittes Team auf die neutralisierte Runde.

Obwohl ich den Kurs vom Vorjahr noch gut in Erinnerung hatte, war diese Runde sehr hilfreich, um insbesondere Gefahrenpunkte zu identifizieren. Und als sich dann an der Startlinie in Weil der Stadt wieder alle Teams eingefunden hatten, ging es los.

Ich sah zu, dass ich mich möglichst vorne platzieren konnte, um eine gute Ausgangsbasis für die Steigung bei Schafhausen zu haben. Und hier wurde auch richtig Tempo gemacht, so dass das etwa 300 Fahrer große Feld komplett auseinander gerissen wurde.

Und so konnten wir eine vielleicht etwa 20 - 30 Fahrer starke Gruppe bilden. Auf der Rückfahrt nach Weil der Stadt setzten sich 2 Fahrer leicht ab - jedoch zu früh, wie sich später an der Steigung in Schafhausen schnell zeigte. Bei der ersten Zieldurchfahrt war unsere Gruppe aber dann doch schon wieder beträchtlich angewachsen - dank Stefan Schumacher, der die Verfolger an uns wieder rangefahren hatte. Vielen Dank auch dafür!

Dann musste es eben die nächste Steigung richten. Ich fuhr ein sehr hohes Tempo, so dass mir keiner direkt folgen konnte oder wollte. Alleine fahren ist hier sinnlos, also Tempo reduzieren und ein wenig essen, bis die anderen wieder dran waren. Aber es hatte sich gelohnt: Stefan Schumacher sahen wir erst im Ziel wieder (ob es an unserem Renntempo lag oder ob vielleicht einfach nur die Wirkung von CERA nachgelassen hatte? wer weiß?).

Aber trotzdem war unsere Gruppe mit gut über 20 Fahrern für meinen Geschmack immer noch zu groß. Aber hiergegen half dann der Anstieg bei Schafhausen in der 3. Runde. Ich habe das Tempo wieder stark angezogen, so dass sich oben auf der Kuppe ein Gruppe von 8 Fahrern (7 Hobbyfahrer und David Kopp) gefunden hatte, die dank guter Teamarbeit nicht mehr zuließ, dass andere aufschließen konnten.

Nicht mehr dabei war der wie immer stark fahrende Holger Koopmann, der wohl bei Beginn der Steigung an ungünstiger Position im Feld liegend den Anschluss nicht halten konnte.

Die Entscheidung über die Platzierungen sollte dann schließlich auf Zielgeraden fallen. Und dieser Streckenabschnitt hatte es in sich: vielleicht gut 200m lang, leichte Steigung und Kopfsteinpflaster mit kleinen Aufpflasterungen. Also eine besondere Herausforderung. Als wir auf diesen Abschnitt einbogen, ging es gleich zur Sache. Thomas Tantz und Andreas Schwäble hatten die größeren Reserven und sprinteten um den Sieg.

Am Ende gewann Thomas mit hauchdünnem Vorsprung in diesem spannenden Finish. Dicht dahinter war ich bemüht, die 3. Position zu behaupten und musste alles geben, um sie gegen Klaus Matschiner zu verteidigen. Und es gelang!

Überglücklich ging es später zur Siegerehrung. Und die hatte viel zu bieten: Für meinen 3. Platz in der Gesamtwertung erhielt ich ein schönes Fässchen Alpirsbacher Klosterbräu Hefe-Weissbier. In der Altersklassenwertung belegte ich Platz 1 und habe dafür 2 Übernachtungsgutscheine für eine Person in Graz bekommen. Sehr schön. Dann weiß ich ja jetzt schon, wo ich nächstes Jahr mal trainieren werde. Und am Ende belegten wir Platz 1 in der Teamwertung, so dass ich insgesamt dreimal auf die Bühne durfte. Daran könnte ich mich glatt gewöhnen.

Ingo Koßmann
 
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