Rund um die N?rnberger Altstadt
Mittwoch, 1. Oktober 2008
ImageRund um die Nürnberger Altstadt – das bedeutet immer wieder ein Erlebnis für Fahrer und Zuschauer. Die Fans bekommen am meisten geboten. Ob Jedermann- oder Hobbyrennen, Nachwuchswettbewerbe, Weltcup der Frauen oder das Elite-Rennen der Männer zum Abschluss des Renntags, es ist permanent was los rund um die Burg.

Beliebt ist beim Publikum auch das Rahmenprogramm. An verschiedenen Stellen der Strecke laufen den ganzen Tag Unterhaltungsprogramme. Das gesamte Paket macht Nürnberg so interessant.

Ein voller Renntag bedeutet auch meist eine frühe Startzeit für die Jedermänner. Bereits um 08.00 Uhr wurden die Fahrer/innen über 64,5 km auf die Reise geschickt. 10 Minuten später folgten die Teilnehmer/innen über 103 km, zum Schluss ging es dann für die Hobbyfahrer über 25,8 km los.

ImageIm German Cycling Cup fiel auf dem Nürnberger Kurs die erste Entscheidung. Durch ihren zweiten Platz sicherte sich Manuela Haverkamp-Roisch den Erfolg in der Gesamtwertung vorzeitig. Dagegen bleibt es bei den Männern weiter spannend. Michael McManus verteidigte erneut sein gelbes Trikot, muss aber beim Finale in Münster vor den Sprintern zittern, die nur noch einen geringen Punkterückstand haben.

Die beiden Jedermann-Rennen beschreiben uns Britta Kegelberg vom Team Agapedia Münsterland, die über 64,5 km unterwegs war, sowie Holger Koopmann vom Team Strassacker aus der Sicht der 103 km Fahrer. Auf den Teamseiten der Beiden stehen die kompletten Berichte, die Links weisen den Weg.
Es lohnt sich immer wieder, sich die Seiten der Teams anzusehen.

64,5 km


Da wir so ziemlich an der Rennstrecke unser Hotel hatten, brauchten wir uns am Sonntagmorgen auch nicht abzuhetzen. Gemütlich ging es zum Frühstück, Radklamotten an, dann kam mein Rad auch schon, es war bei Norbert mit untergebracht, wir sind zusammen nach Nürnberg gefahren, doch Norbert hatte  woanders geschlafen.

Anderes Team, andere Unterkünfte. Schnell noch ein wenig warmgefahren, was so viel hieß, wie einmal den Anstieg zur Nürburg rauf und wieder runter. Das war es mit warmfahren. Oh je, mit kalten Beinen im Renntempo diesen Anstieg gleich hoch, aber egal, Hauptsache in der Startaufstellung vorne stehen.

Seit Bochum stelle ich mich doch gerne vorne in die erste Reihe beim Start, da ich lieber überholt werde, als dass ich überholen muss. Julia stand direkt neben mir. Mein Ziel war es, am Anstieg vorne in der Gruppe zu sein, durchgereicht zu werden, um dann zumindest am Ende des Anstiegs mich wieder hinten in der Gruppe einreihen zu können, damit ich die Gruppe nicht verliere.

ImageOben angekommen, sagte Julia zu mir: „Britta, hecheln, hecheln, hecheln.“ Schwangerschaftskurs Teil 1, kam mir da in den Sinn und ich musste innerlich lachen. Das gleiche Spiel und die gleiche Aussage kam auch noch in Runde zwei, bis ich mich leider von dieser Gruppe verabschieden musste, da ich das Tempo nicht mehr mitgehen konnte.

Es ist ja noch eine Gruppe hinter uns und meine Motivation ist immer, dass ich mir sage, ich kriege euch doch noch alle, da mit Sicherheit einige dieses Tempo nicht mehr mitgehen können. Die zweite Gruppe kam und ich versuchte mich bei denen festzuhalten. Puuh, kurz kamen mir Zweifel auf, dass ich auch die Gruppe nicht halten kann. Aber irgendwie lief es dann ab der vierten Runde prächtig und auch Julia war dann irgendwann wieder bei mir, da auch sie leider abreißen lassen musste. Was mich in dem Moment arg erstaunte.

So, noch einmal hoch zur Nürburg und dann ab ins Ziel. In dieser letzten Runde taten mir zwar die Beine in dem Anstieg weh, aber es war ein Schmerz, den ich bis dato nicht kannte, da es trotz alledem wunderbar klappte. Irgendwie komisch, da ich es auch so schlecht beschreiben kann. Ich hatte mich dann doch schon innerlich gefragt, wie es wohl gewesen wäre, wenn ich die Langstrecke gefahren wäre. Es lief dann einfach klasse. Kaum oben angekommen, plötzlich ein Gehupe und Gebrülle: „Rechts fahren, rechts fahren!“ Die Spitze der Langstrecke rollte auf uns auf. Julia meinte nur, jetzt wird es gefährlich.

Da ich doch heile im Ziel ankommen wollte, nahm ich mich zurück, in der ersten Gruppe der Kurzstrecke sollten sich drei  Frauen befinden, also war es dann auch wurscht. So wirklich konnte ich das mit den drei Frauen allerdings nicht glauben, da ich nur eine in Erinnerung hatte. Kurz vor Ziel rief Julia noch mal irgendwas wie „Britta, gib alles“ oder so.

Ich also noch mal raus aus dem Sattel und einen kleinen Minisprint durch das Gewusel im Zielbereich eingelegt. Angekommen, direkt zur Transponderabgabe und dann ins Hotel duschen. Zumindest fertig sein, bis die Jungs auftauchen, damit sie auch duschen können. Ein wenig Zeit hatte ich, da sie ja auf der Langdistanz unterwegs waren. Ergebnislisten interessierten mich nicht.

Dann ging es zum Essen fassen, schließlich musste ja der Gutschein für „3 Weckla im Brötchen“ eingelöst werden. So saßen wir gemütlich in der Sonne, erzählten von unseren Erlebnissen, bis ich einen Anruf erhielt: „Du musst sofort zur Siegerehrung.“ Wie bitte? Siegerehrung??!!

Ich meine sieben Sachen geschnappt, die Füße in die Hand genommen und einen Spurt zur Tribüne durch die Menschenmassen hingelegt. So wurde ich zu meinem Erstaunen Dritte. Habe ich mich gefreut, da ich damit nun so gar nicht gerechnet hatte. In der Altersklasse hatte ich ja leise damit geliebäugelt, aber nicht in der Gesamtwertung. Was ich so schön fand, war, dass sich so viele mit mir gefreut hatten. Danke an alle noch mal für die lieben Glückwünsche.

Britta Kegelberg   an i buy cheap essays yale


103 km

In Nürnberg heißt es früh aufstehen. Start des Rennens ist um 08:10 h. Nach dem Temperaturabfall in Deutschland war es beim Start nur ca. 11 °C warm. Wenigstens war es trocken und die Sonne schien. Auf 8 Runden á 13 km geht es um die Altstadt von Nürnberg. An der Burg liegt die größte Herausforderung der Strecke, ein ca. 400 m langer Anstieg, der jedoch so früh in den Runden (nach 3 km) liegt, dass das Feld anschließend immer
wieder zusammenfährt bzw. nur wenige Fahrer zurückfallen.

ImageNeben mir hatte auch Frank Stenzel den Weg nach Nürnberg gefunden. Wir zwei hielten uns die ersten Runden im hinteren Drittel der Spitzengruppe auf. Erst ab der vierten Runde, so langsam wurde ich warm und bekam Lust, Radrennen zu fahren; auch wenn die Füße immer noch kalt waren, habe ich mich nach vorne vorgearbeitet. Nach 7 Runden waren jedoch immer noch gefühlte 150 Fahrer in der Spitzengruppe. Mir schwante Böses und in meinem Kopf zeichneten sich diverse Sturzszenarien im Zielsprint ab.

Dem wollte ich unbedingt entgehen. Also griff ich in der letzten Runde ca. 6 km vor dem Ziel, wo die Straße noch mal für ein paar Meter Steigung hat, an. Schnell konnte ich 150 m zwischen mich und das Feld bringen. Es folgte ein längeres Stück im Gegenwind, der Abstand wurde allerdings nicht größer. Leider kann man als Ausreißer dem Blick des Feldes auch nur schwer entwischen, da der Kurs von längeren Geraden geprägt ist. 2 km vor dem Ziel hatte meine Flucht dann ein Ende.

Ich hängte mich wieder ins Feld und wollte nur noch heil durchkommen, ohne durchgereicht zu werden. Leider merkte ich zu spät, dass die meisten Fahrer zum Schluss gar nicht mehr viel zuzusetzen und sich meine Beine schnell wieder erholt hatten. Zudem wurde das Finale trotz der großen Gruppe (es waren im Nachhinein ca. 80 Fahrer) doch relativ diszipliniert gefahren.

ImageSo habe ich erst spät beschleunigt, konnte andere auf Distanz halten, aber nur noch wenige überholen und landete am Ende auf dem 23. Platz. Frank wurde in der letzte Runde von einem anderen Fahrer in den Grünstreifen einer Verkehrsinsel abgedrängt, kam aber ohne schlimmere Blessuren davon und fuhr mit nur einer Minute Rückstand dann doch noch auf Platz 85.

Fazit: Nürnberg ist eine schöne, super organisierte Veranstaltung. Da stimmt eigentlich alles (nur am Webauftritt dürfen die Veranstalter noch arbeiten), was sich auch in der gut durchgeführten und mit tollen Preisen bedachten Siegerehrung widerspiegelte.

Holger Koopmann  https://bingsearchessay.com/

Hier noch mal in Kürze die ersten drei beiden Jedermann-Rennen.
Im Rennen über die lange Distanz von 103 km konnte Thomas Wickles vom Radioaktiv Racing Pegnitz seinen Vorjahrssieg bei den Männern wiederholen. In einem aufregen Sprint setzte er sich gegen Nico Wernike (Team Maxim Magdeburg) und Thomas Kapuste (Radon Cyclepower) durch. Bei den Frauen siegte Elena Eggl vom Team forice89 Dachau, die im Vorjahr auf der kleinen Strecke erfolgreich war. Auf Rang zwei folgte Manuela Haverkamp Roisch vom Lexxi TeamTrikot24.de vor Katharina Reitmaier von FX-Sports.

Über die kurze Distanz sorgte bei den Männern Benjamin Lehmbruch für den zweiten Erfolg des Team Maxim Magdeburg. Christof Schuck (Radtrikot24.de/Vermarc Sportswear) und Hansgeorg Nagel (Lexxi TeamTrikot24.de) komplettierten das Podium. Bei den Frauen setzte sich Birgit Roßberg vor Katrin Förster (Radsport Verein Braunschweig) und Britta Kegelberg (Team Agapedia Münsterland) durch.

Alle Platzierungen finden Sie auf der Internetseite des Rennens. www.radrennen.de

Sehr interessant ist auch der Punktestand im German Cycling Cup. www.cycling-cup.de
 
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