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Interview mit Annika Gr?ber
Sonntag, 1. Juli 2007
Siegerin in Triberg

Annika Gr?berAnnika Grüber aus Altenberge bei Münster, ist zur Zeit wohl die erfolgreichste Fahrerin bei den lizenzfreien und offenen Rennen in Deutschland. Nach ihrem vierten Platz beim Saisonauftakt in Köln siegte sie in Göttingen im Einzelzeitfahren sowie im Straßenrennen. Drei Tage später folgte dann der Erfolg in Frankfurt am Henniger Turm.

Dazu kommen noch Erfolge im Einzelzeitfahren und Mannschaftszeitfahren beim Gerolsteiner Tour-Festival, sowie weitere Platzierungen. Ihre Ausnahmestellung in der T-Mobile Cyclingtour unterstrich Annika Grüber mit ihrem Solosieg im Rahmen des GP-Schwarzwald in Triberg.
 
Challenge-Magazin.com sprach mit der Titelverteidigerin und derzeit führenden Fahrerin der T-Mobile Cycling Tour nach dem Rennen in Triberg.
 
Wie bist Du zum Radsport gekommen? Auf der Internetseite des Team Agapedia Münsterland steht zwar, das Radfahren wurde Dir als Münsteranerin in die Wiege gelegt, doch was war der Auslöser um so aktiv zu fahren?

Sportlich sehr aktiv war ich immer schon. In früher Kindheit Leichtathletik, später dann Schwimmsport. Im Jahr 2000 wurde ich durch meinen Freund Joachim Wechner, Teamchef vom Team AGAPEDIA Münsterland und langjähriger Radrennfahrer, auf den Radport aufmerksam. Über einen Arbeitskollegen kam ich an ein günstiges Rennrad und war sofort „infiziert“.

Dem Schwimmsport kehrte ich allmählich den Rücken und absolvierte die Trainingseinheiten stattdessen auf dem Rennrad. 2004 fuhr ich dann nach unzähligen fleißigen Trainingskilometern mein erstes Rennen rund um den Henninger Turm, wo ich gleich auf den 7. Gesamtrang  fuhr. Und damit hatte meine Radsportkarriere begonnen.
 
Wo siehst Deine Stärken und Deine Schwächen?

Ich bin eine klassische Allrounderin. Meine Stärken liegen ganz klar in den Bergen und beim Zeitfahren, damit natürlich auch auf Rundfahrten. Flache Rennen mit Sprintankünften liegen mir überhaupt nicht. Da bin ich viel zu sehr ein Kopfmensch und halte mich aus dem Gewusel raus!
 
Ein Drittel der Rennen der T-Mobile Cycling Tour sind vorbei, zusätzlich hast Du noch einige andere Rennen bestritten, Zeit für ein erstes Fazit Deiner bisherigen Saison.
 
Ich glaube, an dieser Stelle an meiner Form zu zweifeln und unzufrieden zu sein, wäre ziemlich arrogant. Ich bin super zufrieden. Das Wintertraining und der Frühjahrsaufbau waren goldrichtig und ich konnte zur richtigen Zeit meine Form langsam hochziehen. Ich habe mehr Siege eingefahren als letztes Jahr zu dieser Zeit.. Und ich habe das Gefühl, da geht noch mehr...es läuft einfach!
 
Neben den Veranstaltungen für Hobby-Rennfahrer hast Du Dich bei der LV-Meisterschaft in NRW beim Einzelzeitfahren und im Straßenrennen auch der Elite der Frauen gestellt. Wo siehst Du die Unterschiede zwischen Lizenz- und Hobby-Rennen?
 
Wenn man die Rennstrecken betrachtet, so sind das zumindest bei uns in der Region für Frauen vielfach Kriterien, allenfalls kurze Rundstrecken. Die Hobby-Rennen, die in der Regel an Profirennen angegliedert sind, sind vom Kurs her regelmäßig attraktiver.
                       
Was das Fahrerfeld angeht, so geht es bei den Lizenzrennen sicherlich  ruhiger zu. Das beginnt schon mit der Startaufstellung – da wird nicht schon gleich um die erste Reihe gefightet; es reicht, kurz vor Startschuss in die Aufstellung zu gehen.

Was die Hobbyrennen oft unruhig macht, sind gut trainierte, aber rennunerfahrene Fahrer, die Unruhe ins Feld bringen und es dadurch einen Sturzrisikofaktor mehr gibt.

Naja, und dann wird in den Lizenzrennen viel stärker taktiert, was natürlich schon durch die geringere Größe des Starterfeldes und die Zeitnahme (nicht diese Brutto/Nettozeit.Geschichte) bedingt ist.
 
Wie siehst Du die Entwicklung der Jedermannrennen, sowohl im organisatorischen Bereich wie auch bei den Fahrer/innen?

Was die Organisation angeht, so ist das von Veranstaltung zu Veranstaltung unterschiedlich. So ist zum Beispiel das Henninger Rennen, obwohl schon vielfach veranstaltet, organisatorisch, dies betrifft hauptsächlich die Sicherheit auf der Strecke, immer wieder eine Katastrophe, während z.B der Edeka Race Day in Dresden oder auch der Münsterland Giro, beide letztes Jahr zum ersten mal ausgetragen, top organisiert waren.

Was das Fahrerfeld angeht, so ist das Niveau dort von Jahr zu Jahr angestiegen. Ein besonders eklatanter Sprung ist vom letzen auf dieses Jahr festzustellen. Man braucht sich ja nur anschauen, was für ein riesen Peloton bei RuK ins Ziel eingelaufen ist. Und auch bei den Damen gibt es immer mehr Fahrerinnen, die den Schritt ins Renngeschehen wagen. Schaut man auf die Ergebnislisten, stehen da nicht mehr nur 4, 5 Fahrerinnen sondern 20, 30, 40, ...
 
Im Juli gibt es nur ein Rennen der T-Mobile Serie, dafür sind es im August gleich sieben.
Würdest Du Dir eine andere Planung wünschen oder nutzt Du die längeren Pausen zur Erholung?


Seine Form eine ganze Saison lang auf hohem Niveau zu halten, ist nicht möglich. So setze ich mir Saisonhöhepunkte, an denen ich in Topform sein will. Alle anderen Wettkämpfe dienen dem Sammeln von Rennkilometern. Und zwischendrin dürfen natürlich die ruhigen Grundlageneinheiten nicht fehlen. So werde ich den Juli nutzen, um ruhige, lange Einheiten zu fahren, mich ein bisschen zu erholen , um dann im August und vor allem bei der „kleinen Deutschlandtour“ fit zu sein.
 
Gibt es ein Rennen, das Du unbedingt einmal gewinnen möchtest oder eine Veranstaltung, die Du auf jeden Fall mal fahren möchtest?

Vor 2 Jahren hätte ich geantwortet, die Jeantex Tour Transalp und den Gewinn einer Etappe dort. Das ist mir dann 2005 mit meinem Mixed Partner und Freund Joachim Wechner auf der Königsetappe von  Scuol nach Pontresina auf einer grandiosen Triumphfahrt über die Alpenpässe gelungen!

Dieses Jahr möchte ich gerne bei den Internationalen deutschen Hochschulmeisterschaften, die im Rahmen des Münsterland Giros ausgetragen werden, noch einmal angreifen, Im letzten Jahr wurde ich knapp 2. hinter der Profifahrerin Eva Lutz von der Equipe Nürnberger und vor der Bahnspezialistin und Profi Verena Jooß.

Nenne mir bitte drei Wünsche für den Rest der Saison.
 
Weiter sturzfrei und gesund bleiben.
Noch schneller werden. ;-)
Am 03.10.2007 in Münster ganz oben auf dem Treppchen stehen.
 
Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in der weiteren Saison.
 
Weitere Informationen über Annika Grüber und das Team AGAPEDIA Münsterland  unter
www.team-agapedia-muensterland.de

 

Mit Annika Grüber sprach Wolfgang Schaaf. 

 
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