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La Primavera im Sommer
Sonntag, 1. Juli 2007
Mailand – San Remo

Milano ? San RemoGrand Fondo Milano – San Remo, allein der Name hat etwas Magisches. Die klangvolle Kombination zweier italienischer Städtenamen, die den ambitionierten Radsport-Fan sofort aufhorchen lässt.

Das Jedermann-Rennen von Mailand nach San Remo ist inzwischen ein echter Radklassiker geworden, immerhin war es in diesem Jahr die 37. Veranstaltung.  Es ist dem Profirennen nachempfunden, das drei Monate zuvor als Auftakt in die Profisaison stattfindet.

Hier trägt es den schmückenden Beinamen „La Primavera“ (die Fahrt in den Frühling). Der zweite Sonntag im Juni ist bei vielen Fahrern inzwischen ein fester Termin. Das Startgeld ist mit 45 Euro zwar nicht gerade günstig, doch die Fahrer bekommen auch einiges dafür geboten. 

So gibt es in jedem Jahr ein neues Trikot, das speziell zur Veranstaltung entworfen wird; einige Fahrer haben schon eine richtige Sammlung in Gelb, Rosa und Blau, bei den meisten Veranstaltungen muss ein Trikot noch extra bezahlt werden. Es gibt den obligatorischen Startbeutel mit Trinkflasche, Essen und Trinken für die ersten Kilometer, sowie viele Produkt- und Veranstaltungsinformationen.

Drei Verpflegungsstellen gibt es bis San Remo, verteilt auf knapp 300 km. Für die Fahrer ist das kein Problem, nur wenige kommen alleine nach Mailand. Die meisten stehen in Gruppen am Start und haben auch einen Begleitwagen dabei.

Immerhin fahren die Teilnehmer hier keine Schleife und brauchen daher eine Möglichkeit, um wieder zurück nach Mailand zu fahren oder ihr Gepäck nach San Remo zu bekommen. Der Veranstalter bietet die Möglichkeit, mit einem Bus wieder zurück zum Startort zu fahren, doch der Bus wartet natürlich auf die letzten Fahrer und kommt so erst in der Nacht wieder am Startort bei Mailand an.

Am Ziel in San Remo gibt es dann erst mal eine ordentliche Portion Nudeln und reichlich Getränke. Auch die Zieldurchfahrt ist ein Erlebnis, so wie die ganze Tour.  Das Flair dieser Veranstaltung ist fantastisch, jeder fühlt sich wie ein Profi. Und ist das nicht der Sinn eines Hobby-Rennens?

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11 Radsportler aus Buchholz im Westerwald wollten dieses Spektakel im Feld der über 700 Fahrer erleben und starteten frühmorgens in der lombardischen Metropole zu der Reise von Mailand nach San Remo. Und die hat es in sich. 295 Kilometer ist sie lang und mit 1.800 Höhenmetern nicht nur flach. “Das Schwerste ist eindeutig die Länge”, sagt Rolf Nett, der diesen Klassiker schon mehrmals gefahren ist.

Dopingkontrolle auf der Rückfahrt


Auch auf der Heimfahrt hatten die Buchholzer aufregende Erlebnisse. An der Grenze wurden sie aufgrund des Busses herausgewunken und genauestens kontrolliert. Nach der Passkontrolle und als feststand, dass sie keine Profis waren,  durften sie erst einmal weiterfahren. Kurz hinter Basel schoss ein Zivilfahrzeug vom Parkplatz, setzte sich das Blaulicht aufs Dach und die gleiche Kontrolle erfolgte nochmals. 
Also: Man hat mittlerweile ein wachsames Auge auf Begleitfahrzeuge des Radsports, die eventuell Dopingmittel transportieren könnten.

Traumhafte Veranstaltung bei tollem Wetter

Ein längeres Rennen als die “Primavera” gibt es auch für die Profis im ganzen Jahr nicht.
Gestartet wird  im Kartodromo di Rozzano, einem Sportcenter in Rozzano etwas außerhalb von Mailand.  Der Start erfolgt um 7 Uhr, doch schon kurz nach 6 Uhr stehen die ersten Fahrer parat, um die besten Startplätze zu ergattern.
 
Bei sommerlichem Wetter blieb das Feld der elf Buchholzer anfangs weitgehend zusammen. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 40 Stundenkilometern ist nicht nur die sportliche Kondition gefragt, sondern auch ein hohes Maß an Konzentration, um gefährliche Massenstürze zu vermeiden. Die ersten 120 Kilometer geht es auf meist flacher Strecke durch die Poebene.

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Dann steigt die Straße an zum Turchino-Pass (532 m) und fällt danach auf einer grandiosen Abfahrt hinunter zur italienischen Riviera, bis auf  Meereshöhe. Ab Genova Voltri führt die Strecke immer an der Riviera entlang bis nach San Remo. Aber die Tücken, die liegen am Ende.

Capo Mele, Capo Cervo, Capo Berta, Cipressa, und Poggio. Ebenfalls poetisch klingende Namen, hinter denen sich aber die letzten kleinen Anstiege vor dem großen Finale verbergen. Normalerweise würde man diese Anstiege nur als Hügel bezeichnen mit ihren eigentlich geringen Höhenmetern.

”Aber wer als Radler schon 285 Kilometer im Rennsattel hinter sich hat, für den können sich derartige ‚Hügel’ zu ausgewachsenen Bergen verwandeln”, erzählt Rolf Nett. Die Gruppe aus Buchholz hatte sich in vielen Trainingskilometern gut auf diese Tour vorbereitet.

Sie meisterten auch diese letzten Anstrengungen, um dann nur noch die Bergankunft auf dem Poggio vor Augen zu haben. Für die Profis ist der Radklassiker nicht nur das längste, sondern auch das schönste Rennen der Saison. Die elf Radsportler aus Buchholz können dies nur wieder bestätigen.

Sie schafften alle die lange Strecke in einer Zeit zwischen  8:45 und 11:30 Stunden und gewannen neben der Freude über die sportliche Leistung auch zahlreiche Eindrücke des südländischen Riviera-Flairs. Palmen, Zitronen, glitzerndes Meer mit herrlichen Badebuchten werden ihnen noch lange in guter Erinnerung bleiben.

Der schnellste Fahrer bei der 37. Austragung des Gran Fondo Milano-San Remo kam (natürlich) aus Italien. Allesio  Canfori vom Viner Team benötigte für 295 Kilometer 7:49 Stunden. Er war damit gut eine Minute schneller als Michele Rezzani vom Velo Club Casalasco und Federico Della Latta von TWIN'S CAR OLYMPUS. Nicht weit dahinter, auf Platz fünf finden wir den ersten Deutschen im Ergebnis, es ist Hans-Werner Theisen von Velo Travel.

Besonders für die neuen Fahrer war diese 37. Austragung ein tolles Erlebnis und für viele der Teilnehmer wird es nicht der letzte Start bei der Grand Fondo Milano – San Remo gewesen sein. (rp)

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