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Spannung pur
Freitag, 8. August 2008
Sparkassen Giro 2008 in Bochum

ImageSparkassen Giro in Bochum, das bedeutet zwei Tage Radsport vom Feinsten in der "Perle im Revier" wie nicht nur Herbert Grönemeyer die Stadt mitten im Ruhrgebiet nennt. Viele Rennen von Nachwuchs über Derny bis hin zu Damen-Rennen mit Weltklasse-Besetzung und Profi-Rennen. Ein abwechslungsreiches Programm auf und neben der Rennstrecke wurde dem Publikum geboten.

Mittendrin die Jedermänner und Jederfrauen, die am Sonntagmorgen das sportliche Programm eröffneten. Bei der Startaufstellung auf der Königsalle wurde allerdings deutlich, dass Grönemeyer in seinem Lied einen Satz korrigieren sollte. "...auf Deiner Königsalle finden keine Modenschau'n statt...".

ImageSchon die Startaufstellung war eine wunderbare Show von Radsportkleidung und Top-Material. War der Himmel am Start noch bedeckt, wurde das Wetter im Laufe des Rennens immer besser, allerdings auch immer wärmer.

ImageErst beim Abschlussrennen der Profis wurde die Straße nass. Die Jedermänner konnten sich über gute Bedingungen freuen, als um 8:30 Uhr knapp 2.000 Fahrer/innen auf die Reise geschickt wurden. 1.167 Teilnehmer/innen werden in den Ergebnislisten als Finisher geführt.
 
Rademacher auf der Flucht

ImageMichael Rademacher hätte sicherlich die rote Rückennummer für den aggressivsten Fahrer verdient. Bereits in der ersten von vier Runden startete der Fahrer vom Team Siemens einen Angriff und fuhr rund 1,5 Runden alleine vor dem Feld. Entscheidend absetzen konnte er sich nicht und wurde von der ersten großen Gruppe wieder eingeholt. Gerade beim erfahrenen Michael Rademacher erstaunte diese Aktion zahlreiche Zuschauer.

Image"Ich hatte gehofft, es würden einige Fahrer zu mir aufschließen, dann hätte die Flucht erfolgreich enden können. Meine Teamkameraden sind für mich gefahren und haben das Feld gebremst" schilderte der Zweite aus dem Jahr 2006 sein Vorhaben nach dem Rennen.

ImageDamit hatte er natürlich Recht. Immerhin fuhren in der Spitze auch mehrere Fahrer der Teams Radon-Cyclepower und Agapedia Münsterland. Eine kleine Gruppe mit Fahrern dieser drei Teams hätte sicher gute Erfolgsaussichten gehabt. So fehlte am Schluss die Kraft, und Michael Rademacher musste sich mit Rang 25 der Gesamtwertung begnügen. Allerdings konnte er in seiner Altersklasse Platz 2 belegen. Auch als Sieger wurde er an diesem Tag noch geehrt, doch dazu später mehr. 

ImageDer Rest des Rennens glich dann wieder einem High-Speed Ausscheidungsrennen. Einige Fahrer versuchten zwar noch dem Feld davonzufahren, doch so richtig kam niemand mehr weg. Es lief alles auf einen Massensprint hinaus, und Kandidaten für einen Sprint befanden sich genug in der Spitzengruppe.

ImageAuf der Ziellinie wurde es noch einmal eng, denn kurz vor der Spitzegruppe fuhr noch eine größere Anzahl zurückliegender Fahrer/innen über die Ziellinie. Die Spitzenfahrer hatten gerade noch genug Platz, um ihren Sprint auszutragen. Auf der Ziellinie war dann Nico Wernicke erfolgreich, der den ersten Sieg bei einem German-Cycling-Cup Rennen für sein neues Team Maxim herausfahren konnte.

Image"Es war ein sehr schnelles Rennen. Es konnte sich im Rennverlauf niemand entscheidend absetzen. Im Finale hatte ich dann ein gutes Hinterrad und konnte mich auf den letzten Metern durchsetzten" beschreibt Nico Wernicke den Verlauf des Giros.

ImageRang zwei belegte der Shooting Star der letzten Rennen, Christian Schrot vom Team BGU-Lugato, vor einem glänzend aufgelegten Holm Barkmann vom Team Agapedia Münsterland. Obwohl sie drei sehr schnelle Fahrer in der Spitzengruppe hatten, fuhr  das Team Radon-Cyclepower dieses Mal knapp am Podium vorbei.

ImageGerhard Hack, der auf Platz zwölf endete, erklärte nach dem Zieleinlauf, woran es lag. "Ich habe mich an den Schildern orientiert, die den Abstand zur Ziellinie anzeigten. Leider lag unser Ziel ein ganzes Stück vor dem Ziel der Profis, daher hatte ich beim Sprint noch nicht meine Endgeschwindigkeit erreicht".

ImageViele Fahrer/innen hatten mit der Ziellinie auf dem Südring gerechnet und wurden dann vom Ende des Rennens überrascht. Auf der Internetseite des Veranstalters war die Königsallee einige hundert Meter vorher angegeben, doch im Eifer des Gefechts geht das schon mal durch. 

ImageEine kleine Überraschung gab es im Rennen der Frauen. Christina Utsch ist nicht so oft bei den Jedermann-Rennen unterwegs, die Zeitfahrspezialistin des TV Kettwig stellte allerdings im Duell mit Manuela Haverkamp-Roisch ihre Sprintfähigkeiten unter Beweis.

ImageDass Christina Utsch auch am Berg keine schlechte Fahrerin ist, zeigt ihr vierter Platz beim Jedermann-Rennen auf dem Nürburgring 2006. FXsports-Fahrerin Katharina Reitmaier komplettierte auf Rang drei das Podium.

Jedermann-Premiere mit 75

ImageWenn ein erfahrener Rennfahrer Platz 110 belegt, sorgt das selten für anerkennende Worte. Im Falle von Bruno Podesta sieht das allerdings anders aus. Immerhin hat der 75jährige bei seiner Jedermann-Premiere über 90 Prozent der Teilnehmer/innen hinter sich gelassen.

ImageSehr viele davon könnten vom Alter her seine Enkel sein. 12.000 km legt Bruno Podesta im Jahr auf dem Rad zurück, einen Teil davon wird er in Zukunft im Trikot von Radon-Cyclepower bei Jedermann-Rennen unterwegs sein.
 
ImageDoch kommen wir noch einmal zurück auf Nico Wernicke. Bei den Ehrungen tauchte Nico Wernicke zuerst gar nicht auf, denn eine Ehrung der besten Fahrer/innen der Gesamtwertung war beim Sparkassen-Giro in Bochum nicht vorgesehen. Die Altersklassen wurden allerdings nicht nach Zieleinlauf, sondern nach Nettofahrzeit gewertet.

ImageDa Nico Wernicke am Start in den vorderen Reihen stand, war er einige Sekunden länger unterwegs als seine Konkurrenten, die weiter hinten starteten. Dadurch belegte Nico Wernicke nur Platz 19 in seiner Altersklasse, obwohl er als erster über die Ziellinie fuhr.  

Debiasi "schönster Fahrer" im siegreichen Team

Mit Agapedia Münsterland, Radon-Cyclepower und Team Siemens hatten gleich drei Mannschaften mehrere Fahrer in der ersten Gruppe, die Teamwertung war in Bochum spannend wie selten. Über den ersten Platz in der Mannschaftswertung konnte sich dann Team Siemens freuen.

ImageModerator Karsten Migels wusste erst nicht, welchem Fahrer er den Preis für die beste Mannschaft überreichen sollte und frage beim sportlichen Leiter Thorsten Roell nach. "Sascha Debiasi war heute unser Kapitän und sollte den Preis annehmen" war dessen Antwort.

ImageAuf die Frage, warum Sascha Debiasi als Kapitän galt, ergänzte Roell: "Weil er der schönste von uns ist". Das überzeugte sowohl Karsten Migels, wie auch das zahlreich anwesende Publikum. Auch Michael Rademacher konnte sich freuen.

ImageAuch wenn seine Flucht nicht mit einem Podiumsplatz belohnt wurde, der Erfolg in der Mannschaftswertung war mehr als ein Trostpflaster. Es war sehr erfreulich, dass in Bochum wieder zahlreiche Hobbyfahrer/innen mit viel Freude unterwegs waren. Viele kreative Teamnamen sah man unterwegs: Flying Nurses, FabFour, Luftpumpen, Meckermann oder auch Fiegevernichter sind nur einige der Einfälle.

ImageFiegevernichter, das sah im ersten Moment wie ein Schreibfehler aus. Doch die Erzeugnisse der Brauerei Moritz Fiege aus Bochum unterstützten dieses Team, zumindest nach dem Rennen. Für die meisten dieser Fahrer/innen war das Podium kein Thema, der Spaß am Fahren zählte, das merke man sofort.

ImageFreudiges Winken in die Menge ersetzte hier den Sprint um den ersten Platz. Am Ende waren dann auch alle wieder Sieger. 

ImageNegativ waren erneut zahlreiche Stürze auf der Strecke, meist zurückzuführen auf falsches Verhalten auf der Strecke. Viele zurückliegende Fahrer/innen fuhren in breiter Front über die Straße, ein Überholen war für die schnellen Fahrer/innen nicht immer einfach.

ImageUnter den Fahrern der ersten Gruppen gab es dagegen einige, die mit harten Bandagen um eine gute Platzierung kämpften. Auch nach einem verschuldeten Sturz hielten nicht alle an, um sich nach den gestürzten Fahrern zu erkundigen, sondern setzten ihr Rennen ohne Rücksicht auf Verluste fort.

Wenn die etwas langsameren Fahrer auf der rechten Seite blieben und die überholenden Fahrer auf der linken Seite etwas aufpassen, könnten viele Verletzungen vermieden werden.

Spannung im German Cycling Cup

ImageDer Sparkassen Giro in Bochum läutete auch die zweite Saisonhälfte im German Cycling Cup ein. Während  Manuela Haverkamp-Roisch vom LeXXi TeamTrikot24.de ihre Führung bei den Frauen weiter ausbauen konnte, wird es bei den Männern immer spannender.

Ein vierter Platz als schlechtestes Ergebnis in der Serie bedeutet für  Manuela Haverkamp Roisch eine sichere Führung in der Gesamtwertung. Noch ist es zu früh, um sie als Siegerin des German Cycling Cup 2008 auszurufen, doch Katharina Reitmaier und Beate Zschorlich haben bereits einen deutlichen Rückstand auf die Führende.

ImageDie Fahrerinnen auf den Plätzen vier bis sechs können sich noch Hoffnungen auf das Podium machen, dahinter scheint der Punkterückstand bereits zu groß.

Unglaublich spannend ist es in der Männerklasse. Michael McMannus konnte seine Führung verteidigen, allerdings ist sein Vorsprung auf die nachfolgenden Fahrer nicht mehr sehr groß.

ImageNico Wernicke und Andreas Bolleßen haben in Bochum aufgeholt. Die Streichergebnisse werden in diesem Jahr die Entscheidung bringen. Noch haben viele Fahrer eine Chance auf das Podium, die scheinbar abgeschlagen zurückliegen.

ImageSo wie Christian Schrot auf Rang 9 oder sogar Sascha Debiasi auf Rang 16. Michael McMannus schien gar nicht mehr mit der Verteidigung des Spitzenreitertrikos gerechnet zu haben, er fehlte bei der Trikotübergabe. Während bei den Frauen die ersten drei anwesend waren, sah man bei den Männern leider nur Nico Wernicke.

ImageWernicke nutzte die Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, dass er als Sieger des Rennens nicht genannt oder geehrt wurde. Die Veranstalter reagierten sehr schnell und holten diese Ehrung sofort nach. Am Nürburgring kann Wernicke nicht starten und wird damit wohl seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung verlieren, doch bei den beiden letzten Rennen im German Cycling Cup wird er noch einmal angreifen. Immerhin belegte er im Vorjahr in Nürnberg Rang zwei, das Finale in Münster konnte er sogar gewinnen. (ws)

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