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Erdgas Race Day ? zwischen Barock und Bobbahn
Freitag, 1. August 2008
ImageDass sich ein Besuch von Dresden in kultureller Hinsicht lohnt, braucht wohl niemandem erklärt zu werden. Semperoper, Zwinger oder Frauenkirche sind weit über die Grenzen bekannt. Doch auch Radsportler sprechen seit 2006 ehrfürchtig vom Rennen an der Bobbahn. Doch dazu später mehr.

Der Erdgas Race Day, das Jedermannrennen im Rahmen der Sachsentour, geniest einen Ruf als sehr harte, aber gut organisierte Veranstaltung. Seit dem ersten Rennen 2006, müssen sich Veranstalter anderer Jedermannrennen mit dem Erdgas Race Day messen lassen.

Auf der Webseite zur Sachsen-Tour konnten die Jedermänner alle Informationen finden. Vom Regelwerk über Streckenplänen bis zu Kontaktdaten der Ansprechpartner war alles gut zu finden.

Das Zeitfahren
Mit einer Neuerung warteten die Organisatoren in diesem Jahr auf. Einen Tag vor dem Straßenrennen wurde den Fahrer/innen mit einem Einzelzeitfahren über 20 km in Großenhain eine zweite Startmöglichkeit geboten.  Knapp 150 Starter/innen sind für eine Premiere eine gute Zahl. Nicht alle informierten sich allerdings auf der Webseite des Veranstalters über die Ausgabe der Startunterlagen. Diese wurden in Dresden ausgegeben, wo auch die Unterlagen für das Straßenrennen am Sonntag bereitlagen. Allerdings hätte die Zeit vom Beginn der Ausgabe der Unterlagen in Dresden, bis zum Start in Großenhain etwas länger sein können. Fahrer/innen aus der Region konnten jedoch bereits an den Vortagen ihre Unterlagen in Empfang nehmen.

ImageSandra Gambke und Franziska Reinfried sorgten in der Frauenklasse des Zeitfahrens für einen Doppelsieg des Picardellics Velo Team Dresden. Auf Rang drei fuhr Beate Zschorlich vom Team IQWIG.
Der Cottbuser Axel Sinske überzeugte bei den Männern. Mit 37 Sekunden Vorsprung verwies er Daniel Schaal vom Team Ferox BikeKult auf Rang 2. Komplettiert wurde das Podium von Matthias Reinfried (Picardellics Velo Team Dresden).

Straßenrennen
Der Veranstalter hatte die geforderte Durchschnittsgeschwindigkeit auf 22 km/h festgelegt. Ein niedriger Schnitt im Vergleich mit anderen Veranstaltungen, für den Erdgas Race Day hätte er nicht höher sein dürfen. Nicht umsonst gilt Dresden als eins der richtig harten Jedermannrennen. Kletterspezialisten kommen hier voll auf ihre Kosten.

ImageIm Vorfeld des Rennens gab es einige Aufregung. Durch eine Großbaustelle, über die der Veranstalter nicht informiert wurde, musste die Strecke kurzfristig geändert werden. Natürlich so, dass sie von den Ordnungsbehörden auch genehmigt wurde.

Scharfrichter Bobbahn
Die Steigung zur Bobbahn war natürlich in allen Klassen auf beiden Strecken der Scharfrichter. Alleine die 27 Prozent Steigung, die an der steilsten Stelle bezwungen werden müssen, flößt Neulingen beim Erdgas Race Day Angst ein. Im vergangenen Jahr war der direkte Weg zur Bobbahn hoch gesperrt, die Fahrer/innen konnten die einfachere Straße neben dem Gelände hochfahren.

ImageIm Herbst 2007 führten die Organisatoren des Rennens eine Befragung durch, sollte die schwierige Auffahrt Bestandteil des Rennens sein, ja oder nein? 75% Prozent der Sportler stimmten für den Weg auf dem Gelände. Beim Rennen in diesem Jahr hatten sehr viele Fahrer/innen nicht die passende Übersetzung für die Bobbahn gewählt.

Aber viele werden eine solche Übersetzung auch erst gar nicht besitzen, immerhin fährt man so eine Steigung nicht so oft. Sicher eine der härtesten Anstiege überhaupt für die Hobby-Fahrer. Die meisten "Fußgänger" blieben jedoch an der Seite, so dass nachfolgende Fahrer/innen nicht zum Stoppen gezwungen wurden. Besonders die Spitze der 61 km Strecke fuhr an vielen Fahrern vorbei, die diesen Anstieg nicht auf dem Rad bezwingen konnten.

Transfer zum Start
Das Ziel in Dresden war für alle gleich, der Start war es nicht. Beim Jedermannrennen im Rahmen der Sachsentour ist der Transfer zum Start der kleinen Runde schon etwas Besonderes. Als die Fahrer der Großen Runde in Bärenstein die ersten 59 Kilometer in den Beinen hatten, fuhren sie an der Startaufstellung der 61 Kilometer-Runde vorbei.

ImageDer Veranstalter hatte einen Bustransfer von Dresden nach Bärenstein eingerichtet. Auf dem Marktplatz erfolgte der Start nach der Durchfahrt der Teilnehmer der 120 km Distanz. Von Beginn an war das Tempo sehr hoch, früh versuchten sich einige Fahrer abzusetzen. Letztlich lösten sich sechs Fahrer, die sich deutlich von den übrigen Fahrern absetzten konnten. Später konnten sich dann zwei Fahrer des Picardellics Velo Team absetzen und machten den Sieg unter sich aus.

Während Thomas Rudolph als erster über die Ziellinie rollte, konnte sich der zweitplatzierte Jan Teller über seinen Erfolg in der Kombination Zeitfahren Samstag/Race Day Sonntag freuen. Frank Neumann, ebenfalls Picardellics Velo Team, führte zwei Minuten später eine vierköpfige Verfolgergruppe ins Ziel. Zwei weitere Fahrer der Picardellics unter den ersten zehn komplettierten den Erfolg des Dresdner Teams.

ImageBei den Damen waren die Abstände im Ziel deutlich größer. Franziska Reinfried vom Picardellics Velo Team siegt mit gut fünf Minuten Vorsprung vor Sylvia Stabel vom Team Radon Cyclepower. Dritte wurde Katja Weiß vom RSV Team Auto-Riedel.

Bahnschranke stoppte die Spitzenreiter
Bis zur ersten Steigung nach etwa 25 km blieb der größte Teil des Feldes zusammen, auch wenn die Geschwindigkeit bereits kurz nach dem Start sehr hoch war.  Hinter Berggießhübel zerfiel dann das Feld in viele Gruppen und Grüppchen. Einige Fahrer versuchten eine Flucht und wären vielleicht sogar durchgekommen, doch eine geschlossene Bahnschranke in Altenberg ließ die Verfolgergruppe wieder aufschließen. An der Steigung zur Bobbahn setzten sich dann fünf Fahrer ab.

Mit dabei die Sieger von 2006, Matthias Reinfried und 2007, Nino Ackermann. Dahinter folgte eine Verfolgergruppe aus vier Fahrern, die etwas später den Anschluss schafften. Rund 15 Km vor dem Ziel konnten weitere zehn Fahrer nach hartem Kampf zur Spitze aufschließen. Doch bereits fünf Kilometer weiter wartete die letzte Steigung auf die Fahrer. Die Gruppe flog sofort wieder auseinander. Hier setzten sich erneut drei Fahrer aus der Gruppe ab.

ImageIm Finale wurde die Spitze zwei Kilometer vor dem Ziel von einem Polizisten fehlgeleitet, dadurch fuhr die Verfolgergruppe an den drei Führenden vorbei. Nino Ackermann war der einzige Fahrer, der schnell genug reagieren konnte und den Kontakt zur neuen Spitze sichern konnten. Im Sprint setzte sich dann der schnelle Thomas Kapuste vom Team Radon Cyclepower vor Nino Ackermann von Lexxi Teamtrikot24.de und Axel Sinske vom RSV Cottbus durch.

Sandra Gamke vom Picardellics Velo Team sicherte sich nach dem Sieg im Zeitfahren auch noch den Sieg auf der 120 km Strecke beim Straßenrennen. Zweite wurde Linda Zedler aus Saalfeld vor der Kirchbergerin Denise Brüderlein.

Im Ziel waren dann alle Jedermänner und Jederfrauen froh es geschafft zu haben. Knapp ein Drittel der Fahrer/innen hatte Mühe rechtzeitig ins Ziel zu kommen. Die meisten Teilnehmer äußerten sich jedoch positiv über die neue Strecke, die so gar nicht geplant war. Auch Fahrer, die an der Bobbahn absteigen mussten, waren mit Strecke und Veranstaltung zufrieden. Nach einer kurzen Unstimmigkeit über den Beginn der Siegehrung wurden die ersten drei der  Rennen, sowie die Sieger der Altersklassen geehrt.

Fazit: Trotz kleiner Schönheitsfehler hat Dresden seinen Ruf als eine der Top-Veranstaltungen für Jedermänner gefestigt. Das neu eingeführte Zeitfahren wurde gut von den Fahrer/innen angenommen und hat sicher eine Zukunft.

Die Sachsen Tour wird im kommenden Jahr eine Fortsetzung finden und fast alle Hobby-Fahrer werden sich das vierte Jedermannrennen in Dresden wünschen. Viele Jedermänner werden noch im Winter an den Erdgas RaceDay im Rahmen der Sachsen Tour 2008 denken. Spätestens dann, wenn sie vom Bobrennen in Altenberg hören.  

Ausführliche Ergebnisse auf der Full Article .  (Ws)

Fotos:
Fotos Siegerehrung:  Team Radon Cyclepower
 
http://www.hotelaraguells.com/   weiter >

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