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Frauenpower beim corratec 24h Race
Freitag, 1. August 2008
ImageWie im Bericht über das corratec 24 Stunden Rennen im Münchner Olympiapark angekündigt, nahm Marion Lüdke gemeinsam mit ihrer Teampartnerin Tanja Mattern erstmals am Rennen im Münchner Olympiapark teil und berichtet von der Teilnahme eines Damenteams beim größten 24 Stunden Rennen für Mountainbiker in Europa.

Vorgeschichte

Ich fahre schon seit ca. 13 Jahren Mountainbike und seit 8 Jahren mit einer Mountainbikepartnerin. Jedes Jahr suchen wir eine neue Herausforderung. Klassische Alpenüberquerungen von geführt bis selbst organisiert und Marathons haben wir schon hinter uns. Wir lieben beide das Biken und so werden uns hoffentlich die Ziele für die nächsten Jahre nicht ausgehen. In Planung ist z.B. eine Andentour.

ImageFür 2008 hatten wir uns die Teilnahme als Zweierteam beim "corratec 24h Race" in München vorgenommen.

Leider konnten wir in München nicht gemeinsam an den Start gehen, da meine Mountainbikepartnerin kurz vorher erkrankte. Eine neue Fahrerin zu finden war nicht einfach, wer will sich schon kurzfristig ein 24h Rennen antun. Über die Online-Plattform Xing haben sich dann allerdings sehr schnell zwei Frauen gemeldet, die interessiert waren, gleichzeitig aber auch Tanja Mattern, eine Freundin aus meinem Bekanntenkreis. Diese 2. Variante war mir dann sympathischer, da ich Tanja (Polizistin, mit allen möglichen Polizei-Sport-Titeln) doch schon einige Zeit kannte.

Da ich selbst auf Grund beruflicher Herausforderungen sehr in Trainingsnot kam, in den letzten sechs Wochen vor dem Rennen konnte ich gar nicht mehr trainieren, war Tanja genau die richtige Teampartnerin. Sie, völlig austrainiert nahm dieses Jahr schon an mehreren Triathlonen teil und stellte somit unsere Erfolgsbank dar.

Fahrerlager und Organisation

ImageWir hatten einen Platz in der oberen Etage der Olympiahalle zugewiesen bekommen und hatten damit einen Volltreffer gelandet. Mitten drin und trotzdem lauschig, keinen Zeitverlust zur Wechselzone, Lichtverhältnisse klasse, die Bildschirme mit den Ergebnissen waren in der Nähe, Toiletten auch. Dieser Platz war fast perfekt.
Lediglich die Verpflegungsstelle war zu weit weg. Ich selbst war ja nie dort, aber unsere Betreuer.

Diese klagten auch über die Essensvielfalt – das Essen war generell sehr gut – nur leider war es fast ein Unding an Pizza oder Waffeln zu kommen. Kaum war ein Blech auf der Theke, war es auch schon wieder leer. Wir selbst hatten selbst nach mehreren Anläufen keiner dieser Köstlichkeiten bekommen. Aber das ist Nebensache.

•    Der Kurs war prima abgesteckt, abwechslungsreich und sicher.

•    Die Rücknahme der Transponder ging reibungslos.

•    Die Musik, für mich als Fahrer, war auch positiv zu bewerten.

•    Toiletten waren sauber. Leider habe ich keine Duschen gefunden.

Generell war die Ausschilderung verbesserungswürdig. Wir hatten zu Beginn der Veranstaltung weder die Startnummerausgabe gefunden noch unseren Platz. Eine Übersichtstafel der Fahrerlagerplätze wäre sehr hilfreich gewesen. Alles zusammengefasst war das eine sehr gut organisierte Veranstaltung. Kleinigkeiten gibt es immer zu bemängeln und sind meist recht einfach beim nächsten Mal zu beheben.

Das Rennen

ImageEigentlich ging es nur um eines: Möglichst viele Runden abspulen. Geholfen hat uns dabei ein fünfköpfiges Betreuungsteam – Bike abgenommen und wieder bereit gestellt, Getränkeflasche gefüllt, Schuhe ausgezogen, massiert, Essen organisiert, Kleidung bereit gelegt, Sonderwünsche erfüllt.  Dies war eines unserer Erfolgskriterien, dadurch konnten wir uns zu 100 Prozent auf das Rennen konzentrieren. Dafür möchte ich noch mal herzlich bedanken.

Die ersten zwei Runden fuhren wir noch im Doppelpack, das heißt: zwei Runden zu je 8,5 Kilometer pro Fahrerin. Dies haben wir aber gleich wieder eingestellt und haben nach jeder Runde gewechselt. Irgendwie war dabei der Ansporn größer. Wahrscheinlich war es der Gedanke gleich wieder Pause zu haben, der es angenehmer machte. Diese Strategie führte allerdings auch dazu, dass wir keine  Schlafpause in den 24 Stunden hatten. Na ja, ich bin dann doch mal für fünf Minuten weggeschlummert.

ImageAllerdings blieb dadurch auch der „Körpermotor“ immer schön auf Touren. Zudem hatte ich auch das Gefühl, dass auf diese Weise die Zeit schneller vorbei ging.

Grund war die immerwährende Bewegung: ca. eine halbe Stunde radeln, zurück ins Fahrerlager, hinsetzen, Schuhe ausziehen, 10 Minuten Nudeln essen, trinken, Energieriegel in kleinen Häppchen zuführen, trinken, jede 2. Pause auf die Toilette gehen, 10 Minuten Massage, trinken, Trikot und Unterhemd umziehen, Schuhe anziehen, Brille und Helm wurden gereicht und dann wieder aufs Rad… dass 24h lang, immer der gleiche Rhythmus.

Irgendwann kam die Nacht, vor der ich mich so gefürchtet habe. Aber welch ein Wunder, die Nacht war sehr angenehm. Es war kühl, ruhig, die Steigungen waren auf Grund der Sichtverhältnisse nicht mehr so heftig. Von mir aus hätte es noch länger dunkel sein können. Zudem kam noch diese tolle Weihnachtsbeleuchtung. Hunderte von gelben Leuchtstäbchen hingen in den Waldpassagen. Von allen Seiten hörte man nur ein Ohhh, Ahhhh und ach wie schön. Ich habe mir dann ein runter gefallenes Leuchtstäbchen geschnappt und als Rücklichtersatz an mein Bike angeklebt. Sah schon sehr nett aus.

ImageDas Publikum war selbst nachts noch an den wichtigen Stellen zu finden… unglaublich. In der ersten Serpentine zum Olympiaberg saßen zwei junge Mädels bis 2:00 oder 3:00 Uhr morgens und haben uns unermüdlich mit ihren Plastik-Klatsch-Händen angefeuert. Zwei Kurven weiter stand stundenlang ein Mann mit einem Ghettoblaster, den er um den Hals hängen hatte. An der Gras-Steil-Stelle läuteten die ganze Nacht die Kuhglocken und an der Wellen-Abfahrt war eh immer Geschrei. Hammer Publikum!!

Als dann die tolle Nacht zu Ende war, lebte mein Körper nochmals für 1-2 Stunden auf, aber dann kam das große Loch. Nicht nur für mich sondern auch für Tanja. Wir bekamen beide Magenprobleme und die Müdigkeit wurde auch immer schlimmer. Die einfallende Hitze trug ihren Teil dazu bei. Nach einer Extra-Halben-Stunden-Pause haben wir es dann aber irgendwie geschafft. Glücklich!

ImageTrotz einem untrainierten Paar Beine siegten wir in der Kategorie Zweier-Team Frauen. Juhuuu! Wir durften zur Siegerehrung auf die Bühne, wie die „Großen“, ein unglaubliches Gefühl) Aber was uns wirklich stolz macht, ist unsere Leistung im Vergleich des Zweier-Teams Männer. Hätte man uns in der Männerkategorie gelistet, hätte man uns auf Platz 31 von 47 Teams wieder gefunden.

Mein Fazit:

Nächstes Jahr wieder. Dann aber im Vierer Team, austrainiert und voll auf Angriff. Wir wollen den Titel ;-)

Marion Lüdke

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