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Jeantex Tour Transalp 2008
Donnerstag, 31. Juli 2008
Image1.100 Fahrer/innen starteten in 550 Zweierteams am 6. Juli zur Jeantex Tour Transalp 2008. Alle Teilnehmer/innen waren bereits Gewinner, denn es war gar nicht so einfach zum erlesenen Kreis der Starter zu gehören. Für 350 Teamplätze wurde am 5. Dezember die Anmeldung um Punkt 12:00 Uhr geöffnet. Keine fünf Minuten später war das Paket bereits ausgebucht.

Am 14. Februar wurden dann unter den restlichen Bewerbern noch 200 Teamplätze ausgelost. Der Veranstalter hätte das Feld gleich mehrfach füllen können. Aus diesem Grund wird es im September mit der Tour Trans Austria erstmals eine zweite Veranstaltung geben.

Wir werden hier nicht einen Rennbericht aller Klassen über 7 Etappen bringen, das würde zu viele Seiten füllen. Wir möchten die Transalp vorstellen und mit dem Team Strassacker.de & Velorado.ch auf das Rennen zurückblicken. Mit dem Tour-Tagebuch von Günter Höllige konnten wir die Jeantex Tour Transalp 2008 mit verfolgen. Gemeinsam mit Andreas Rutishauser erlebte er alle Höhen und Tiefen, die möglich sind.
Günter Höllige, der Sieger der Deutschland-Tour 2007 für Jedermänner fährt für das Team Strassacker. Er war nicht der einzige Starter aus seinem Team. Thilo Wanner und Rainer Becker komplettierten die Abordnung aus dem schwäbischen Süßen. 

ImageSein Partner, der Schweitzer Andreas Rutishauser hatte im Vorjahr sehr viel Pech, als er nach einen Sturz seines Partners nicht mehr in den Kampf um das Podium eingreifen konnte. Fit waren sie beide, das zeigten beide bereits beim Gerolsteiner Tour Festival wenige Wochen zuvor.

859 Kilometern, 16 Alpenpässe und 16.849 Höhenmetern, die Transalp hatte zwischen Oberammergau und dem neuen Zielort Bibione an der Adria einiges zu bieten. Hier einige Zahlen, die die Größe der Veranstaltung klar machen. 130 Kisten Bananen, 20.000 Müsliriegel und 1,3 Tonnen Trockenfrüchte wurden als Verpflegung ausgegeben. 35.000 Liter Wasser wurden eingeplant um die Trinkflaschen aufzufüllen. Obwohl, Wasser bekamen die Fahrer/innen, besonders an den ersten Tagen, schon genug von Oben.

112 Personen stark war das Organisationsteam. Unterwegs sorgten 14 Polizeibeamte und 12 Marshalls, alle auf Motorrädern, für die Sicherheit auf der Strecke. Für den Fall der Fälle begleiteten 10 Notärzte das Fahrerfeld aus 25 Nationen, die meisten waren ebenfalls auf Motorrädern unterwegs.

Das Startgeld der Jeantex Tour Transalp 2008 betrug 595 Euro, in fünf Klassen wurden täglich Spitzenreitertrikots vergeben. Insgesamt gab es 10.000 Euro an Preisgeldern zu gewinnen.
 
1. Etappe  Oberammergau – Sölden
Die erste Etappe der Jeantex Tour Transalp 2008 führte das Fahrerfeld von Oberammergau nach Sölden. Bei strahlendem Sonnenschein standen 1.100 hoch motivierte Fahrer/innen am Start. Einrollen mit Hindernis nannten die Organisatoren diese Etappe. Es gibt bestimmt viele Hobby-Radsportler, die eher den Titel Höllentour genannt hätten, doch hier waren austrainierte Sportler/innen am Start, die genau wussten, was sie erwartet.

ImageAm ersten Tag sind alle etwas nervös, daher waren auch einige Stürze zu beklagen, besonders als gegen Mittag sinnflutartiger Regen die Fahrt zusätzlich erschwerte. Auch Günter Höllige stürzte einmal, als er das Hinterrad seines Vordermanns berührte. Zum Glück verletzte er sich nur leicht und konnte mit Andreas Rutishauser noch Rang drei in der Tageswertung seiner Altersklasse belegen.

Die erste Etappe führte die Fahrer über den Ammersattel auf 1.096 Meter Höhe. Höhepunkt des Tages war aber der Anstieg zum Hahnenjoch, rauf auf 1.894 Meter mit Streckenteilen bis zu 19% Steigung verlangte schon früh alles ab. Durch den bereits angesprochenen Regen blieb keine Gelegenheit, sich auf der Abfahrt ins Inntal zu erholen.

ImageIm Ötztal begann dann das Finale, auf den letzten, leicht ansteigenden, 40 Kilometern bis zum Zielort Sölden zeigte sich dann, wer nur das Finisher-Trikot der Jeantex Tour Transalp haben wollte und wer das Podium im Blick hatte.

2. Etappe Sölden – Brixen

Der Zweite begann mit dem Anstieg zum Timmelsjoch. Ohne Gelegenheit zum Reinrollen gleich fast 25 km bergauf. Gut, dass oben auf 3.093 Meter Höhe die erste Verpflegungskontrolle auf die Fahrer wartete. Die Tunnel auf der Abfahrt nach St. Leonard wurden von der Feurwehr zwar ausgeleuchtet, dennoch sind Tunnelfahrten nie wirklich ungefährlich. Günter berichtete in seinem Tour-Tagebuch, dass der Veranstalter vor dieser Abfahrt gewarnt hat.

ImageAndreas und er hatten sich daran gehalten und kamen daher auch mit den Temperaturen um 2 Grad auf der Abfahrt klar. Auch heute verhinderte der Regen ein Glücksgefühl bei den meisten Fahrerinnen und Fahrern. Der Jaufenpass stellte sich den Jedermännern und Jederfrauen als zweites großes Hindernis in den Weg. Bis zum Ziel nach Brixen ging es danach meist bergab.

Lediglich zwei kurze Anstiege nach Aicha und Schabs mussten noch überwunden werden. Andreas und Günter konnten sich mit einem weiteren Team von der ersten Gruppe absetzten und gewannen nicht nur die Tageswertung bei den Masters, sie übernahmen sogar das Spitzenreitertrikot.

3. Etappe Brixen – St. Virgil
Die kürzeste der sieben Etappen ähnelte einer Achterbahn. 90 anspruchsvolle Kilometer durch die Dolomiten verlangten den Fahrern erneut alles ab. Doch etwas war heute anders, das Wetter spielte mit. Nach den beiden Regentagen zuvor eine Wohltat für die Teilnehmer/innen. Erneut ging es von Beginn an bergauf. Der längste Anstieg der Etappenfahrt führte über 30 Kilometer zum Würzjoch hoch.

ImageAllerdings sorgten zwischendurch immer wieder flachere Teilstücke für etwas "Erholung". Der Furkelpass war da mit seinen Steigungen bis zu 19% schon schlimmer. Vor dem Furkelpass passierte Günter ein kleines Missgeschick. "Meine Tune Flasche war durch die ständige Erschütterungen so in die Halterung reingepresst, dass ich sie nicht mehr rausbekam.

An der nächsten Verpflegungsstation hielt ich an, stellte das Fahrrad auf den Kopf und schlug die Flasche raus." beschreibt er die Situation in seinem Tagebuch. In St. Virgil gelang dem Team Strassacker.de & Velorado.ch der zweite Tagessieg bei den Masters. Damit wurde das blaue Spitzenreitertrikot verteidigt.

4. Etappe St. Virgil – Sexten.
Panorama-Ritt lautete der Titel der 4. Etappe. Mit Valparola, Falzarego und Tre Croci mussten  drei Pässen mit insgesamt 3.190 Höhenmetern auf  der 130 Kilometer langen Strecke bezwungen werden.  Nun hatte sich die Sonne endgültig durchgesetzt. Für unser Team Strassacker.de & Velorado.ch verdunkelten sich allerdings die Aussichten.

ImageSie verteidigten zwar die Führung in der Mastersklasse, verloren allerdings wertvolle Zeit auf die Verfolger. Den Grund nannte uns Günter erst am nächsten Tag. In den einzelnen Klassen waren inzwischen die Favoriten gut zu erkennen. Die Abstände zwischen den Teams wurden größer, nun wurde die Taktik besonders wichtig, ein Team, das weit zurücklag, hatte nun auch schon mal seine Freiheiten.

5. Etappe Sexten – Falcale
Die Strecke führte das Fahrerfeld auf der drittletzten Etappe von Sexten über den Kreuzbergpass und den Passo San Antonio nach Italien. Mit dem Passo Cibiana und dem Passo Staulanza warteten auf der Königsetappe dieser Tour zwei weitere Brocken auf die Fahrer. Andreas und Günter mussten ihr Spitzenreitertrikot leider abgeben.

Image"In der Nacht zur 4. Etappe  bekam Andreas einen Magen-Darm -Infekt, der ihn nachts auf die Toilette zwang und morgens ihm das Frühstück vermieste. Nachdem alles verdaute und unverdaute aus ihm draußen war, ging er an den Start." Nach diesen Anstrengungen konnte Andreas Rutishauser die 5. Etappe nicht mehr in Angriff nehmen.

Günter Höllige musste diese Etappe alleine bestreiten und das Spitzenreitertrikot im Ziel kampflos abgeben. Er unterstützte an diesem Tag das Team Sägewerk Hader (Rainer Maaße und Stephan Ludewig), die sich am Vortag während der Etappe mit um Andreas gekümmert hatten. Leider stürzte Rainer Maaße im Finale der Etappe schwer und musste das Rennen im Rettungswagen verlassen.

6. Etappe. Falcade – Feltre
Das Team Strassacker.de & Velorado.ch ist wieder unterwegs. Allerdings sehen die Regeln eine Zeitstrafe von 10 Stunden vor, wenn ein Teammitglied nicht ans Ziel komm, beziehungsweise nicht startet. An diesem Tag lief es bei Andreas überraschend gut und so konnten die beiden sogar den dritten Platz in der Tageswertung der Mastersklasse belegen.

ImageAn eine vordere Platzierung in der Gesamtwertung war allerdings nicht mehr zu denken. Die Zeitstrafe hätte kein Team der Welt aufholen können. Drei Pässe standen auf der 6. Etappe auf dem Programm. Valles, Rolle und Cereda waren die letzten Berge der Transalp 2008, es ging raus aus den Bergen, hin zum Meer. Für die meisten Teilnehmer der landschaftliche Höhepunkt der ganzen Wochen. Heute wurden noch mal alle Kräfte mobilisiert, die Hügel am Ende der Etappe wurden nach den Schwierigkeiten der letzten Tage zügig bezwungen.

7. Etappe Feltre – Bibione
Etwas fehlte trotz wunderschönem Wetter auf der Schlussetappe. Es gab keine Berge mehr.
Die letzten 154,7 Kilometer der Jeantex Tour Transalp 2008 verliefen zuerst leicht bergab und zum Schluss durch die norditalienische Ebene direkt nach Bibione an die Adria.

ImageEin entspanntes Ausrollen wurde es dennoch nicht. Auf der flachen Etappe bildeten sich große Felder, konzentriertes Fahren war auf den schmalen Straßen noch wichtiger als gute Beine. Obwohl, gute Beine hatten auch nicht mehr sehr viele Teilnehmer/innen nach dem harten Ritt der letzten Woche. Man merkt auch im Tour-Tagebuch von Günther Höllige, wie sehr sich alle das Ziel herbeisehnen.

"Innerhalb der letzten zwanzig Kilometer kamen mehrere 90 Grad Kurven. Das hatte zur Folge, dass man fast bis zum Stand abbremsen musste, um dann auf 40 Kilometer pro Stunde zu beschleunigen. Trotz flacher Strecke mussten wir wieder richtig arbeiten. Sehnsüchtig beobachtete ich meinen Kilometerzähler, wann er denn endlich 154 Kilometer anzeigen möchte.

ImageDas herbeigesehnte Ziel kam, Andreas und ich fuhren Hand in Hand über die Ziellinie und umarmten uns glücklich. Eigentlich hatte ich vor gehabt, sofort in die Adria zu springen, aber mein Körper stellte auf Stur und verlangte nach einer Pause. So saßen Andreas und ich im Schatten und ließen die ganze Woche nochmals Revue passieren. Nun kann ich mir gar nicht vorstellen, dass alles vorbei sein sollte.

Habe ich doch unseren Tagesablauf lieb gewonnen. Früh aufstehen, essen, Taschen packen ... Nun haben wir einen kleinen Einblick bekommen, wie sich eventuell das Leben eines Berufsrennfahrers abspielt. 

ImageWie erging es den anderen Strassackers mit ihren Partnern?  Günter Höllige fasst es für uns kurz zusammen: Thilo Wanner ist bereits ein alter Hase auf dieser Tour. Er konnte mit seinem Partner Marcus Burkard auch die konstantesten Tagesplatzierungen erzielen.

Selbst die ersten beiden verregneten Tage - da ging es auch ausgerechnet über den höchsten Pass: das 2509 Meter hohe Timmelsjoch, konnten die beiden nicht aus ihrem Rhythmus bringen. Am letzten Tag allerdings stürzte Marcus, verursacht durch auf der Fahrbahn umherrollende Hütchen, ansonsten hätten sie das Meer in Bibione weit vorne in dem Hauptfeld erreicht.

Das zweite Teampaar: Der 'Strassacker' Reinhard Becker und sein Teampartner Achim Schneider fanden sich erst kurz vor dem Beginn der Tour. Leider ging Reinhard bereits geschwächt durch eine Magenverstimmung in die härteste Rundfahrt für Nichtprofis. Die ersten Etappen waren für Reinhard eine Qual, da er sich fast nur von Zwieback ernähren konnte. Achim hätte fast nebenher schwimmen können: Wasser gab es fast genug auf der Straße und die Schwimmbrille hat der Triathlet und ursprüngliche Leistungsschwimmer sowieso dabei. Im Laufe der Tour und gestärkt durch Vollkornprodukte ihres Bäckers Mulinbeck ging es Reinhard zusehend besser und er konnte das Etappenrennen immer mehr genießen. Das kann man auch an den aufsteigenden Tagesplatzierungen erkennen.

ImageHut ab vor allen Finishern der Jeantex Tour Transalp 2008. Sie alle werden diese Woche nicht vergessen. Regen, Sonne, eisige Kälte und drückende Hitze begleiteten das Feld auf ihrem Weg durch die Alpen. Die meisten werden wiederkommen......wenn sie sich im Dezember schnell genug anmelden. Denn auch in diesem Jahr werden die Startplätze schnell vergriffen sein.

Es lohnt sich Günter Hölliges Tagebuch einmal komplett durchzulesen. Seine Erlebnisse beschreiben den Ablauf der  Jeantex Tour Transalp sehr gut. my hero essay .

Weitere Beschreibungen und noch viel mehr Bilder finden Sie auf der Homepage des Veranstalters. www.tourtransalp.de 
ws

Fotos: www.tourtransalp.de
 
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