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Interview mit Katharina Reitmaier
Montag, 7. Juli 2008
Image2007 startete Katharina Reitmaier mit der T-Mobile Cycling Tour so richtig durch. Ihre zahlreichen guten Platzierungen krönte sie mit dem Sieg beim Saisonfinale in Münster. Dadurch belegte sie Rang 3 in der Gesamtwertung der Serie, sowie Platz 1 in ihrer Alterklasse. 2008 knüpft sie an diese Erfolge nahtlos an.

Mit Siegen in Frankfurt und Triberg, konnte sie sich recht früh in die Siegerliste eintragen. Im German-Cycling-Cup belegt sie zur Halbzeit Platz 2 der Gesamtwertung und Rang 1 in ihrer Alterklasse. Auch beim Chiba-Alpencup Classic lag sie vor dem Engadin Radmarathon in Führung. Im Interview zur erfahren wir etwas mehr über die sympathische Würzburgerin.

Challenge-Magazin.com: Katharina, seit 2007 bist du eine feste Größe bei den Rennen für 
Hobby-Fahrerinnen. Wie bist du zu den Jedermann-Rennen  gekommen?


Katharina Reitmaier: Das ist eine längere Geschichte: Begonnen hat alles im Sommer 2004 während eines Praktikums in Hamburg, als ich die Cyclassics als Zuschauerin hautnah miterlebt habe. Ich war begeistert von der Atmosphäre, die in der Stadt und am Streckenrand herrschte. Zu dieser Zeit war ich jedoch noch aktive Badmintonspielerin und nutzte das Fahrrad lediglich als Fortbewegungsmittel. Dennoch: Der Gedanke an ein Rennrad setzte sich im Hinterkopf fest.

Über ein Jahr später meldete ich mich dann im Dezember 2005 nach einem lustigen Abend mit Freunden mehr oder weniger aus Witz gemeinsam mit einem Studienkollegen für die 100 km Strecke an, ohne jemals Rennrad gefahren zu sein, geschweige denn eines zu besitzen.

So wurde dann im März 2006 ein Rennrad gekauft, fleißig trainiert, und ich bin mein erstes Rennen in Hamburg gefahren. Es lief genial und noch viel wichtiger: es machte riesengroßen Spaß. Im gleichen Jahr habe ich dann in Münster noch an den Deutschen Hochschulmeisterschaften teilgenommen, welche im Rahmen des Münsterland Giro stattfanden und so mehr über die Serie der TMCT erfahren. Damit war der Gedanke geboren, im darauf folgenden Jahr die komplette Serie zu bestreiten. Dass sie jedoch so erfolgreich für mich verlaufen würde, damit hatte ich nicht ansatzweise gerechnet.

CM:   Die zweite Saisonhälfte 2007 hast du sehr erfolgreich als Gastfahrerin des Teams Agapedia Münsterland bestritten. Warum hast du das Team verlassen und unter dem Namen FXsports  ein eigenes Team gegründet?

KR:   Mein Einsatz für das Team Agapedia war von vorneherein als Gasteinsatz geplant. Nach den ersten Erfolgen in der letzten Saison bin ich von mehreren Teams angesprochen worden, ob ich nicht Lust habe, für sie zu fahren. Für mich steht der Spaß an der Sache im Vordergrund, und ich habe in den verschiedenen Teams viele nette Leute kennen gelernt. Auch in dieser Saison pflege ich die Kontakte zu diesen Fahrern aus den unterschiedlichen Teams.

ImageIn den Rennen des CHIBA Alpencups habe ich zum Beispiel über meinen Bruder und seine Freundin auch die Verpflegung der Agapedia Fahrer wie Annika, Joachim oder Kris mitorganisiert. Andererseits habe ich selbst im letzten Rennen des German Cycling Cups, der Bayern-Rundfahrt in Erlangen, von einem anderen Team profitiert (Danke Marc!). Ich freue mich immer, wenn eine teamübergreifende gegenseitige Hilfe möglich ist und finde das -gerade im Hobby-Bereich - sehr wichtig.

Die Entscheidung, mein eigenes Team zu gründen, hat vor allem mit der Unterstützung zu tun, die ich von Felix Schmitt, einem Fahrradhändler aus Würzburg, von Anfang an erhalten habe. Daher auch der Teamname: FXsports – so heißt sein Geschäft. Felix hat auch den Kontakt zu Giant Bicycles hergestellt, die mir für diese Saison einen kostenlosen Spitzenrahmen zur Verfügung gestellt haben. Auch meine Komponenten wie die Zipp-Laufräder usw. habe ich als Sponsoringprodukt über ihn erhalten.

Zu diesem unschlagbaren Angebot, verbunden mit dem super netten Team von FXsports und perfekter Rundumbetreuung in Würzburg, konnte ich nicht Nein sagen!

CM:   In der heutigen Zeit ist es bestimmt nicht einfach, ein Jedermann-Team zu gründen. Auch wenn der Hobby-Radsport weiter boomt, viele Sponsoren stehen dem Radsport doch sehr skeptisch gegenüber.

KR:   Hier glaube ich, dass man den Profi-Radsport und den Jedermann-Bereich nicht in einen Topf werfen kann. Die Faszination für den Radsport ist bei vielen Menschen ungebrochen, aber es fällt immer schwerer, sich mit den Leistungsträgern der Profis zu identifizieren. Gerade hier bietet der ambitionierte Hobbybereich nach meiner Auffassung für Sponsoren eine gute Möglichkeit, mit relativ kleinem Budget Farbe zum Radsport zu bekennen.
Aber ganz so einfach ist es natürlich wirklich nicht, einen Sponsor für sich zu gewinnen. Es sollen ja möglichst immer beide Seiten von einer Sponsoring-Vereinbarung profitieren.

Im letzten Jahr war ich in eigener Sache mit einem Flyer auf der Eurobike in Friedrichshafen unterwegs. Das hat anfangs sicher ein bisschen Mut gekostet, aber die Resonanz seitens der Händler war durchweg positiv. Nach der Messe konnte ich Sponsoring-Vereinbarungen mit den Firmen Ergomo und Sponser abschließen.

Daneben ist es mir über persönliche Kontakte und viel Klinkenputzen gelungen, mit einer Schweizer Immobilienfirma einen Sponsor für die Startgelder und anfallenden Nebenkosten zu gewinnen. Das erleichtert mir als Studentin die Teilnahme an den Veranstaltungen doch erheblich!

Man sollte ein derartiges Vorhaben immer mit viel persönlichem Einsatz und ein wenig Geduld angehen, dann ist es gar nicht so schwer.

CM:   Das Reglement des German Cycling Cup zeigt große Unterschiede zur Wertung der Vorgängerserie. Wie beurteilst du die Änderungen?

KR:   Eine Änderung, die dringend notwendig war, ist sicherlich die Einführung von Streichergebnissen. Überdies sollten die Regelungen des German Cycling Cups von den Veranstaltern ausnahmslos eingehalten werden. Das würde für einen reibungslosen Ablauf sorgen und beiden Seiten, also dem Veranstalter wie auch den Fahrern, viel Stress und Ärger vor (z.B. Startblockeinteilung) und nach dem Rennen (z.B. Brutto/Netto-Zeit Regelungen) ersparen.

CM:   Mit dem Chiba Alpencup Classic fährst du noch in einer zweiten Serie vorne mit. Wird die Belastung durch zwei Serien nicht zu hoch?

KR:   Im letzten Jahr bin ich ja alle 19 Rennen der TMCT mitgefahren und zusätzlich noch die Deutschen Hochschulmeisterschaften im Zeitfahren und im Mountainbike Marathon, wo ich ohne spezielles Mountainbike-Training zu meiner eigenen Überraschung den zweiten Platz belegt habe. Im Vergleich dazu sind es in diesem Jahr insgesamt sogar weniger Rennen.

ImageGerade bei der CHIBA Alpencup-Serie kann ich wieder neue Erfahrungen sammeln, da die Rennen hier nicht über „normale“ Renndistanzen gehen, sondern über sog. Marathondistanzen von 175 km bis 211 km. Für mich stellt diese Serie eine neue Herausforderung dieses Jahr dar und ich bin sehr froh, dass ich mich ihr gestellt habe.


CM:   Was hat sich in den letzten beiden Jahren bei den Jedermann-Rennen geändert? Einige Veranstalter haben Mühe, 100 Teilnehmer an den Start zu bekommen, andere schaffen es scheinbar mühelos, 10.000 und mehr Starter/innen für ihr Rennen zu begeistern. Was ist den Jederfrauen und Jedermännern bei einer Veranstaltung wichtig?

KR:   Zur ersten Frage: Geändert hat sich vom letzten Jahr zu diesem Jahr nicht so viel. Die Rennen, die im letzten Jahr gut organisiert waren, sind es in diesem Jahr wieder – leider werden aber auch Fehler aus dem letzten Jahr wiederholt. Gerade wenn der Veranstalter von den Fahrern im letzten Jahr darauf hingewiesen wurde, ist es schade mitzuerleben, dass sich rein gar nichts geändert hat.

Zur zweiten Frage: Nach allem, was ich auch von Mitfahrern und Mitfahrerinnen gehört habe, sind es eher die kleinen Dinge, die uns Fahrern wichtig sind. Angefangen bei den Informationen, die der Rennveranstalter uns im Vorfeld zur Verfügung stellt, weiter über eine gut gesicherte Streckenführung bis zum Umgang mit den Teilnehmern vor und nach dem Rennen. Hier hilft es bereits, wenn man nicht das Gefühl hat, nur ein „Anhängsel“ eines Profi-Rennens zu sein.

CM:   Dann fragen wir dich mal direkt. Welche Veranstaltungen begeistern Katharina Reitmaier? Was war  für dich die beste Veranstaltung in diesem Jahr?

KR:   In Göttingen wurde in diesem Jahr gezeigt, dass auch ohne ein Profirennen eine hervorragende Veranstaltung auf die Beine gestellt werden kann. Im Zielbereich wurde den Zuschauern einiges geboten, wodurch wirklich viele Zuschauer an der Strecke waren, was uns Fahrern natürlich auch Spaß macht. Und bei der Siegerehrung hat man den Respekt vor der Leistung der einzelnen Fahrer von den Veranstaltern spüren können.
Das Gleiche kann ich über die Rennen der CHIBA Alpencup-Serie sagen, die ich bis jetzt mitgefahren bin: glänzend organisiert!!!

CM:  Anscheinend bist du die erste Hobby-Fahrerin, die einen eigenen Fanclub hat. Wie ist der Fanclub entstanden?

KR:  Das war mehr ein Joke von Freunden. An dieser Stelle: Vielen Dank Andi und Hedwig! Aber gerade im Freundes- und Familienkreis erfahre ich schon sehr große Unterstützung. So macht es auch einfach mehr Spaß!
Nach meinen mündlichen Examensprüfungen am 17.07.08 werde ich diese beiden Homepages endlich auch einmal aktualisieren und dann komplett freischalten lassen.

CM:  Kommen wir zum heutigen Engadin Radmarathon.

KR:  Natürlich war der Engadin Radmarathon eine kleine Enttäuschung. Immerhin lag ich im Chiba-Alpencup Classic in der Frauenklasse in Führung und hatte gute Chancen die Gesamtwertung zu gewinnen. Aber meine Gesundheit war mir heute wichtiger. Dabei sind wir noch bei sehr schönem Wetter gestartet, im Laufe der ersten Runde über 97 Kilometer zog es sich dann jedoch sehr schnell zu und wir wurden von einem Unwetter überrascht. Es goss wie aus Kübeln und Temperatur ging auf etwa 8 Grad runter. Als ich dann vor lauter Kälte anfing zu schlottern, habe ich mich entschieden auszusteigen. Die zusätzliche Runde über 114 Kilometer mit nochmals 2500 Höhenmetern war mir bei diesen Wetterverhältnissen zu riskant. 

CM:  Was sind deine Wünsche, deine Ziele für den Rest der Saison?

KR:  Natürlich gesund und heil durch mein Training und die Rennen kommen! Sportlich gesehen möchte ich meine Leistungsfähigkeit insgesamt weiter ausbauen. Wenn dabei eine gute Platzierung beim German Cycling Cup herauskommt – umso besser!

CM:  Katharina, vielen Dank für das nette Interview. Ich wünsche dir weiterhin eine gesunde und erfolgreiche Saison.

Mit Katharina Reitmaier sprach Wolfgang Schaaf

http://fastessaylb.com/
thesis statement in a narrative essay
 
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