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GP Triberg Schwarzwald - Rendezvous mit der Geutsche
Montag, 30. Juni 2008
ImageDer Grand Prix Triberg im Schwarzwald ist eins der bekanntesten, aber auch härtesten deutschen Radsport-Events. Drei Tage lang ist in Triberg, der Stadt mit den höchsten Wasserfällen Deutschlands, richtig was los. Seit Jahren besitzen Profirennen am Samstag, sowie Rad-Marathon und RTF am Sonntag einen guten Ruf.

Mit anspruchsvollen Strecken, bedingt durch die Topografie der Region und einer perfekten Organisation locken die Veranstalter jedes Jahr zahlreiche Hobby-Sportler nach Triberg. 2007 wurde das Programm dann um ein Bergzeitfahren und ein Straßenrennen für Jedermänner und Jederfrauen erweitert. Dadurch wurde die Geutsche in der Jedermannszene schnell bekannt. Einige Fahrer/innen wurden von dieser Steigung vollkommen überrascht. So etwas mussten sie in den übrigen Strecken nicht hoch. Doch bei den meisten Teilnehmern wurde das Entsetzen nach dem Rennen zur Faszination. Viele kamen in diesem Jahr sehr gerne zurück und brachten andere Fahrer mit, die das Besondere suchten.

Zeitfahren zu Beginn

Wie im Vorjahr bot das Bergzeitfahren am Freitag die erste Gelegenheit zur sportlichen Betätigung. Die fast unveränderten Starterzahlen gegenüber der ersten Austragung im Vorjahr zeigten die Begeisterung für das Bergzeitfahren. 53 Bergziegen unter den Hobbyfahrern wollten sich an der Geutsche messen. Hinunter ging es nur die Startrampe auf dem Marktplatz in Triberg, danach begann das Leiden. 340 Meter Höhenunterschied auf einer Länge von 4,5 km mit einer Steigung von maximal 19%. Eine echte Herausforderung schon zu Beginn der Triberger Radsporttage.

Bei den Männern holte sich der Oberndorfer Andreas Crivellin den verdienten Sieg, während bei den Frauen die Kölnerin Garus Katharina die kürzeste Zeit bis in Ziel benötigte.

Straßenrennen
In der Heimat der Kuckucksuhren gehen einige Uhren etwas anders. Hier starten die Profis vor den Jedermännern. Vor dem Start besteht für die Hobbyfahrer/innen also noch die Möglichkeit zu beobachten wie die Cracks mit der Geutsche fertig werden. Am Ende erreichten nur 22 von 74 Startern bei den Berufsfahrern das Ziel. Da auch viele ausgewiesene Bergfahrer ausstiegen, konnten sich die Neulinge unter den Jedermännern ausrechnen, dass es richtig hart werden würde. Ein 23,2 Kilometer langer Kurs mit 537 Höhenmetern pro Runde, eine sehr anspruchsvolle Strecke, wartete auf die Fahrer. Zwei Strecken wurden in diesem Jahr angeboten.

Fahrer, die sich für zwei Runden entschieden hatten, konnten es noch ruhig angehen lassen. Die Veranstalter boten mit einer Mindestgeschwindigkeit von 20 km/h für 46,4 km und 1074 Höhenmeter, eine gut lösbare Aufgabe. Auf der langen Strecke über drei Runden, also 69,6 km mit 1611 Höhenmetern, sorgte ein geforderter Schnitt von 28 km/h schon für einen deutlich engeren Zeitrahmen.

Wer bereits im Vorjahr in Triberg am Start war, wusste wie wichtig es war sich vernünftig warmzufahren. Immerhin erfolgt der Start bergauf.

Der Start erfolgte nachdem die Profis ihre letzte Runde begannen. Bei rund 10°C Außentemperatur und bewölktem Himmel starteten  gegen 15:00 Uhr erst die Fahrer der großen Distanz, kurz dahinter wurden die Fahrer über zwei Runden ins Rennen geschickt.

Das Tempo war von Beginn an recht hoch. Nach wenigen Kilometern kamen drei zurückliegende Profifahrer in Reichweite der ersten Gruppe. Von Jedermännern überholt zu werden, war aber dann doch unter der Würde der Berufsfahrer und so fuhren sie den Hobby-Fahrern wieder davon. Durch das hohe Tempo riss das Feld schon früh auseinander. Nur sechzehn Fahrer blieben vorne. Auf der langen Abfahrt nach Triberg gesellten sich kurzfristig noch einmal etwa zwölf Fahrer den Anschluss an die Spitze. Doch zu Beginn der zweiten Runde wurde die Spitze erneut dezimiert. Letztlich konnten sich sechs Fahrer einen beruhigenden Vorsprung von über drei Minuten auf die erste Verfolgergruppe herausfahren. Vier Fahrer konnten sich im Finale leicht absetzten und sprinteten um den Sieg. Hier hatte Marc Leischner vom Team Strassacker am Ende die Nase vor. Knapp geschlagen, belegte der Aufsteiger der Saison, Michael McManus, der hier für das Team Finnegans Toys unterwegs war, den zweiten Platz vor dem immer stärker werdenden Rösrather Ingo Koßmann.

Als einzige Frau im Ziel holte sich Katharina Reitmaier den verdienten Sieg im Rennen der Frauen über 69,6 Kilometer. Auch über 46 km erreichte nur eine Frau das Ziel. Auch von Anja Knaus aus St. Gallen in der Schweiz sahen dabei zahlreichen Männer nur das Hinterrad.

ImageDer Sieger des Rennens über 46 km der Männer, Holger Koopmann vom Team Strassacker,  berichtet hier von seinem ersten Sieg bei einem Jedermannrennen und schildert seine Eindrücke zur Veranstaltung:

Die Veranstalter:
Ich war jetzt nach Triberg und Bad Dürrheim im Jahr 2007, zum dritten Mal bei einer Veranstaltung der Gebrüder Sauser und bin jedes Mal wieder davon angetan mit wie viel persönlicher Energie die beiden ihre Veranstaltungen organisieren. Mal abgesehen von den Schwierigkeiten bei der Zeitnahme im letzten Jahr in Triberg. Aber da war in diesem Jahr die Fa. Datasport am Start und alles lief problemlos. Triberg ist insgesamt eine sehr nette, gut organisierte Veranstaltung. Ein Orgateam, das stets im Bilde ist.

Es ist wirklich schade, dass diese Veranstaltung nicht im Cycling Cup vertreten ist. Sportlich ist es eine echte Herausforderung, landschaftlich ein Highlight und von der Orga top. Leider finden zu wenig Leute den Weg in den Schwarzwald. Die Meisten trauen sich das Höhenprofil wohl doch nicht zu. Aber der Cycling Cup hat eh zu wenig Rennen mit ordentlichem Streckenprofil. Ein Vorteil an der überschaubaren Teilnehmerzahl ist jedoch die familiäre Atmosphäre. So kommt man halt wirklich gern nach Triberg. Und mit drei Veranstaltungen an einem Wochenende wird dem Radlerherz wirklich alles geboten.

Das Rennen:
Bereits am Ende der Geutsche hatten Reinhard Becker und ich die zweite Gruppe des langen Rennens aufgefahren und fuhren jetzt in einer ca. 15 Mann starken Gruppe mit. Weitere Starter des kurzen Rennens hatten am Ende der Geutsche reißen lassen müssen. Bei der zweiten Ortsdurchfahrt in Triberg und die Geutsche hoch blieben dann ca. 10 Personen dieser Gruppe übrig.

Jetzt ging es eigentlich nur noch darum, wer teamintern den 1. Platz machen würde, immerhin war das Team Strassacker mit drei Fahrern in der Spitze vertreten.

Reinhard Becker, der viele Monate mit einer lädierten Hüfte ausgefallen war und erst seit kurzem wieder auf dem Rad saß, fuhr ein bärenstarkes Rennen. Gerade bergauf hatte ich Mühe an ihm dranzubleiben. Bei der ansteigenden Zielgeraden in Triberg gab es also nur eine Möglichkeit für mich. In der Abfahrt von Sommerau über Nußbach nach Triberg riskierte ich alles und konnte mich ca. 200 m vom Feld absetzen. Auf der 1 km langen, mit ca. 5-6 % ansteigenden Zielgeraden in Triberg hieß es dann Kette rechts, Vollgas und nicht umschauen. 50 m vor dem Ziel war dann klar, dass Reinhard mich nicht mehr holen würde.

Natürlich gönne ich jedem Teamkameraden einen Sieg, aber heute war mal mein Tag und ich wollte meinen ersten Sieg in einem Radrennen unbedingt. Es war schön zu sehen, wie alles perfekt funktioniert hat und ich mich gegenüber dem letzten Jahr bei den Rundenzeiten sogar noch einmal steigern konnte. Als dritter kam dann Peter Weingrill solo ins Ziel.

ImageDas Podium komplett von Strassacker besetzt, ein tolles Rennen, besonders durch den Sieg vom Marc bei der langen Distanz.

Eine Fahrt nach Triberg lohnt sich also. Wem das Jedermannrennen zu schwer erscheint, kann am Sonntag unter drei unterschiedlich schweren Strecken bei der RTF oder beim Marathon rund um Triberg an den Start gehen.

Die Termine für das kommende Jahr werden rechtzeitig auf der Internetseite des Veranstalters angekündigt. Dort stehen bereist ausführliche Informationen zum, von Holger Koopmann angesprochenen, Rider Man in Bad Dürrheim. (ws)

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