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Hei? ? Hart ? Schnell
Montag, 30. Juni 2008
Jedermann-Rennen bei der Bayern-Rundfahrt 2008

ImageDie Wetterprognosen sahen gar nicht gut aus. Bayern litt in der Woche der Bayern-Rundfahrt 2008 unter Regen und Sturm. Doch die Fahrer blieben von den heftigen Unwettern verschont. Das traf auch auf das Jedermann-Rennen im Rahmen der Bayern-Rundfahrt zu. Erlangen empfing die Teilnehmer/innen mit strahlendem Sonnenschein. Die Voraussetzungen für das Jedermann-Rennen über 6 Runden auf der 12 km langen Schlussrunde der Bayern-Rundfahrt konnten kaum besser sein.



Das erinnerte an 2007. Auch da waren die Vorhersagen alles andere als gut, am Vortag des Jedermann-Rennens prägte sintflutartiger Regen das Geschen. Am Veranstaltungstag zeigte sich das Wetter dann von seiner Sonnenseite. Im Vorjahr gehörte die Bayern-Rundfahrt ganz klar zu den besten Jedermannrennen des Jahres. Schon das alleine machte Lust den Internetauftritt der Veranstaltung zu studieren, der wieder alle wichtigen Informationen inklusive einem guten Lageplan bereithielt. 500 Fahrer starteten 2007 beim Jedermannrennen, allerdings wurde gleichzeitig das Jedermann-Rennen auf dem Stuttgarter WM-Kurs ausgetragen. Da beide Veranstaltungen zur Vorgängerserie des German Cycling Cup gehörten, teilten sich die Fahrer/innen auf.

Bei der allgemeinen Steigerung der Teilnehmerzahlen konnte also von deutlich mehr Fahrern ausgegangen werden, was allerdings nicht wirklich eintraf. Die Zahl von 528 Anmeldungen war geringer als erwartet. Die vielen Stürze aus dem Vorjahr waren sicherlich nicht der Grund, immerhin hatte der Veranstalter eine abwechslungsreiche, aber nicht zu schwere Strecke ausgearbeitet.

ImageDa in diesem Jahr viele Teilnehmer/innen erst die Wetterprognose abwarteten, um dann in den letzten Tagen vor dem Rennen zu melden, waren die Unwettermeldungen sicherlich ein Grund, nicht zu melden. Immerhin lag die niedrige Startgebühr auch mit Nachmeldekosten deutlich unter dem Preis anderer Veranstaltungen. Ein weiterer Grund war im Reglement des Rennens nachzulesen. Ein Durchschnitt von 30 km/h wurde gefordert, um auch die 6. Runde noch absolvieren zu können. Für die meisten Jedermänner und Jederfrauen kein Problem, immerhin liegt die Geschwindigkeit bei den meisten Rennen deutlich höher.

Viele Hobby-Fahrer blieben allerdings zu Hause. Wer jedes Wochenende bei RTF´s und Marathons unterwegs ist oder mit der Trainingsgruppe seine Runden dreht, der fährt eben nicht unbedingt schneller als 26- 27 km/h. Sie wollen nicht möglichst schnell ins Ziel kommen, sondern die Fahrt genießen. Da schreckt der geforderte Schnitt doch ab, besonders wenn es keine zweite Strecke zur Auswahl gibt.

Bereits am Samstag konnten die Startunterlagen abgeholt werden. Die Anmeldung war gut organisiert und Fragen der Teilnehmer wurden schnell und zufrieden stellend beantwortet. Auch die Verantwortlichen des German Cycling Cup waren wieder einen Tag vor dem Rennen vor Ort, um zu informieren und Fragen zu beantworten. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um die Strecke abzufahren und sich die neuralgischen Punkte einzuprägen. Eine gute Idee, wie sich einen Tag später herausstellen sollte.

Heißes Wetter


ImageDie Temperatur am Renntag war bereits vor dem Start recht hoch, die Teilnehmer gut gelaunt. Dass es ein schnelles Rennen werden würde war nach einem Blick in die Startblöcke klar. Alle Teams wurden auf die Sprinter abgestimmt und davon gab es eine ganze Menge in Erlangen. Wer würde das Rennen machen? Team Strassacker hatte mit Nico Wernicke einen Fahrer am Start, der bei allen Sprintankünften in den letzten Jahren vorne mitmischte.

Aber auch die Mannschaften von VOBA Nattheim und Radon-Cyclepower waren gleich mit mehreren Spezialisten für die letzten Meter angereist. Wie würden sich die Spitzenreiter des German Cycling Cup da schlagen? Andreas Bolleßen, Führender im German Cycling Cup, war in Erlangen auf sich alleine gestellt und hatte es daher nicht einfach. Der Zweite der Gesamtwertung, Michael McManus, hatte Heimrecht und konnte hier auf Unterstützung des Team Adidas zählen, auch wenn er ebenso wenig wie der Dritte der Gesamtwertung, Kris van de Velde vom Team Agapedia Münsterland, zu den Sprintern zählt.

ImageVor dem Start ging noch ein Raunen durch das Feld, als bekannt wurde, dass die Profis bei der Bayern-Rundfahrt sehr schnell unterwegs waren. Dadurch musste der Veranstalter bei den Jedermännern die Zeit etwas kürzen. Nun war schon ein Schnitt von gut 32 km/h nötig, um noch in die Schlussrunde fahren zu dürfen.

Hartes Rennen

ImageDie Favoriten, unter ihnen auch Vorjahressieger Thomas Wickles, reihten sich nach dem Start gleich vorne ein. Das war eine kluge Entscheidung, denn bereits auf dem ersten Kilometer wartete ein Anstieg mit 12% Steigung auf die Fahrer. Hier fiel schon in der ersten von sechs Runden die Vorentscheidung. Auf der Abfahrt vom Rathsberg wartete eine Rechtskurve auf die Fahrer und hier gab es den ersten größeren Sturz. Durch diesen Sturz wurde die Straße zeitweilig blockiert, zudem kollidierten, bedingt durch die Kurve, weitere Fahrer, wie uns Franco Adamo vom Team Strassacker mitteilte.

ImageIhm wurde durch einen Fahrer, der nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte, das Hinterrad beschädigt, so dass er das Rennen nicht beenden konnte. Alle Fahrer hinter dem Sturz mussten ihre Siegesambitionen begraben, das Loch zur Spitzengruppe konnte nicht mehr geschlossen werden. Bei der ersten Zieldurchfahrt bestand das Peloton bereits aus mehreren Gruppen zu 80-100 Fahrer/innen. Verstärkt durch mittlerweile sehr hohe Temperaturen  begann nun ein Ausscheidungsfahren. Für viele Fahrer wurde nun das Rennen auf dem relativ flachen Kurs unglaublich hart. Die Gruppen wurden immer kleiner, mehr und mehr Fahrer/innen waren alleine auf der Strecke unterwegs.

ImageZum Ende der dritten Runde wurden die ersten bereits überrundet. Kurz bevor die Spitzengruppe die 6. Runde in Angriff nahm, verkündete der Sprecher erneut die verkürzte Rennzeit und bat die Fahrer, die den (neuen) nötigen Schnitt nicht erreichten, das Rennen zu beenden. Leider hielten sich nicht alle Fahrer/innen an die Aufforderung, dadurch hatten die Verantwortlichen einige Mühe, ein faires Ergebnis zu erstellen. Einige Fahrer hatten allerdings ihre Ohren nicht auf, dafür aber den Computer im Blick. Und wenn der einen Schnitt von über 32 km/h anzeigt, kann ich doch nicht zu langsam sein. Für die Jedermänner und Jederfrauen ist es auch etwas Neues, aus dem Rennen genommen zu werden. Wie hart das Rennen war, zeigt die Ergebnisliste. Von 528 Startern erreichten zwar 488 das Ziel, allerdings nur 276 in einer Runde. 

Schnelle Sprinter und Solo-Sieger

ImageMichael McManus vom Team Adidas konnte sich wenige Kilometer vor dem Ziel aus einer etwa 50köpfigen Spitzengruppe absetzten und fuhr einen klaren Solosieg heraus. Er beendete das Rennen nach knapp einer Stunde und 53 Minuten mit einem Schnitt von 38,23 km/h. Eine halbe Minute später bog die Verfolgergruppe hinter dem Führungswagen auf die Zielgerade ein. Rund 200 Meter vor dem Ziel ließ noch ein Sturz die Siegesträume einiger Fahrer zerplatzen.

Mit der höchsten Endgeschwindigkeit sicherte sich der Sieger von Leipzig, Thomas Kapuste vom Team Radon Cyclepower, in einem sehenswerten Duell der Sprinter Rang zwei vor Nico Wernicke vom Team Strassacker. Mit dem undankbaren vierten Platz musste sich Velothon-Gewinner Tobias Bosch vom Team VOBA RSV 06 Nattheim begnügen. Nach und nach kamen dann die gestürzten Fahrer ins Ziel. Darunter auch der Führende im German Cycling Cup, Andreas Bollessen und der Dritte Kris, van de Velde.

ImageBollessen verlor durch den Sturz nicht nur die Führung in der Gesamtwertung an Michael McManus, er zog sich auch zahlreiche Schürfwunden zu. Von Trikot und Rennhose war nicht mehr viel übrig, doch Bollessen war froh nicht mehr abbekommen zu haben. “Die Rückenverletzung fühlt sich nicht so schlimm an wie sie aussieht, meine Wade schmerzt zur Zeit dagegen sehr.“ Ohne den Sturz hätte er noch unter die Ersten fahren können. „Im Sprint haben sich die beiden Fahrer vor mir verhakt, da konnte ich nicht mehr ausweichen.

Mit dem Rad konnte ich nach dem Sturz nicht mehr fahren, da bin ich zu Fuß über die Ziellinie, um noch Punkte für die Gesamtwertung zu erhalten.“ Platz 47 war nicht die erhoffte Platzierung, doch die Chancen auf den Sieg im German Cycling Cup sind immer noch gut. Ähnliches gilt für Kris van de Velde, der als 57ster die Ziellinie überquerte und zumindest in seiner Altersklasse die Führung knapp verteidigen konnte. Hinter Michael McManus und Andreas Bollessen liegt nun Nico Wernicke auf Rang drei der Gesamtwertung.

ImageBei den Damen war die Entscheidung einfacher, nicht aber das Rennen. Manuela Haverkamp-Roisch vom Team Lexxi-Teamtrikot24.de setzte sich letztlich klar durch. Sie gewann mit einem Vorsprung von über sechs Minuten vor Jannina Handkammer (Pedalritter.de Göttingen). Weitere vier Minuten später sicherte sich die Würzburgerin Katharina Reitmaier Rang drei. Im German Cycling Cup baute Manuela Haverkamp-Roisch damit ihre Führung aus und gilt nun als Favoritin für die Gesamtwertung. Auf dem zweiten Rang liegt Katharina Reitmaier vor der Kölnerin Beate Zschorlich.

Das Jedermann-Rennen im Rahmen der Bayern-Rundfahrt 2008 war nicht perfekt. Peter Zeiler, der Leiter des Jedermann-Rennens, räumte nach der Veranstaltung Fehler ein: „Im Nachhinein müssen wir uns eingestehen, dass dies, was im Vorjahr in Fürth so hervorragend geklappt hat, heuer gründlich daneben ging. Bereits gleich nach der Veranstaltung haben wir eine Reihe von Unzulänglichkeiten notiert, die im nächsten Jahr nicht wieder vorkommen werden.“

ImageDas Team der Bayern-Rundfahrt ist bekannt für eine perfekte Organisation. Dass es beim Jedermann-Rennen in diesem Jahr nicht wie gewohnt ablief, ärgert den Veranstalter ganz besonders. Wer Ewald Strohmeier und Peter Zeiler kennt, kann sicher sein, dass sich das Jedermann-Rennen im kommenden Jahr zum 30jährigen Jubiläum der Bayern-Rundfahrt von seiner besten Seite präsentieren wird. (ws)

www.bayern-rundfahrt.com
www.cycling-cup.de

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