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X-Hardt ? eine Idee schl?gt ein
Samstag, 31. Mai 2008
ImageEinen Tag vor der Premiere des Velothon in Berlin veranstaltete das Kölner Triathlon-Team 01 e.V. (kurz KTT 01),  in Kooperation mit der MTB-Abteilung den 1. X-Hardt. Beim X-Hardt sind jedoch keine Straßenräder oder Zeitfahrmaschinen gefragt, hier geht es auf dem Mountainbike auf einer sorgfältig ausgewählten Strecke durch den Wald. Doch kann man Hobby- und Jedermann-Rennen auf der Straße überhaupt mit einem MTB-Rennen vergleichen?

Wenn wir uns die Ergebnisse der Jedermann-Rennen aus den letzten Jahren ansehen, stehen in den Siegerlisten nicht nur Straßenfahrer. Triathleten und MTB-Fahrer sind dort in großer Zahl vertreten. Zum Beispiel Thomas Wickles, 2007 startete er bei zwei Jedermann-Rennen der T-Mobile Cycling Tour und gewann beide. Auch Tilo Breuer, der Führende des Germann-Cycling-Cup nach den beiden ersten Rennen, kennt sich im Gelände sehr gut aus.

Die MTB-Szene ist durchaus reizvoll. Vieles erscheint lockerer und selbstverständlicher. Es gibt anscheinend keine Berührungsängste zwischen Hobby-Fahrern und Lizenzfahrern. Viele Fahrer der Elite-Klasse auf der Straße belächeln die Jedermänner höchstens und schimpfen, wenn sie im direkten Vergleich geschlagen werden. Die erste Europameisterschaft für MTB-Hobby-Fahrer wurde von einem Lizenzfahrer ins Leben gerufen. Michael Bonnekessel, der Deutsche Meister in der Klasse Master 1, veranstaltet die „1. European Challenge of Mountainbiking“ in Pracht-Wickhausen im Westerwald eine Woche nach dem X-Hardt.

ImageAuch wenn bei den Jedermännern und Jederfrauen alle Sieger sind, wollen die Hobby-Fahrer ihre Champions ermitteln. Aus diesem Grund gibt es die European Challenge of Mountainbiking für MTB-Sportler und das Race of Champions für die Straßenfahrer/innen.

In der Veranstaltung steckt neben sehr viel Arbeit auch eine Menge Kreativität. 15 Monate dauerte die Vorbereitung des Kölner Triathlon-Team 01 e.V. (kurz KTT 01), der in Kooperation mit der MTB-Abteilung den X-Hardt ausrichtet. Der Name X-Hardt ist eine Kombination. X ist die Abkürzung für Cross, Hardt bezieht sich auf den Veranstaltungsort.

In der gesamten Region Köln/Bonn/Leverkusen gab es bisher keine Startmöglichkeiten für Mountainbiker. 565 Meldungen bei der Premiere zeigten das große Interesse der Fahrer/innen.

ImageAls es in den letzten Wochen vor der Veranstaltung im Waldgebiet Hardt zu ersten unschönen Zusammenstößen zwischen Bikern, Reitern und Spaziergängern kam, reagierte die Orga des X-Hardt sofort und rief auf der Homepage des Rennens dazu auf, das Training auf der Strecke einzustellen. Auch am Renntag wird darauf geachtet, dass der Wald nicht zu sehr unter der Veranstaltung leidet wie Sven Grosser, einer der Organisatoren, erklärt „Die Rennfahrer wie auch die Zuschauer halten sich ausschließlich auf den gekennzeichneten Wegen auf, die auch an normalen Tagen von Spaziergängern genutzt werden. Wir achten darauf, das Waldgebiet in dem Zustand zu verlassen, in dem wir es auch vorgefunden haben.“

Die gut ausgeschilderte Anfahrt zum Rennen überraschte etwas. Eine MTB-Strecke erwartet man mitten im Wald und nicht unbedingt fast im Stadtzentrum. Das Start- und Zielgelände am Kreishaus in Bergisch-Gladbach verfügte über eine ausreichende Zahl von Parkplätzen und war für Zuschauer auch mit öffentlichen Verkehrsmitten gut zu erreichen. Zahlreiche Pressevertreter von Print-Medien, Online Magazinen, Internet TV und sogar von einem bekannten Privatsender interessierten sich für den X-Hardt. Der Besuch lohnte sich für alle.

ImageAuch das Rahmenprogramm stimmte. Neben vielen Angeboten an günstigen Speisen und Getränken lockte vor allem der Expo-Bereich mit 40 Ausstellern aus ganz Deutschland. Hier gab es den nächsten Unterschied zu den Jedermann-Rennen auf der Straße. Die Service-Stationen hatten kaum Arbeit. Das sieht bei den Straßenrädern anders aus:
Egal ob Göttingen, Amstel Gold Race, Frankfurt oder Lohmar. Viele erschienen mit defekten Straßenrädern am Start und fuhren erst einmal die Mechaniker an. Beim X-Hard blieb es meistens bei fachkundiger Beratung. Am Service-Stand der Firma Daume holten sich viele Hobby-Fahrer Tipps zum ersten Start bei einem MTB-Rennen. „Hier ist es nicht so schlimm, wenn mal ein Fahrer stürzt. Auf dem weicheren Waldboden sind schwere Verletzungen seltener als bei einem Straßenrennen“ erklärt Tobias Schiffer, Leiter der Fahrradabteilung bei Daume.

Während die Kleinsten beim fetten Reifen Rennen rund um das Kreishaus den Sieger auf festem Untergrund ermittelten, ging es für den Rest ins Gelände. Erstaunlich war vor allen die hohe Zahl an Hobby-Fahrern, in der MTB-Szene auch Fun-Klasse genannt. Ein Spaß war es für alle Jedermänner, doch der Ehrgeiz, die Konkurrenz zu schlagen, sorgte dennoch für Höchstleistungen aller Teilnehmer/innen.

ImageDie 7,5 km lange Strecke mit 185 Höhenmetern war wirklich durchdacht. Schwierigere Passagen wechselten sich mit leichteren Streckenteilen ab. Hier konnte sich die Kreativ-Abteilung der Orga so richtig austoben. Schon die Namen der wichtigsten Passagen waren wirklich lesenswert. Was sich hinter Bezeichnungen wie La Via d'acqua, Muur van Hardt, Laktatkehre oder Bikeshake verbirgt, wird auf der Internetseite des X-Hardt sehr ausführlich erklärt.

Die Ergebnisse der einzelnen Rennen waren kurze Zeit später im Netz abrufbar.  Neun Klassen, aufgeteilt in Lizenz- und Hobby-Fahrer, dazu noch die fette Reifen Rennen. Eine Menge Informationen, die der Veranstalter im Internet bereitstellt.

Die ersten Straßenfahrer waren beim X-Hardt bereits unterwegs. So zum Beispiel der ehemalige Berufsfahrer Marcel Wüst. Training im Gelände ist für ihn nichts Neues, doch an einem MTB-Rennen hatte er vorher noch nicht teilgenommen. Für Wüst war der X-Hardt eine schöne Abwechslung. Ihm gefiel es gut, wie hier die Kinder spielerisch an den Radsport herangeführt werden, erzählt er uns nach dem Rennen. Christian Uelpenich dagegen, der 2007 die kurze Strecke bei Rund um Köln gewinnen konnte, startete bei den Lizenzfahrern in der Juniorenklasse und belegte dort den zweiten Platz.

Image100 Fahrer bei einem MTB-Event wirken wie 1.000 Teilnehmer eines Straßenrennens. Immerhin sind die Wege schmaler, und zahlreiche natürliche Hindernisse verlangen Aufmerksamkeit und Steuerkunst von den Fahrern und Fahrerinnen. Ab 12:30 Uhr war bis zum frühen Abend immer etwas los in der Hardt. Viele Spaziergänger und Freizeitradler interessierten sich für die Radsportler und wurden so schnell zu begeistertem Publikum. Alle Fahrer wurden angefeuert, egal ob es die Spitzenreiter waren oder die letzten im Feld. Probleme gab es am Veranstaltungstag keine. An mehreren Teilen der Strecken wurden Schilder aufgestellt, die auf das Rennen hinwiesen. Dank gegenseitiger Rücksichtnahme hatten Spaziergänger, Läufer und Radsportler einen schönen Tag in der Hardt.

Natürlich gibt es auch beim Mountainbike Serien für die Hobby-Fahrer. Der Berg-German-A-Cup gehört mit seinen sieben Veranstaltungen zu den drei teilnehmerstärksten Cross-Country-Rennserien Deutschlands. Bereits in der Saison 2007 waren unter den durchschnittlich 300 Startern der Serie auch internationale Gäste aus den BeNeLux-Ländern sowie aus ganz Deutschland vertreten. Durch den Einstieg neuer Hauptsponsoren wird diese Serie in diesem Jahr noch attraktiver.  Beim X-Hardt wurde bereits die höchste Zahl an Meldungen innerhalb des Berg-German-A-Cup notiert. Hier gibt es mehr Informationen zur Serie.

ImageIn Erinnerung bleibt eine durchdachte, sehr gut organisierte Veranstaltung, die mit Sicherheit eine Zukunft hat. Hier wurde die Interessen von Sportlern, Zuschauern und Anwohnern berücksichtigt - und das ist ein Erfolgsrezept. Wer unbedingt etwas Negatives am X-Hardt 2008 suchte, wurde auch fündig. Der Zeitplan geriet durch sehr viele Nachmeldungen ziemlich in Verzug. Im kommenden Jahr wird es nicht so viele Nachmeldungen geben. Die Teilnehmer von 2008 werden nächstes Jahr frühzeitig melden. Es geht doch um den X-Hardt, eine tolle Veranstaltung, die man nicht verpassen sollte. Das Orga-Team um Sven Grosser und Frank Dörich kann schon mal mit den Planungen für 2009 beginnen.

www.x-hardt.de

(ws)
 
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