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Primavera 2008 in Italia - Teil 2
Montag, 2. Juni 2008
ImageDie Mai-Kolumne unseres Radsport-Originals Heinrich Hövel handelte vom Saisonauftakt in Italien, der in dieser Ausgabe seine Fortsetzung findet. Leider gab es Probleme bei der Übermittlung der Bilder. Deshalb hier vor dem zweiten Teil ein kurzer Rückblick auf die letzte Ausgabe mit den dazugehörenden Impressionen. Natürlich auch wieder mit einigen Lektionen „Italienisch für Hobby-Radsportler“

Das Auto wurde problemlos am Dienstag, den 08.04.2008 gepackt, da wir unsere gesamten Urlaubsutensilien wie Adapter-Stecker, Verlängerungskabel, Radiator, Trainings-Rolle, kernige Haferflocken usw. immer in speziellen Taschen und Behältnissen im Keller bereit stehen haben.
 
Anschließend ging es ganz entspannt mit Schnee rechts und links der Autobahn bis Bernau am Chiemsee. Nach 700 km fanden wir in Bernau die ruhige und renovierte Pension Alpenblick vor. Am anderen Morgen ging es nach einem vorzüglichen Frühstück und Foto mit der hübschen Pensionswirtin bei wolkenlosem Himmel weiter in Richtung Süden.
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Die Alpen waren immer noch sehr winterlich verschneit. Was würde uns hinter dem Tauerntunnel und dem Katschbergtunnel erwarten? Es war immer noch Schnee - was sonst wohl? Wir wohnen (wie meistens) in einem Euro Junior APPARTMENT.
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Zusätzlich zum Radtraining habe ich natürlich noch mit meiner Frau Gisela immer wieder Nordic Walking, sowie Gymnastik und Stretching auf der Lagune betrieben.
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In VISNA´ di VAZOLLA "ancora" (wieder) Provincia di Treviso ging es um "medaglia d`oro" und das begehrte "maglia rosa" mit der Aufschrift "Pedale d`Argento".
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Die Premiazione (Siegerehrung) war ein echtes Erlebnis. Als Traguardo Volante (Prämie) gab es 12 L Rotwein + 40 L "terra" (Erde) und für den 3. Platz 12 L Weiswein + "Coniglio bianco vivo" (lebendes weißes Kaninchen).
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Hiermit war die erste Woche bereits erfolgreich verbracht. Leider gab es in den ersten 7, wie auch in den folgenden 8 Tagen, fast täglich Regenschauer. Die "Gare" (Rennen) liefen aber erfreulicherweise immer "Mezzogiorno" (um die Mittagszeit) bei trockener Fahrbahn ab. Petrus muss wohl Radsport-Fan sein.

Das Fernsehen bringt im Radsport-Land Italien natürlich täglich Berichte zu allen Radsport-Aktivitäten. Nicht nur die bekannten harten Klassiker und die großen schweren Landesrundfahrten, sondern auch die "Grand-Fondo" (Jedermann- Rennen ganze Strecke) oder "Mezzo-Fondo" (Jedermann-Rennen halbe Strecke) werden intensiv mit den wissenswerten Hintergrund-Informationen dem Zuschauer präsentiert.

Ganz interessant sind auch die Begründungen der vielen privaten Sponsoren, die ohne Werbung für eine Firma "per esempio" (zum Beispiel) die Medaglia d`Oro (Goldmedaille) für die Sieger "per tutte le Categorie" (für alle Renn-Klassen) stiften.

Hier hört man, dass Radsport - weil es ein echter Sport ist - enorm zu fördern sei.
Die Leistung zählt - egal ob Alt oder Jung. Die "Passione" (Leidenschaft), mit der Rennen und Training bestritten werden, wird bewundert. Über das leidige Thema Doping wird kein Wort verloren. Die südländische Gelassenheit zu den Dingen und die Freude am Radsport haben absolut den Vorrang.

ImageNach einer Woche intensivem Training mit Strecken bis 117 km ging es nach
CASUT DI FONTANAFREDDA der Provincia Pordenone. Mein treuer Freund Sergio
Camon (Ex-Campione Italiano 1994 der Federation UDACE) siegte mit weitem Vorsprung. Bei meiner 20-km-Verfolgung im Alleingang - damit ich keine Konkurrenz ranschleppte - hatte ich mich wohl übernommen. Auf den vierten Platz konnte ich mich gerade noch retten. Hauptsache einer von uns zweien hatte gesiegt.

Am nächsten Tag stand CASTAGNOLE DI PAESE der Provincia Treviso auf dem Programm. Die große Mannschaft von PINARELLO mit starken Fahrern galt es bei ihrem Heimrennen zu schlagen. Sergio und meine Mannschaft von De Luca hielten das Feld zusammen. In der vorletzten Runde kommt es doch zu einer 10-köpfigen Spitzengruppe. Ich halte mich zurück, bis wir im Feld ca. 15 Sekunden Rückstand haben und spurte mit einem Gewaltantritt in die Spitzengruppe. Danillo Zandarin bremst im Feld für uns.

Sergio und Marcello Berto warten vorne schon auf mich. Auf mein Zurufen: dai Sergio - zieht "il treno" (der Zug) die letzte Runde bis 300 m vor die Zielkurve voll durch. Jetzt übernimmt Macello (Ex-Campione Provinciale Veneto) und zieht mir die letzten 400 m den Sprint an. Meine Arme gehen wie ferngesteuert in die Höhe - endlich wieder "Vincitore" (Sieger) – Sergio Dritter - Marcello Fünfter.

Ich stoppe nach einer Ausroll-Runde bei meinem Sponsor Lorenzo de Luca. Er  hält wie immer diverse Getränke bereit. "Oggi funtionata la squadra" (heute funktionierte die Mannschaft) schießt es aus meinem Mund. Er gratuliert mir und sein bekanntes Lächeln macht uns auch sehr zufrieden. Den u. a. gewonnenen Schinken werden wir bei einer der nächsten gemütlichen Abende genüsslich verzehren.  Hier meine Werte:
Sa 19.04. 66 km 40,0 km/h 59,9 max. S-Wind 21-26 Grad 180 Watt 460 max. Watt
So 20.04. 56 km 42,0 km/h 58,1 max. S-Wind 24-37 Grad 220 Watt 460 max. Watt

Was nach meinem Sieg noch alles passierte - von der Adria nach Padua - mit dem Wohnmobil zu den Rennen - wellige Kurse bis 15 % Steigung - 1. Etappe am Gardasee in Rivoli di Veronese nur rauf und runter - mit 87 kg im Führungstrikot - und wie die Form in Deutschland bei den Masters-Tagen im Osnabrücker Land zu Erfolgen führte, werde ich in der nächsten Ausgabe berichten.

Ciao - euer Enrico
 
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