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Gerolsteiner Tour-Festival 2008
Samstag, 31. Mai 2008
ImageDass die Eifel ein beliebtes Ausflugsziel ist, zeigte bereits die Anfahrt zum Gerolsteiner Tour-Festival. Schon die ersten Züge am Wochenende in die Eifel um 6:00 Uhr früh waren mit Radfahrern und Wanderern gut gefüllt. Freitag und Samstag nutzten auch einige Teilnehmer des Tour-Festivals diese Anreisemöglichkeit.

Immerhin liegen Start und Ziel unmittelbar am Bahnhof in Gerolstein. Am Sonntag bestand diese Möglichkeit jedoch nicht, der erste Zug traf erst nach dem Start des Sport-Marathons in Gerolstein ein. Schade, dass so viele Radler und Wanderer nicht in Gerolstein ausstiegen, es hätte dieser tollen Veranstaltung zu einem würdigen Rahmen verholfen.

Das sportliche Programm bot für jeden etwas. Vom Kids-Race in vier Altersklassen für die Nachwuchssportler bis zum fassettenreichen Programm für die Großen mit Einzel- und Mannschaftszeitfahren, Sprintrennen und Sport-Marathon. Ein buntes Rahmenprogramm sorgte dafür, dass es niemandem langweilig wurde. Egal, ob Sportler/in oder Begleitung, es war immer was los im Zentrum von Gerolstein. Das einzige was fehlte, waren ausreichend Zuschauer.

Freitag 16. Mai – JEANTEX Einzelzeitfahren

Bereits um 12:00 Uhr wurde die Radsportmesse mit zahlreichen Ausstellern eröffnet. Auch wenn die Ausstellungsfläche etwas kleiner als im Vorjahr war, es gab wieder genug zu sehen und zu testen. Unterstützt wurde die Messe durch Aktionen auf der großen Tribüne, auf der auch die Siegerehrungen durchgeführt wurden. Der sportliche Teil begann kurze Zeit später mit der Möglichkeit, an einer geführten Tour rund um Gerolstein teilzunehmen. Die Touren wurden alle drei Tage von ortskundigen Tour-Guides mit Streckenlängen von 40 – 75 Kilometer angeboten. Genau das Richtige für Freizeit-Sportler, die ohne Druck die Gegend erkunden wollten.

Hattrick für Günter Höllige

Um 15:00 Uhr wurde dann das Einzelzeitfahren gestartet. 233 Fahrer/innen starteten in fünf Klassen über den 31,7 Kilometer langen Kurs, der mit 680 Höhenmetern ein anspruchsvolles Profil bot. Wie in den Vorjahren begann das große Zittern mit der Wetterprognose. Das Tour-Festival hätte endlich mal ein sonniges Wochenende verdient. Doch obwohl das Wetter 2008 deutlich besser war als in den beiden ersten Jahren, blieben nicht alle Teilnehmer/innen von Regenschauern verschont.

Im Rennen der Damen stellte Maggie Gerhardt vom LeXXi Team Trikot24.de ihre gute Form erneut unter Beweis. Nach ihren Erfolgen beim Race of Champions (Rundstreckenrennen) und der Lohmar-Challenge (Straßenrennen) in der Vorwoche, gewann die Alleskönnerin nun in ihrer Spezialdisziplin, dem Zeitfahren. Annette Kolf, ebenfalls LeXXi TeamTrikot24.de, sicherte sich Platz zwei vor Martina Höllige vom Team Strassacker.

Bei den Männern siegte Günter Höllige vom Team Strassacker erneut nach 2006 und 2007. Die Glückwünsche zum dritten Sieg in Folge ließ er jedoch nicht unkommentiert. „In meiner Altersklasse Masters war ich zum dritten Mal der Schnellste. Das ist richtig und darüber freue ich mich sehr. Allerdings gab es 2006 mit Johannes Fröhlinger jemanden, der in der Wertung aller Fahrer ein wenig schneller war“, erklärte der Sieger des Zeitfahrens lächelnd gegenüber Challenge-Magazin.com.

Johannes Fröhlinger unterschrieb übrigens im Herbst des Jahres 2006 einen Profivertrag beim Team Gerolsteiner und überzeugte gerade beim Giro d' Italia, wo er auf der 5. Etappe immerhin den zweiten Platz belegen konnte.

Zweitschnellster Fahrer 2008 wurde Andreas Ruitishauser aus der Schweiz vor Michael Kohnen aus Luxemburg. Alle Ergebnisse der einzelnen Klassen sind auf der Website des Veranstalters zu finden.

Samstag 17. Mai – Canyon Teamzeitfahren, Tour-Junior Race und Sprintrennen


Gleich drei Disziplinen standen am Samstag auf dem Programm.
Los ging es mit dem Canyon Teamzeitfahren, eine besondere Herausforderung für die Starter/innen. Immerhin musste man nicht nur möglichst schnell 30,6 Kilometer mit 305 Höhenmetern hinter sich bringen, man musste auch teamorientiert fahren. Denn erst beim dritten Fahrer wurde die Zeit genommen. So richtig hatten das auch im dritten Jahr des Gerolsteiner Tour Festivals nicht alle Fahrer verstanden.

ImageGewertet wurde in drei Kategorien. 90 Mannschaften, unterteilt in Herren, Damen und Mixed-Teams zu je vier Fahrer/innen ermittelten ab 12:30 Uhr ihre Sieger. Bei den Herren führte das Team Strassacker lange Zeit mit deutlichem Vorsprung, wurde dann aber doch noch geschlagen. Sieger wurde das Team „Vier für Ernst“ mit vier Zeitfahrspezialisten um den amtierenden Master-Weltmeister im Zeitfahren, Jens Volkmann, der 2006 auch bei der Jeantex Transalp siegte. Das Team Strassacker belegte wie im Vorjahr Platz zwei, Dritte wurde die Mannschaft von LeXXI Team Trikot24.de.

Das Teamzeitfahren der Frauen wurde zu einer klaren Angelegenheit für die Mannschaft LeXXi Team Trikot24.de. Dabei sah es zu Beginn nicht nach einem Erfolg aus. Ein technisches Problem an einem Hinterrad schien der Sieg in weite Ferne zu rücken. Doch das Team um Mechthild Gerhardt schaffte es dennoch, alle anderen Mannschaften hinter sich zu lassen. Auf der Teamseite beschreibt Mechthild Gerhardt lesenswert das Tour-Festival aus ihrer Sicht. Zweite des Zeitfahrens wurden die Frauen des SSF Bonn Tria-Damen vor dem Team MUH/Tri-PostTrier.

Unterschiedliche Vierer

In der Mixed-Kategorie setzte sich das Team Stock vor der gemischten Mannschaft von Strassacker und dem Team von Radsport Sieber durch. Hier startete auch das ausrichtende Tour-Magazin, kurzfristig verstärkt durch Event-Sprecher Stefan Schwenke. Sie gehörten zu den wenigen Mannschaften, die auch komplett im Ziel ankamen. Ein guter fünfter Platz  war die Belohnung.

ImageDie einzelnen Mannschaften zu beobachten war sehr interessant. Während man bei den schnelleren Teams Wert auf Geschwindigkeit und Technik legte, sah das Ganze bei den Fun-Teams schon anders aus. Einige Mannschaften legten besonderen Wert auf das gemeinsame Ankommen. Über eine gute Platzierung oder eine Verbesserung der Zeit wurde sich zwar jedes Mal gefreut, es war aber nicht so wichtig.

Viele Fahrer kamen auch solo ins Ziel. Allerdings nicht, weil sie ihre Arbeit erledigt hatten und das Tempo nicht mehr mitgehen konnten, sondern weil auf den letzten Kilometern der Ehrgeiz über die Logik siegte und sie schneller waren als ihre Teamkameraden.

ImageEinige versuchten sogar, sich auf der Strecke an Teams anzuhängen von denen sie überholt werden. Dabei hatten sie vollkommen vergessen, dass ja die Zeit des dritten Fahrers einer Mannschaft für die Platzierung genommen wird. Aber das macht diese Veranstaltung aus. Eine wirkliche Jedermannveranstaltung, hier waren alle vertreten und hatten viel Spaß.  

ImageNach den Siegerehrungen, bei denen auch Gerolsteiner Profi Tim Klinger tatkräftig mitarbeitete, kam der Nachwuchs zu seinem Recht. In vier Klassen starteten insgesamt 150 Mädchen und Jungen zwischen sechs und 15 Jahren auf einem Rundkurs durch das Zentrum von Gerolstein. Lediglich in der Klasse 14 – 15 Jahre konnten sich deutsche Fahrer durchsetzen, bei den jüngeren dominierte der Nachwuchs aus Luxemburg und Belgien. Alle haben sie ihre Finischer-Medaille und die Urkunde verdient und präsentierten diese anschließend voller Stolz.

ImageZum Abschluss des langen Renntages starteten 34 Fahrer zum Sprintrennen in zwei Vorläufen auf dem 2,5 Kilometer langen Kurs durch das Zentrum, auf dem vorher die Kinder unterwegs waren. Im Finale der 20 Besten setzte sich dann Lokalmatador Michael Schenten vom RSC Prüm vor Norbert Seewald (Team Radon) und dem Tschechen Zdenek Peceny durch.

Sonntag – Sport-Marathon

Wie eingangs erwähnt ging es am Sonntag bereits früh los. Um 8:00 Uhr erfolgte der Start zum 3. Gerolsteiner Sport-Marathon über 204 Kilometer. Zusätzlich wurden noch kürzere Strecken über 52, 119 und 161 Kilometer angeboten. Komplett gesperrte Straßen, Zeitnahme und Platzierung für alle Fahrer/innen, aber keine RTF-Punkte. Ein perfektes Jedermann-Rennen also. Fast perfekt, denn zum Start gab es wieder das typische Wetter. Erneut mussten die Fahrer mit Nieselregen vorlieb nehmen, Sonne war ihnen nicht vergönnt.

In das Starterfeld der üblichen Teilnehmer eines Jedermann-Rennens reiht sich beim Gerolsteiner Tour-Festival auch schon mal der eine oder andere Berufsfahrer. In diesem Jahr waren es Fabian Wegmann und Tim Klinger vom Team Gerolstein. Unterstützt wurden sie von ihrem Teamchef Hans-Michael Holzer. Mit der Startnummer 1, der ersten Startnummer nach 35 Jahren, startete er auf der  52 km Strecke, wo er immerhin den 6. Platz in der Kategorie Grandmaster belegen konnte. Hier jetzt alle Sieger und Siegerinnen der einzelnen Rennen aufzuführen würde zu lange dauern. Wie bei allen anderen Rennen auch gibt es die ausführlichen Ergebnisse auf der Internetseite des Veranstalters.

ImageMaggie zum dritten

Einige Namen sollten aber schon genannt werden. Da wäre zum einen Stefan Mistler vom Team Stenger. Er konnte seinen Vorjahressieg über die Distanz vom 204 km wiederholen.

Mit rund fünf Minuten Vorsprung schaffte er das Double. Auch die Siegerin der Damenklasse über 204 km war keine Unbekannte. Nach ihren Siegen im Einzelzeitfahren am Freitag und Teamzeitfahren am Samstag schaffte Mechthild Gerhard auch am dritten Veranstaltungstag den Sprung auf den obersten Podestplatz. Eine eindruckvolle Vorstellung der sympathischen Kölnerin. Auch der Sieger des Einzelzeitfahrens der Männer trug sich noch einmal in die Siegerliste ein. Günter Höllige vom Team Strassacker war über 161 km nicht zu schlagen. Am Sonntag sorgte das Team Strassacker für einige Schlagzeilen. Immerhin konnten sie mit Marc Leichner über 116 km und Jürgen Grauschopf über 52 km zwei weitere Rennen für sich entscheiden. Allerdings wurden zwei Siege und ein zweiter Platz nicht gewertet. Was war geschehen?

ImageIm Finale über 52 km fuhren Holger Koopmann und Marcus Stegmaier gemeinsam jubelnd über das Ziel. Als dann noch Jürgen Grauschopf als dritter und Franco Adamo als Zwölfter über die Ziellinie fuhren, war die Freude natürlich groß. Besonders als dann Martina Höllige als erste Frau ins Ziel kam. Doch Koopmann, Stegmaier und Martina Höllige wurden von der Jury nicht gewertet, weil sie eine kürzere Strecke gefahren waren als gemeldet. Damit waren die betroffenen Fahrer/in natürlich nicht einverstanden, wie uns Holger Koopmann erklärte:
„Am Freitag wollte ich ummelden, da ich mich nach einer Erkrankung noch nicht wieder fit genug fühlte um eine größere Strecke zu fahren. Da wurde mir gesagt, dass es kein Problem sei auch während des Rennens auf eine kleinere Strecke zu wechseln. Nun sollen wir aus der Wertung genommen werden, das ist doch nicht in Ordnung“

Nach einer längeren Diskussion entschloss sich die Organisation die offiziellen Regeln einzuhalten und die Fahrer nicht zu werten. Aus Respekt vor der Leistung der drei wurden sie jedoch ebenfalls auf die Bühne gebeten und mit einer Sonderehrung bedacht.

Ein salomonisches Urteil.

Den guten Eindruck einer abwechslungsreichen Veranstaltung konnte das Missverständnis nicht zerstören. Das Gerolsteiner Tour Festival ist von Idee und Umsetzung, was das Sportliche betrifft, eine sehr gute Veranstaltung. Leider lässt die Zahl der Zuschauer zu wünschen übrig. Da ist nicht nur der Veranstalter gefragt. Bei allen Veranstaltungen mit großen Zuschaueraufkommen finden auch Aktionen der Städte und Gemeinden statt. Warum steigen Wanderer und Freizeitradler in Geroldstein um, aber nicht aus?

ImageAch ja, das Wetter. Auch wenn es wieder nicht funktioniert hat mit dem Sonnenschein beim Gerolsteiner Tour-Festival. Der guten Stimmung bei den Teilnehmern tat das keinen Abbruch und da es jedes Jahr weniger regnet, dürfte es im kommenden Jahr trocken bleiben.

ws
 
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