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Tour de Energie ? von der Sonne verw?hnt
Mittwoch, 30. April 2008
Haverkamp-Roisch und Breuer Spitzenreiter im German Cycling Cup

ImageIn den Vorjahren wurde die Tour d´Energie in Göttingen im Rahmen der Internationalen Niedersachsen- Rundfahrt ausgetragen. Für 2008 wurde die Profi-Rundfahrt abgesagt, doch das hielt die Veranstalter der Tour d´Energie nicht davon ab, das Jedermannrennen durchzuführen. Eine gute Entscheidung, wie der Erfolg der Veranstaltung zeigt.

Es scheint der neue Trend zu werden, Jedermannrennen auszurichten ohne dass ein Profirennen damit verknüpft ist.

Sicher, es waren etwas weniger Zuschauer auf der Zielgeraden als im vergangenen Jahr bei der Ankunft der Berufsfahrer, doch eine Geisterkulisse war es wahrlich nicht. Bereits beim Start feuerten viele Zuschauer die Teilnehmer an. Im Ziel sorgte neben den Sportlern vor allem das traumhafte Wetter für eine wunderbare Stimmung bei der Ankunft der Jedermänner und Jederfrauen. Das Jedermannrennen wurde in Göttingen gut angenommen.

ImageOrganisation

Hier könnte man die Beurteilung aus dem Vorjahr übernehmen. Die Informationen auf der Internetseite des Veranstalters waren hervorragend, das Frühstück wurde von vielen Fahrer/innen gerne angenommen und das Rennen war sehr gut geplant. Auch 2008 müssen sich alle übrigen Veranstaltungen an Göttingen messen, doch leider gab es erneut einen kleinen Schönheitsfehler. Doch dazu später mehr.

Eine Welle von Nachmeldungen brachte das Teilnehmerfeld an seine Grenzen. Mit 1.850 Teilnehmer/innen waren alle Startplätze ausverkauft. Das lag sicherlich auch am Wetter. Göttingen scheint einen guten Draht nach oben zu haben. Während die Hobby-Fahrer 2008 eher mit Frostbeulen und Roststellen zu kämpfen hatten, musste man sich bei der Tour d´Energie vor Sonnenbrand schützen. Schon am Start lag die Temperatur deutlich über 10 Grad, im Ziel waren es dann 20. Ein traumhaftes Frühlingswetter.

Pünktlich um 10:45 erfolgte der Start. Es dauerte gut 15 Minuten bis alle Fahrer/innen unterwegs waren. Zahlreiche Polizeimotorräder vor, sowie Krankenwagen hinter dem Feld sicherten die Teilnehmer/innen ab. Überraschend waren viele Defekte bereits am Start oder kurz dahinter. Sicherlich kommen Defekte vor, dennoch schienen nicht alle Fahrer ihr Material vor dem Start überprüft zu haben. Das sollte jedoch im eigenen Interesse und aus Rücksicht auf die Mitstreiter kein Thema sein.

ImageAm Ende der Neutralisation wurde auf beiden Strecken sehr hart gefahren. Immerhin stand bereits vor dem Start fest, dass es sowohl bei den Frauen wie auch bei den Männern keine Titelverteidigung geben würde. Die Vorjahressieger/innen waren entweder nicht am Start oder auf einer anderen Strecke unterwegs als im Vorjahr.

Duelle Alt gegen Jung
Erneut standen zwei Routen zur Auswahl. Die Teilnehmer/innen der 85 km Strecke starteten zuerst, aufgeteilt in mehrere Startblöcke. Am Ende der Neutralisation mischten sich dann benachbarte Startblöcke sehr schnell. An dieser Stelle legten viele Fahrer den Grundstein für eine gute Platzierung in den Altersklassen.

ImageAlle Fahrer/innen, die sich für die Route über 42 km entschieden hatten, starteten gemeinsam wenige Minuten hinter dem letzten Block der 85 km-Tour. Auch hier teilte sich das Feld unmittelbar hinter der Neutralisation, die Sieganwärter reihten sich sofort vorne ein. 

Beim Rennen über 42 km wurde die Entscheidung erneut an der Steigung zum hohen Hagen erwartet. Doch dem war überraschender Weise nicht so. Eine kleine Spitzengruppe fuhr den Anstieg fast geschlossen hinauf. Christof Schuck vom Team Radtrikor24/Vermarc Sportswear schildert die entscheidende Phase des Rennens. „Den Anstieg hinauf blieb die Gruppe fast zusammen. Lediglich zwei Fahrer erreichten das Ende der Steigung nicht mit uns. Der erste schien einen Defekt zu haben und der zweite Fahrer stürzte leider. Oben auf dem Plateau angekommen attackierten zwei Fahrer, wir haben nicht gekontert und dann waren die beiden weg. Wir haben sie bis zum Ziel nicht mehr erreicht“

ImageDie beiden, das waren der 55-jährige Gerhard Hack vom Team Radon-Cyclepower, sowie der halb so alte Stefan Arndt. Gerhard Hack schildert uns das Finale. „Am Ende der Steigung zum hohen Hagen trat Stefan Arndt plötzlich an. Ich war der einzige, der die Lücke schließen konnte und so kamen wir zu zweit ins Finale, wo ich mich im Sprint durchsetzten konnte.“

Hier siegte die Erfahrung also über die Jugend.
Eine halbe Minute später sprintete eine 11-köpfige Gruppe um Platz drei. Hier hatte Heiko Reski vom Team La Bici die schnellsten Beine und sicherte sich den dritten Platz auf dem Podium.

In der nächsten Gruppe, etwa zwei Minuten hinter dem Sieger, befand sich mit Annika Grüber vom Team Agapedia Münsterland auch die erste Frau. Mit vier Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Sylvia Stabel vom Team Radon Cyclepower und weiteren zwei Minuten auf die die dritte, Stephanie Hahn, holte sich Annika Grüber den Sieg. Im vergangenen Jahr gewann sie noch auf der großen Runde, doch zur Zeit laboriert sie noch an einer Verletzung und hatte daher für die kleine Strecke gemeldet.

Die Teamwertung sicherte sich Agapedia Münsterland vor Radon-Cyclepower und Radtrikot24/Vermarc Sportswear.

ImageZu früh gefreut
Die Fahrer/innen des Rennens über 85 km fuhren noch eine zusätzliche Schleife über Hann, Münden und Bramwald. Bis zur Steigung hoch nach Bramwald bestand die Spitze trotz des hohen Tempos noch aus rund 200 Fahrern. Dann begann das Ausscheidungsfahren.

Doch selbst der hohe Hagen konnte den Sprint einer 34-köpfigen Spitzengruppe nicht verhindern. In perfekter Erich-Zabel- Pose riss Jan Niclas Große von den Junioren des TUSPO Weende die Arme auf der Ziellinie hoch. Wie einst Erik Zabel in Mailand wurde er jedoch auf der Ziellinie überspurtet. Tilo Breuer freute sich verdientermaßen wie ein Schneekönig über seinen Sieg. Auf Rang drei sprintete Thomas Kapuste vom Team Radon Cyclepower.

Deutlicher auch hier das Ergebnis bei den Frauen. Manuela Haverkamp-Roisch vom LeXXi Team Trikot24.de gewann ihr Rennen mit einem Vorsprung von über sechs Minuten. Wie bereits 2007 belegten die Dänin Elin Amundsen und Katja Hernold vom TV Kettwig die weiteren Plätze auf dem Podium.

ImageDie Mannschaftswertung entschied das Charity Team Velo-Sport für sich. Zweiter wurde das RegioTeam SF vor Tuspo Weende.

Für die Siegerehrung nahmen sich die Veranstalter sehr viel Zeit. Über eine Stunde dauerte es bis alle erfolgreichen Fahrer/innen der Gesamtwertung und der Altersklassen geehrt wurden.
Neben der Gesamtwertung wurden auch in den einzelnen Altersklassen und in den Mannschaftswertungen jeweils die ersten drei geehrt. Alle Einzelsieger erhielten ein Siegertrikot. Zusätzlich wurden die zeitschnellsten aller Rennen mit einem Sprinttrikot ausgestattet. Bis hierhin war alles perfekt. Leider hatte die Altersklassenwertung einen kleinen Schönheitsfehler.

Die Sieger der Gesamtwertung wurde nach Zieleinlauf gewertet, die Altersklassen nach Nettozeit. Auf diese Wertung wurde auf der Interseite des Veranstalters wenige Tage vor der Tour D´Energie noch einmal hingewiesen, alle Starter konnten sich also darüber informieren.

ImageDoch für einige Fahrer war diese Art der Wertung schon etwas enttäuschend. Hier zwei Beispiele der Folgen dieser Wertung:

Im Rennen über 42 km freute sich Christof Schuck über seinen 5. Platz der Gesamtwertung Männer. Damit war er der erste seiner Alterklasse im Ziel. Sieger der Altersklasse Master 1 wurde allerdings Marko Gundelwein, der den Zielstrich als 11. überquerte. Da er jedoch wenige Sekunden hinter Christof Schuck startete hatte er eine schnellere Gesamtzeit und wurde nach den Regeln als Sieger der Altersklasse Master 1 geehrt. Noch schlimmer erging es dem dritten der 85 km-Strecke.

Thomas Kapuste wurde durch die Nettozeit nur 8. bei den Masters 2, während der Sieger in der Gesamtwertung der Männer Platz 17 belegte.

ImageWer sich also weiter hinten im Startblock aufstellt und dann unmittelbar nach Beginn der Zeitnahme einige Plätze nach vorne fährt, hat bessere Chancen die Altersklasse zu gewinnen. Schade, aus diesem Grund wurden für die Gesamtwertung die ersten 15 auf der Ziellinie gewertet. Sollten die Altersklassen im kommenden Jahr auf die gleiche Art gewertet werden, ist mit noch härteren Positionskämpfen unmittelbar hinter der Neutralisation zu rechnen.

Vielleicht überdenken die Organisatoren diese Wertung aus Gründen der Sicherheit noch einmal.

German Cycling Cup

Nach dem schneebedingten Ausfall von Köln startete in Göttingen der German Cycling Cup.
Die Nachfolgeserie der T-Mobile Cycling Tour hatte es in den letzten Monaten nicht einfach. Viel wurde kritisiert, vor allem der Terminplan mit den teilnehmenden Veranstaltungen stand erst sehr spät fest. Doch so einen Winter wollen alle Radsportfreunde nicht noch einmal erleben und auch für Veranstalter war es eine harte Zeit.

ImageDie ersten Informationen brachten dann einige Überraschungen. Nur noch neun Wertungsrennen, dazu zwei Streichergebnisse und eine neue, faire Wertung für die Altersklassen. Es wurde sehr viel geändert, um den Fahrer/innen die Teilnahme an der Serie aus körperlicher und finanzieller Sicht zu erleichtern.

Was man in Köln schon ahnen konnte, zeigte sich jetzt in Göttingen. Es gibt einen großen Bus im Design des German Cycling Cup. An diesem Bus sind bei jeden Rennen Ansprechpartner der Serie vor Ort. Weiter geht es mit dem neuen Internetauftritt der Serie. Auf www.cycling-cup.de gibt es alle wissenswerten Informationen hierzu. Nach dem Rennen in Göttingen wurden die Ergebnisse blitzschnell auf dieser Seite veröffentlicht. Das macht Lust auf mehr.

ImageFazit: Göttingen war erneut eine Reise wert, bestätigt und legt die Messlatte für folgende Veranstaltungen sehr hoch.
ws


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