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Bei Angela vor der Haust?r
Mittwoch, 30. April 2008
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CM Streckentest auf dem Berliner Velothon

Von Null auf Platz zwei! Schon in der ersten Auflage zieht das Hauptstadtrennen an fast allen Jedermannrennen vorbei auf Platz zwei, gleich hinter den Cyclassics in Hamburg. Veranstalter upsolut eben aus Hamburg gehen das kleine Wagnis ein, ein solches Rennen zu organisieren, ohne dass es nur das Rahmenprogramm zu einem Profirennen stellt, sondern das Jedermannrennen selbst ist der Hauptakt vor einer Kulisse, die an Geschichte und Symbolik wohl kaum zu übertreffen ist.



Der betriebene Aufwand muss enorm sein. Schließlich sperrt man nicht den Hinterhof des Kanzleramtes oder eine Spur der Avus, nein, am 25. Mai steht der Stadtkern von Berlin definitiv still. Der Achterkurs hat alle seine Knotenpunkte im Herzen der Stadt, eigentlich alle bekannten Strassen und Sehenswürdigkeiten werden befahren und/oder passiert.

So als hätten die Planer den guten alten Touristenführer rausgekramt und die Sightseeing-Punkte erst mal alle verbunden. Um Das Rennen nicht zu kurz zu machen, fahren alle Teilnehmer eine weite Schleife um den jetzt beschlossener Maßen dahinscheidenden Flughafen Tempelhof südlich des Stadtzentrums.

Wer mehr als diese 60 Hauptstadtkilometer fahren will, kommt in den Genuss, die Häuserreihen gegen das Ufer des Tegeler Sees zu tauschen. In einem weiten Haken bis nach Hennigsdorf hoch stockt man seine Strecke auf 105 km auf.

ImageDie wunderschöne und spektakuläre Strecke Route wird am Renntag noch um eine Attraktion reicher sein, als beim Test: keine Autos. Kaum vorzustellen, dass da, wo die Tester sich staunend durch Kolonnen von Fahrzeugen schlängelten, nur noch Gleichgesinnte sein sollen.

Beim Test wich das Team sogar hin und wieder auf Gehwege und frei Plätze aus, um nicht im Verkehrsgewühl getrennt zu werden. Das Team bestand bei diesem besonderen Test einmal nicht aus der bekannten Doppelspitze Jan Eric Schwarzer und Timo Dillenberger, sondern aus insgesamt sechs Fahrern.

Kurz nach Bekanntgabe des Test durch die Challenge-Redaktion wollte sich Veranstalter upsolut auch ein letztes Bild von der Strecke machen und reihte sich mit PR-Mitarbeiter und Rennradfahrer Hendrik Heinz in die Truppe genauso ein, wie die Charlottenburger Rennradamateurin Caro Kerschner, die vom CM gleich als Biketesterin zweckentfremdet wurde.

Die Highlights des Sextetts stellten aber ohne Zweifel Gerolsteinerprofi Carlo Westphal, der wegen Krankheit nicht an der Tour of Georgia teilnehmen konnte, und stattdessen den Stadtführer und Rennradexperten gab. Carlos Eltern wohnen in der Nähe von Berlin. Den guten Ton in die Truppe brachte Christoph Hartmann.

ImageDer ist nicht nur Oboist bei den Berliner Philharmonikern, sondern entwirft und vertreibt eine eigene Rennradlinie unter dem Namen „Pasculli“ in einem Laden in Berlin, an dem er außerdem noch beteiligt ist! Und auch wenn er aus verständlichen technischen Gründen icht selbst im Bild ist, sei zu erwähnen, dass die Bilder der Tour vom offiziellen Fotografen der Deutschlandtour Tino Pohlmann stammen.

Der Rennradfanumschwirrte die Streckentester stets auf seinem Cannondale, die schwere Fototasche stets über der Schulter. Gerüchteweise war diese am Abend wundgescheuert!

Aber zur Strecke: Der Velothon ist keine Tortour wie das Amstel oder der Henninger Turm. Rollen, staunen, genießen heißt das Motto. Natürlich laden für die Rennpferde unter den Jedermännern die breiten und gerade Alleen und Boulevards zum Drücken ein. Je nach Windstärke und Richtung wird sich schon nach der ersten Kehrtwende an der Spree kurz vorm Alexanderplatz eine lange Einerreihe bilden.

Dass der Start auf der Straße des 17 Juni bei 10.000 Rennern Konzentration und Rücksicht erfordert, versteht sich von selbst. Als wäre das Brandenburger Tor am Start nicht schon sehenswert genug gewesen, folgt nach angesprochener 180° Wende gleich das nächste Hochgefühl. Nicht auszudenken, wie viele Zuschauer bei gutem Wetter entlang dem Potsdamer Platz und dem berühmten Ku’damm stehen werden.

ImageUnd Carlo Westphal und  Stehermeister Jan Eric Schwarzer kommt es wie aus einem Munde: „Hier werde einige überpacen!“ Damit meinen sie sicher, dass viele sich von der guten Stimmung zu mehr hinreißen lassen werden, als es ihr Körper vorsieht! Zumindest kann bei dieser Menge an Startern fast jeder sicher sein, dass hinter ihm noch einer kommt, mit dem er mitfahren kann, außer für den allerletzten, der sollte in der Tat mit seinen Kräften haushalten.

In Verlängerung des Kurfürstendamms folgt die nicht minder prunkvolle Königsallee. Auch wenn man zwischendurch immer wieder mal das Gefühl hat, Berlin langsam zu verlassen, das sind immer nur grüne Streifen zwischen den vielen Stadtkernen der Berliner Bezirke. Also Konzentration bitte immer schön oben halten. In diesem Bereich der Hauptstadt sind leider noch viele Gleise oberirdisch verlegt.

An sich nicht so schlimm, laufen sie jedoch auf einigen Abschnitten parallel zur Fahrbahn oder gleich mitten drauf. Für Profi Westphal kein Problem, sieht aber nicht nur er das als Hauptgefahrenpunkt für die Amateur- und Hobbysportler an. Zum Glück kann Hendrik Heinz von upsolut gleich beruhigen, das Problem sei bekannt und würde abgestellt.

Ob Taue in die Furchen gelegt werden, Gummimatten darüber kommen oder der Teil der Fahrbahn einfach abgesperrt werde, stehe noch nicht ganz fest. Aber gut zu wissen, dass die Laufradfallen bekannt sind.
Laut der Anzeige des Navigationsgerätes verläuft der Velothon teilweise auf den Fahrstreifen der Gegenrichtung, also nicht erschreckt wenden, da wo alle lang fahren – hinterher, Und wenn Sie alleine sind, Glückwunsch, Sie führen!

ImageAbsetzen wird sich nach Meinung aller hier erst mal keiner. Nach Überquerung der A113 – hier folgen zwei schnelle Kurve, also nicht zu viele Fahrer nebeneinander – schlägt die Strecke Richtung Norden um und führt durch den Treptoer Park zum zweiten Mal ins ehemalige Ostgebiet.

Die Route macht hier extra einen Haken, um wenigstens etwas Spreeluft zu schnuppern. Am ehemaligen Grenzübergang nur für Westbürger Prinzenstr. Vorbei nimmt das Feld Kurs auf den berühmten Alex – den Alexanderplatz. Die Strecke macht hier zwar einige Schlenker, aber die Strasse ist breit genug, um mit drei Fahrern voll durchzufahren. Blick hoch und rechtzeitig einordnen!

Jetzt heißt es noch mal das Trikot zu recht gezogen und anständig hingesetzt, nein kein Zielfoto, es geht bei Kanzlerin Angela vorbei. An der Stelle schlägt die Stunde von allen, die wie Tester Schwarzer und Profi Westphal über eine gute und mutige Kurventechnik verfügen. Mehrere 90° Haken, neuer Belag, frei Sicht, und kein Gegenverkehr – und schon dürfen nicht nur die Fahrer sondern auch die Pneus ihre Hartnäckigkeit beweisen.

Die Kurzstreckler dürfen sich durch den Tiergarten schon mal langsam links einsortieren, sie werden gleich scharf links auf die Zielgerade abgeleitet. Für alle Anderen beginnt jetzt der grüne Teil der Runde. Die Strassen bieten zwar immer noch Platz für drei Schwertransporte nebeneinander, aber in der Peripherie rauscht das Naherholungsgebiet rund um den Tegeler See vorbei.

ImageNatürlich ist auch der Flughafen nicht weit. Mehr freie Fläche heißt im Allgemeinen auch mehr Wind, aber die Einheimischen sagen, dass sein überraschender Weise nicht so. Sollte das stimmen, werden die Ersten hier richtig Schnitt machen können. Und die Genießer können noch mehr genießen!

Ein guter Hinweis kam an dieser Stelle von Radtesterin Carolina und Oboist Hartmann. Denen war auf der ganzen Strecke aufgefallen, wie viel Sand und Dreck durch die Strassen geweht wird, in der Innenstadt noch mehr als hier draußen in Tegel. Sie raten jedem Teilnehmer, ganz gleich bei welchem Wetter, eine Brille zu tragen, die die Augen schützt. An sich genauso eine Selbstverständlichkeit, wie bei Streckentest einen Helm zu tragen.

Die zwei schwarzen Schafe des Teams sind allerdings zu entschuldigen, Schwarzer ist sein Helm bei einem Bahnrennen am Vortag abhanden gekommen, Christoph Hartmann kam sehr spontan direkt von einer Probe in der Philharmonie und war deshalb nicht vollständig ausgestattet.

Kurz vor der Zitadelle in Spandau knickt der Kurs nach links ab und führt über den Tegeler See wieder zurück Richtung Innenstadt. Sollte tatsächlich eine größere Gruppe um den Sieg kämpfen fällt wohl hier die Entscheidung. Die Strecke überquert die A100 bzw. die A111.

ImageDas bedeutet Brück und das wiederum bedeutet Attacke! Wer hier noch was drauf hat, egal ob Spitze, Mitte oder Ende des Feldes, Vollgas. Das gehört einfach zum Rennen dazu. Da die Strecke parallel zum schon absolvierten Kurs führt, hat man eh schon alles gesehen. Und wer jetzt denkt „Man, da bin doch eh schon platt!“ soll sich selten so getäuscht haben.

Die Tester sind beim Anblick der langen Zielgeraden mit Siegessäule und Brandenburger Tor als Kulisse sicher: „Mit dem Bild vor den Augen, werden denen alle Flügel wachsen, größer als die von „Goldelse“ oben auf der Siegessäule.“ Wie die Kreisverkehre nach dem Ernst Reuter Platz befahren werden, steht bis heute noch nicht ganz fest, aber bei vier Spuren pro Richtung sollte jeder sein Fleckchen finden.

Die Zielankunft muss phänomenal sein. Die drei „Fast-Berliner“ der Truppe kriegen feuchte Hände, wenn sie daran denken, da, wo jeden Tag die Hupe zum wichtigsten Bauteil des Autos avanciert und fast im Pariser Stil gefahren wird, nur mit Gleichgesinnten langzubrettern.

Der Einzige, der nicht in den Genuss kommen wird, ist Gerolsteiner Mann Westphal, da ProTour Fahrer bei Hobbyrennen seit jeher gemobbt werden – und das zu Recht. Es wäre ihm zu gönnen, noch einmal einen herzlichen Dank, dass er sich die Zeit genommen hat! Auch Christoph Hartmann und Carolina Kerschner haben den Streckentest zu einem tollen Erlebnis gemacht und für viele Erkenntnisse gesorgt.

ImageKein Dank gilt Jan Schwarzer und Timo Dillenberger, das ist ihr Job! Die Qualität der Fotos von Tino Pohlmann hat sicher jeder schon bewundert. Und auch schon mal ein Riesenkompliment an upsolut und Hendrik Heinz, Teilnehmererwartungen weit übertroffen, Berlin wird für einen Tag Fahrradstadt!

Allen, die eine Startnummer ergattert haben, Glückwunsch und eine tolle Zeit in Berlin. Das CM Team wird mit drei Fahrern am Start sein! Großer Dank gilt auch Skoda für die Ausstattung der Tester.
Der Anmeldeschluss ist bzw. war leider schon am 1. Mai. Viel Erfolg!

Das Challenge-Magazin Testteam!

http://www.skoda-velothon-berlin.de/index.2.html

www.t-pohlmann.de


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