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Was für ein Finale
Mittwoch, 17. Januar 2018
Matthias John und Jana Drage gewinnen "Dein Rennen" 2018

ImageDas war für Bernd Rennies, den Organisator von "Dein Rennen", dem Jedermannrennen innerhalb der Sixdays Bremen, ein aufregender Abend. Nicht nur weil die Siegerzeiten unter denen des Vorjahres lagen, sondern auch weil plötzlich zwei Fahrerinnen ersetzt werden mussten.


Am Montagmittag, nach dem Tag der Schulen war neben einem öffentlichen Training, auch noch eine Trainingseinheit für die Teilnehmer/innen am Finale von "Dein Rennen" angesetzt. Die Laune war bestens, noch war nicht viel von der Nervosität zu spüren, die sich bei den meisten Aktiven vor dem Finale einstellen würde.

Beim Finale konnte man schnelle Zeiten erwarten. So fuhr der Vorjahressieger Aimo Helbach im Halbfinale eine schnellere Zeit als bei seinem Sieg 2017, konnte sich mit dieser Zeit aber nicht für das Finale qualifizieren. Favorit bei den Männern war Matthias John mit einer 10,00 im Halbfinale. Doch die anderen Fahrer lagen nicht weit zurück, die Tagesform musste über Sieg und Platz entscheiden.

Bei den Frauen erwarteten wir ganz klar eine Wiederholung des Duells aus dem Vorjahr. Karla Sommer und Jane Drage waren im Halbfinale die Schnellsten, nur einen Wimpernschlag voneinander getrennt.

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Autobahnstau verhinderte Titelverteitigung


Karla Sommer war am Mittag noch nicht in der Halle, sie reiste gemeinsam mit Maike Lange am Montagnachmittag zum Finale an. Ähnlich machte es ja Kim Johanna Kohlmeyer, als sie bei ihrem Sieg 2016 auch vor dem Finale noch einmal nach Hause musste. Allerdings hatte sie keinen Stau auf der A1 am Montag. Das Drama nahm seinen Lauf.

Eineinhalb Stunden vor dem Start wurde Bernd Rennies wurde langsam nervös. Er erhielt von Sommer und Lange die Information, dass diese auf der gesperrten A1 stehen, unklar wann sie in Bremen ankommen würden.

Gleich zwei Ausfälle bei den Frauen, damit konnte niemand rechnen. Rennies und der sportliche Leiter Hans-Peter Jakst gaben um 20 Uhr der Ersatzfahrerin Rauthgundis Höschen Bescheid, dass sie vermutlich zum Einsatz kommen würde und sich warmfahren sollte. Zeitgleich nutzten auch Karla Sommer und Maike Lange die Zeit zum warmfahren…auf der gesperrten Autobahn. Sie gaben die Hoffnung nicht auf.

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21 Uhr, 20 Minuten vor dem Start. Bernd Rennies besprach mit der Leitung der Sixdays das geänderte Fahrerfeld von "DEIN RENNEN". Sommer und Lange hatten es nicht rechtzeitig in die ÖVB-Arena geschafft. Es starteten damit nur fünf statt der geplanten sechs Fahrerinnen im Finale. Denn niemand konnte damit rechnen, dass zwei Ersatzfahrerinnen benötigt würden.

Nanja Emde eröffnete mit 12,852 Sekunden für eine Runde auf dem 166,67 Meter langen Lattenoval die Jagd auf das goldene Siegertrikot. Als zweite Starterin fuhr Lokalmatadorin Laura Wiese mit 11,789 deutlich schneller als im Vorjahr und setzte sich damit an die Spitze. Verena Engel und Rauthgundis Höschen konnten diese Zeit nicht schlagen. Nun folgte nur noch Jane Drage.

1,61 Meter geballte Kraft. Jane Drage wurde 2006 U23 Euromeisterin im Sprint und Keirin. Sie gehörte zu den Olympiahoffnungen für 2008, doch ein Sturz 2007 machte alles zunichte. Nach einigen Jahren Radsportpause saß sie 2014 erstmals wieder auf einem Rennrad, 2015 war das Radsportfieber dann wieder da. Im Vorjahr belegte sie Rang zwei und wollte 2018 unbedingt gewinnen.

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Rekordzeiten bei den Männern


Nach dem Halbfinale war klar, dass man mit den Zeiten aus 2016 in diesem Jahr nicht gewinnen konnten. Und tatsächlich, alle sechs Finalteilnehmer unterboten die Siegerzeit des Vorjahres.

Bereits der erste Starter, Marcel Laurenz, sorgte für Aufregung. Als die Zeit des Vorjahreszweiten genannt wurde, blickten sogar Profifahrer Christian Grasmann und seine Kollegen in der Zielausgangskurve auf. 9,984 Sekunden und damit 60,216 km/h. Die schnellste Zeit die in drei Jahren „Dein Rennen“ je gefahren wurde. Was für ein Auftakt. Marius Prunte startete als Zweiter und fuhr mit 10,305 deutlich schneller als im Vorjahr, wo er den dritten Platz belegte.

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Dann startete Matthias John. Als sein Name genannt wurde, ging Christian Grasmann an den Bahnrand. Die beiden kennen sich seit vielen Jahren. Matthias John wurde 1995 erstmals Deutscher Meister im Teamsprint der Junioren. Damit begann eine großartige Karriere, mit den EM-Titeln im Teamsprint 2001 und 2002, sowie der WM-Bronzemedaille 2005 als Höhepunkt. Nach einigen Jahren Radsportpause wollte er in Bremen testen ob es noch geht. Das können wir mit einem großen JA beantworten. Denn er legte eine 9,825 auf die Bahn. 61, 023 km/h. Das bedeutete die Führung.

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Trotz sehr guten Runden konnten die weiteren Starter Tom Hofmfann (10.094), Uwe Stecher (10.250) und Roland Ludwig (10.211) die Zeit von John nicht mehr unterbieten. Uwe Stecher gewann 2016 die Premiere von "Dein Rennen"“ mit einer Zeit von 10,477. Daher war er mit seiner Zeit auch zu Recht zufrieden. Mehr war diesem Tag einfach nicht drin.

Auch Marcel Laurenz nahm seine Niederlage gelassen. „Ich weis genau, wo ich die Zeit gelassen habe“ meinte der Zweite der Jahre 2017 und 2018. Fast eine Sekunde war der Berliner Zahnarzt dieses Jahr schneller und traf nun ausgerechnet auf Matthias John. Aber so ist eben der Sport.

Am Ende waren nicht nur die Finalisten zufrieden. Auch die Qualifikanten äußerten sich positiv. Die Meisten werden wir in der Qualifikation für 2019 wiedersehen. Denn falls nichts Außergewöhnliches passiert, dürfen wir uns auch im nächsten Jahr wieder auf "DEIN RENNEN" im Rahmen der Sixdays Bremen freuen.

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Das Finale in Zahlen:
DEIN RENNEN 2018
Frauen
Platz Name Zeit km/h
       
1 Jane Drage               11.344 52.997
       
2 Laura Wiese                11.789 50.997
       
3 Verena Engel              12.289 48.922
       
4 Nanja Emde               12.852 46.779
       
5 Rauthgundis Höschen 13.211 45.244








Männer
Platz Name Zeit km/h
       
1 Matthias John               9.852 61.023
       
2 Marcel Laurenz           9.984 60.216
       
3 Tom Hoffmann            10.094 59.560
       
4 Roland Ludwig              10.211 58.878
       
5 Uwe Stecher                  10.250 58.654
       
6 Marius Prünte                10.305 58.341

Kritik in den sozialen Netzwerken


Natürlich war vor den Sixdays Bremen klar, dass die üblichen Neider wieder in den sozialen Medien über das Jedermannrennen hetzen würden.

„Jedermänner beim 6 Tage Rennen! Langsam nimmt das überhand.“ Ausgerechnet von einer Rennfahrerin eingetragen, die doch wissen müssten, dass über Frauenrennen bei 6-Tage Rennen ähnlich gesprochen wird. Zum Glück können die Mädels auch in Bremen viele Rennen bestreiten.

Nicht intelligenter sind Äußerungen wie „Das ist doch lächerlich was die da treiben. Was ist aus unserem schönen Sport geworden“ oder „Was hat das mit Nachwuchs zu tun? Das sind erwachsene Menschen.“

2012 wurden die Sixdays Bremen umgekrempelt, um das Rennen zu retten. Jahrelang wurde am Sport- und Unterhaltungsprogramm gefeilt, Kleinigkeiten verbessert, das Sportprogramm erweitert. Die Veranstalter haben für volle Hallen und für spannende Rennen gesorgt.

Liebe Kritiker, ohne diese Veränderungen würde es vermutlich gar keine Sixdays mehr in Bremen geben. Dann hätten nicht nur die Profis weniger Verdienstmöglichkeiten, es gäbe auch keine Frauenrennen, Kein U23 und U19-Cup, Paracycling könnte nicht vorgestellt werden, es gäbe keinen Tag der Schulen, wo der Radsport der Jugend vorgestellt wird. Auch den Bremer Sporttreff, Anlaufstelle für Radsport, Laufen und Triathlon in und um Bremen würde es nicht geben.

Zuletzt – wo können denn heute noch C-Klasse Fahrer oder gar Senioren im Rahmen eines 6-Tages Rennen an Wettbewerben teilnehmen. "DEIN RENNEN" bietet diese Möglichkeiten.

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Wie sagte doch Kirsten Wild, die niederländische Siegerin des Frauen-Omniums bei der Siegerehrung: „Bremen ist der Hammer“. Sie gewann dann einen Tag später, zusammen mit Marit Raaijmakers auch die Premiere im Frauen Madison.

Übrigens, in 357 Tagen, am 10. Januar 2019 fällt der Startschuss zu den 55. Sixdays Bremen. Wer sich schon jetzt seine Eintrittskarte sichert, erhält das Early Bird-Ticket ab 10 Euro.

Mehr zu den Sixdays Bremen gibt es auf essay on the history of television oder auf Facebook.

Weitere Informationen zu „DEIN RENNEN“ findet ihr unter http://rennies-sport-reisen.de
 
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