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12.000 auf dem S?geblatt
Mittwoch, 30. April 2008
Amstel Gold Race

ImageAlle großen Profi-Rennen werden auch für die Hobby-Fahrer veranstaltet. Nicht immer auf den Originalstrecken und zeitgleich mit den Rennen der Top-Fahrer, doch immer mit dem gleichen Flair. Unterschiede gibt es auch in der Durchführung für die Hobbyfahrer. Nicht überall werden Jedermannrennen ausgetragen wie sie in Deutschland üblich sind.

Liebhaber der Frühjahrs Klassiker finden zur Zeit ihr Glück in Belgien und den Niederlanden. Die Flandern-Rundfahrt in Belgien beschreibt Kris Van der Velde in dieser Ausgabe aus der Sicht eines Teilnehmers. Das Amstel Gold Race in den Niederlanden betrachten wir mangels Form des Schreibers dieser Zeilen von draußen.

Toerversie Amstel Gold Race lautet der Titel, was nichts anderes als Radtourenfahrt, kurz RTF bedeutet. Im Gegensatz zu deutschen RTF´s gibt es hier allerdings eine Zeitnahme. Die Regeln der Jedermannrennen kommen hier nicht zum Tragen. Verkehrsregeln müssen eingehalten werden, abgesperrte Strecken gibt es mit Ausnahme des Keutenbergs und einer Fahrspur auf den Cauberg nicht.

ImageDie Toerversie hat noch keine lange Tradition, erst zum siebten Mal führt die Strecke kreuz und quer durch die Region Limburg. Dennoch war die Veranstaltung bereits nach einer Woche mit 12.000 Fahrer/innen ausverkauft. Die Gründe dafür liegen in der Organisation.  Locker aber professionell, so kann man den Ablauf der Veranstaltung am besten beschreiben.

Das Startgeld beträgt beim Amstel Gold Race 25,- Euro. Dafür erhalten die Fahrer neben Lenker- und Rückennummer, gute Verpflegung und eine sehr ausführliche Streckenbeschreibung. Auf der Strecke sind mehrere Verpflegungs- und Servicestationen eingerichtet. An den Servicestationen bringen Mechaniker von Michelin und Shimano lösbare Probleme mit den Rädern wieder in Ordnung.

Für den Fall, dass mit dem Rad alles in Ordnung ist, jedoch der Fahrer einen Defekt erleidet, stehen an den Kontrollstellen auch medizinische Helfer bereit. Zusätzlich bekommen die Teilnehmer eine Liste mit Fahrradhändlern entlang ihrer Strecke. 

ImageAuf der 200 km Distanz sind es zum Beispiel 18 Einträge mit Ansprechpartner, Adresse und Telefonnummer. Eine große Zahl von Streckenposten sorgt für die Sicherheit der Teilnehmer und hält auch meist die Kreuzungen für die Teilnehmer frei, doch das ist nicht immer möglich.

Live Übertragung im Internet

Etwas Besonderes ist sicher auch die Live-Übertragung der Toerversie Amstel Gold Race. Neben dem Start stehen noch auf dem Keutenberg, sowie auf dem Cauberg Kameras. Die Bilder sind den ganzen Tag auf der Internetseite des Veranstalters zu sehen.

Im Streckentest der April-Ausgabe des Challenge-Magazin.com stellten Jan Eric Schwarzer und Timo Dillenberger die 150 km Strecke vor. Hier waren auch die meisten der 12.000 Fahrer/innen unterwegs, etwa ein Drittel entschied sich für die mittlere Tour.

ImageÜber 60, 100, 125, 200 und 250 km führten die übrigen Strecken durch Limburg.

Morgens um 6:00 Uhr ist es noch ziemlich ruhig in Valkenburg. Zwischen 6:30 Uhr und 9:00 Uhr haben die Fahrer/innen der 250 und 200 km langen Strecken ihre Startmöglichkeit. Der Start für die übrigen Strecken ist ab 7:00 Uhr möglich. Nur die Speed-Junkies nutzen die frühe Zeit.

Wer das Ziel hat als erster von der großen Runde zurückzukehren, macht sich jetzt auf den Weg, die übrigen Hobby-Sportler lassen es ruhiger angehen. Einige schlafen noch in ihren Autos, andere trinken erst noch in Ruhe einen Kaffee. Natürlich gibt es auch Fahrer, die gerne starten möchten, aber auf Teamkollegen warten müssen, die noch nicht bereit sind.

Viel Arbeit haben bereits vor dem Start die Service Mechaniker. Zwei bis drei Räder warten immer auf einen freien Helfer. Ein Bild, das sich an den Kontrollstellen wiederholt. Erst nach 8:00 Uhr wird es im Startbereich richtig voll. Jetzt ist es auch wirklich hell und die Temperatur übersteigt die 8 Grad Marke. Wird es heute trocken bleiben? Vom Wetter verwöhnt wurden Veranstalter und Teilnehmer in dieser Saison ja noch nicht.

ImageDie Prognosen sagen trockenes Wetter bis zum späten Nachmittag voraus. Der Strom an startenden Radsportlern scheint nicht zu enden. Zahlreiche große Gruppen in einheitlicher Kleidung reihen sich ein. Zwei Moderatoren begrüßen die Starter/innen und führen zahlreiche Interviews. Erst ab 11:00 Uhr wird es ruhiger am Start.

Die meisten Teilnehmer sind unterwegs, die ersten der 60 und 100 km Strecke sogar wieder zurück. Marieke Boiten startet auch etwas später zu ihrer 60 km Runde. „Ab Mittag stehen die Zuschauer Spalier, da fällt der letzte Kilometer nicht so schwer“ erklärt sie den Neulingen am Start. Bis 13:00 Uhr hat die kleine Runde Startgelegenheit, der Kontrollschluss ist für alle Strecken um 19:00 Uhr

Zum Schluss wird es richtig hart


Im ersten Drittel der 150 km Tour sind außer zwei kleineren Anstiegen kurz nach dem Start, keine Schwierigkeiten eingebaut. Doch auf den letzten 100 km müssen die Hobby-Sportler noch 11 Anstiege bewältigen. Ab dem Kruisberg bei Kilometer 107 treiben anfeuernde Fans und Familienmitglieder die Fahrer nach oben. Schon jetzt stehen die Namen der Profis, die hier einen Tag später vorbeifahren, auf der Straße,

ImageDer Anblick der Rampe des Eyserbosweg schockt viele Fahrer/innen und so steigen hier die ersten Hobby-Sportler ab. Aber nur bis zur Kurve vor der Kuppe, immerhin warten oben Freunde und Bekannte. Da wird mit einem Lächeln vorbeigefahren, auch wenn es noch so schmerzt.

An den Kontrollstellen treffen viele Fahrer/innen auf ihre Begleitfahrzeuge. Einige legen eine Pause ein und berichten von ihrer Form. Wenn die Tagesform nicht so gut ist, bauen einen  Freude und Familie wieder auf. Die meisten Fahrer sind allerdings sehr zufrieden mit sich und der Strecke.

Der Keutenberg spaltet die Teilnehmer dann endgültig. Während er für die einen ganz klar die Krönung der Strecke bedeutet, wünschen sich andere einen dicken Knüppel in der Hand und den Streckenbauer in Reichweite des Knüppels.

ImageDer Keutenberg ist die härteste Prüfung des Tages, darum wurde hier ebenfalls eine Kamera aufgebaut. Und jeder kann die Fahrer leiden sehen. Also, zu Fuß gehen auf jeden Fall vermeiden und nicht daran denken, dass der Cauberg noch folgt.

Der Cauberg wird zur Einbahnstraße umfunktioniert. Die rechte Fahrspur kann weiter mit dem Auto befahren werden während die linke Fahrspur für die Radsportler gesperrt wird.

ImageAls erster den Cauberg hochzufahren ist ok, aber erst ab 13:00 Uhr ist hier richtig was los.
Die Zuschauertribünen sind gut gefüllt und auch entlang der Straße wird es jetzt richtig voll.

Alle Fahrer geben auf dem Schlussanstieg ihr Bestes, auch wenn einige nach wenigen Metern Probleme bekommen. Jeder weiß genau: oben ist es geschafft, die letzte Hürde vor dem Ziel. Das werden noch mal die allerletzten Reserven abgerufen...... wenn nach dem Keutenberg noch Reserven verfügbar sind.

ImageIn den Cafes in Valkenburg sind ab 13:00 Uhr keine Plätze mehr frei, Fans mischen sich mit den zahlreichen erfolgreichen Fahren. Jetzt beginnt der zweite Teil. In den Gruppen werden die Leistungen beurteilt, sei es ob der Schnitt aus dem Vorjahr verbessert werden konnte oder ob die Gruppe komplett und defektfrei die Runde absolviert hat. Gründe zu feiern gibt es viele, mehr als Plätze in den Cafes an der Strecke. Die Flut von Kaffeesüchtigen Radsportlern erreicht bald alle Winkel von Valkenburg.

Doch wieder Regen

Noch spielt das Wetter mit, doch um 15:00 Uhr wird es nass. Dennoch harren die meisten Zuschauer aus und die Stimmung bleibt bei den Fans sehr gut.

ImageIm Fahrerfeld wird es jetzt etwas hektischer. Auf den letzten Kilometern will niemand nass werden und schon gar nicht auf dem Weg vom Ziel bis zum Auto. Auf der Strecke beginnt es schon früher zu regnen, das bekommt auch Kris van de Velde zu spüren. Ein Schleicher macht ihm auf dem letzten Viertel der Strecke zu schaffen. Durch diesen Defekt schafft er es erneut nicht, trocken ins Ziel zu kommen. Dieses Frühjahr hat es wirklich in sich.

Die Leistungen auf allen Strecken waren enorm, für viele Starter war die Atmosphäre beim Amstel Gold Race so großartig, dass sie über sich hinausgewachsen sind. Auch der ehemalige  Profi Jens Heppner war erstaunt über die Leistung mancher Hobby-Sportler. „Es hat mich überrascht, wie fit viele der Teilnehmer sind. Man konnte mit ihnen gut zusammen fahren. Auf der anderen Seite gab es auch einige unsichere Fahrer.

ImageBei so einer Veranstaltung muss man die ganze Zeit sehr konzentriert fahren“ stelle Jens Heppner fest. 1993 wurde er beim Amstel Gold Race im Feld der Profis dritter, jetzt startete er zum ersten Mal bei einer Veranstaltung für Hobby-Fahrer. Es ist sehr gut möglich Jens Heppner erneut bei einem Jedermannrennen zu treffen. Immerhin gibt es mehrere Hobby-Fahrer, die auf seinen Rädern bei vielen Veranstaltungen unterwegs sind.
 
Auf dem Heimweg sind alle zufrieden. Das Sägeblattprofil der Toerversie Amstel Gold Race  hat nicht verhindern können, dass fast alle pünktlich im Ziel angekommen sind. 2009 sind sie wieder da, dann bei 20 Grad und viel Sonne!

ImageDie nächste Austragung der Toerversie Amstel Gold Race  findet am 19. April 2009 statt. Ab Mitte Dezember kann gemeldet werden. Da die Startplätze schnell vergriffen sind, sollten interessierte Hobby-Sportler ab Anfang Dezember öfter mal auf die Seite des Amstel Gold Race schauen.  

www.amstelgoldrace.nl

Tot ziens  ws

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