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Radfahrer kaufen mehr hochpreisige (E-)Fahrräder
Mittwoch, 15. März 2017

ImageFriedrichshafen – Der Fahrradmarkt boomt: Laut aktuellen Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) konnten die Fahrradanbieter in Deutschland ihren Umsatz 2016 um 7 Prozent auf 2,6 Mrd. Euro steigern. Wachstumstreiber waren einmal mehr die Fahrräder mit elektrischem Antrieb, also E-Bikes und Pedelecs, die mit 605 000 verkauften Einheiten das ohnehin schon gute Vorjahresergebnis um 13 Prozent überflügelten.


Doch die Statistiken zu Radverkehr und Radverkauf beinhalten auch einige Warnsignale, die verdeutlichen, dass die Anstrengungen bei der Förderung des Radverkehrs in Deutschland noch deutlich verstärkt werden müssen.

Auf den ersten Blick herrscht in der Fahrradbranche wirtschaftlicher Sonnenschein. In der genaueren Betrachtung beweist sich vor allem der Siegeszug der E-Bikes als Wachstumsbeschleuniger. Und doch gibt es parallele Entwicklungen, die das Stimmungsbild in der Branche zumindest ein wenig zu trüben. Wie beispielsweise die Diskrepanz zwischen Absatz und Umsatz: Während sich der Fahrradmarkt dank des steigenden Marktanteils hochpreisiger E-Bikes gemessen am Wert zu immer neuen Höhen aufschwingt, musste bei der reinen Betrachtung der verkauften Stückzahlen 2016 erstmals seit langem ein Minus verzeichnet werden.

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Der Rückgang der insgesamt in Deutschland verkauften Fahrräder (also mit und ohne E-Antrieb) um knapp 7 Prozent auf 4,05 Mio. Einheiten besitzt zwar keine dramatischen, aber dennoch für die Marktteilnehmer spürbare Dimensionen. Schwierig war der Fahrradmarkt 2016 bei den meisten Segmenten ohne „E“ in der Produktbezeichnung, insbesondere laut ZIV aber in den Produktkategorien Urban, Trekking und bei den Mountainbikes.

Die meisten E-Bikes werden hingegen nach wie vor in den eher klassischen Kategorien Urban und Trekking verkauft mit 45 beziehungsweise 35 Prozent Anteil am E-Bike-Markt (gemessen in Stückzahlen). Doch mit bereits 15 Prozent Marktanteil haben auch die sportlichen E-Mountainbikes 2016 rasch an Fahrt zugelegt.

Ebenfalls beachtlich: Rund jedes 40. verkaufte E-Bike in Deutschland ist bereits ein elektrisches Lastenrad. Dieses noch vergleichsweise junge Produktsegment avanciert gerade nicht nur unter Familien zum zeitgemäßen Zweitwagenersatz, sondern gewinnt auch unter gewerblichen Nutzern im innerstädtischen Waren- und Dienstleistungsverkehr immer mehr Fürsprecher.

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Zwar kein direkter, aber doch ein auffälliger Zusammenhang besteht in Deutschland auch zwischen Fahrradverkauf und Fahrradnutzung. Das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur jährlich in Auftrag gegebene Mobilitätspanel ermittelte laut den jüngst veröffentlichten Zahlen einen Rückgang der Fahrradnutzung hierzulande: Wurden 2014 noch durchschnittlich 13,2 Prozent der Wege von den Bundesbürgern mit dem Fahrrad zurückgelegt, waren es 2015 nur noch 11,8 Prozent. Im Gegenzug legt in Deutschland der Anteil des motorisierten Individualverkehrs wieder leicht zu.

Ein Lichtblick in der Fahrradnutzung ist hingegen einmal mehr der Tourismus. Wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) jüngst in seiner Radreiseanalyse ermittelte, ist die Zahl der Urlauber im Fahrradsattel im vergangenen Jahr deutlich gestiegen: 5,2 Millionen Bundesbürger haben laut ADFC 2016 einen Radurlaub unternommen, das sind 16 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor.

Als weltweit führende Plattform für das Bike Business ist die Eurobike nicht nur Trendbarometer und Neuheiten-Schau, sondern auch Schaufenster und Treffpunkt für Fahrrad-Mobilität, Fahrrad-Tourismus, Lobbyarbeit und Politik mit entsprechender medialer Reichweite und Aufmerksamkeit für das Fahrrad in Deutschland und weit darüber hinaus.

Die Eurobike 2017 ist von 30. August bis 2. September jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet. An den Business Days von Mittwoch bis Freitag ist die Messe nur für Fachbesucher und akkreditierte Journalisten zugänglich. Weitere Informationen unter: http://www.eurobike-show.de .
 
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