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Goldene Kurbel geht nach Schweden
Donnerstag, 3. November 2016
11. Internationale Festival des Fahrrad-Films

ImageAm 22. Oktober lief das 11. International Cycling Film Festival in den ausverkauften Flottmann-Hallen, Herne. Der schwedische Film „Cycologic“ wurde als bester Film des Festivals prämiert.



Goldene Kurbel

Der beste Film des Festivals wird alljährlich mit der Goldenen Kurbel prämiert. Sie ist der älteste Preis für Fahrradfilme weltweit. In diesem Jahr nahm ihn Emilia Stålhammer aus Malmö persönlich entgegen. Ihr Film ‚Cycologic’ wurde von der  zehnköpfigen Expertenjury einstimmig als herausragendes filmisches Werk gewürdigt. Stålhammer und ihr Team erzählen behutsam und mit erstaunlichem Blick für’s Detail die Geschichte von Amanda Ngabirano aus Uganda. Sie kämpft in Kampala für den Bau von Radwegen.

Ein wahnwitziges Unterfangen, wie die Bilder des dort herrschenden motorisierten Verkehrschaos’ zeigen. Amanda tritt überzeugend für das Fahrrad ein, in einem Umfeld, das Investitionen in eine Fahrradinfrastruktur als Privileg der entwickelten Welt ansieht. Darüber hinaus widmet sich der Film dem Fahrrad als Werkzeug im Kampf um Emanzipation, um Menschenwürde, und als Signal einer sicheren Gesellschaft und fortschreitenden Gleichstellung zwischen Frauen und Männern: „Eine Frau, die Fahrrad fährt, ist weniger ein Zeichen von Mut und Furchtlosigkeit, sondern signalisiert, dass die Straßen sicher sind“, so Amanda. Ihr Einsatz für Frauen und Fahrräder ist Teil einer funktionierenden Zivilgesellschaft im besten Sinne.

Inercia: eine liebevolle Animation über Bequemlichkeit und Trägheit

Den zweiten Preis erhält ‚Inercia’, ein liebevoll inszenierter Animationsfilm aus Argentinien. Die beiden Filmemacher Manuel Becho Lo Bianco und Mariano Bergara zeigen in verspielten Bildern den Zwiespalt, den der tägliche Trott des Stadtverkehrs mit sich bringt. Die Frage ist: Wie mag man sich fortbewegen: In der sofagleichen Bequemlichkeit der Stahlkarosse durch abgasgeschwängerte Häuserschluchten kriechend, oder doch lieber leicht und beschwingt mit dem Rad, vorbei an Stahllawinen, fit durchs Grüne durch den Tag kurbelnd? Ein Film über kleine Entscheidungsprozesse mit großen Konsequenzen, und: ein Film über Trägheit.

Auf dem dritten Platz: Das Turorial „How to make a sick edit“.

Der dritte Preis verlieh die Expertenjury dem Film ‚How to make sick edit’ von Matt Dennison, Kanada. Er bietet einen sehr unterhaltsamen und sicher nicht ganz ernst gemeinten Blick hinter die Kulissen und in die Trickkiste derjenigen, die actiongeladene Sport- und Fahrradfilme produzieren. Er entlarvt beliebte Muster und wiederkehrende, beinahe klischeehafte Erzählweisen.

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Cycologic von Emilia Stilhammer aus Malmö erhielt die 'Goldene Kurbel' den Hauptpreis des
11. Internationalen Festival des Fahrradfilms.


Besucherrekord in den Flottmann-Hallen

Das International Cycling Film Festival  verzeichnete bei seiner 11. Ausgabe einen neuen Besucherrekord, über 350 Menschen sahen 18 Filme aus zehn Ländern und fünf Kontinenten. Filmemacher/innen aus Schweden, Polen, USA, Niederlande und Deutschland sind nach Herne angereist, um ihre Filme persönlich zu präsentieren.

Das Europäische Büro für Filmkunst und Fahrradkultur, Bochum, organisiert das ICFF gemeinsam mit dem Roomservice-Forum für Jugendkultur, Herne, der Fundacja Miasta dla Ludzi, Częstochowa und dem Oude Rooms Katholieke Ziekenhuis in Groningen. Neben Herne ist das Programm des ICFF alljährlich an weiteren Spielorten in Krakau, Groningen und Wiesbaden zu sehen.

Weitere  Informationen zum Festival gibt es im Internet unter http://www.hochuli.ch/silent-dancing-essay/.

Fotos wurden zur Verfügung gestellt von "Der Goldene Raum"
 
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