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Jedermann im Wintereinbruch
Montag, 31. März 2008
Challenge-Kolumne: Enrico Hövel

ImageIn der letzten Kolumne ging es bereits um die intensive Saisonvorbereitung. Doch was passiert fast jedes Jahr vor unserer „Kölschen Primavera“ – unserem geliebten Köln-Schuld-Frechen? Der Winter kommt zurück. Deshalb fliege ich um diese Zeit auf die Frühlings-Insel Gran Canaria oder zum südspanischen Festland nach Roquetas de Mar am Golf von Almeria. Leider war das wegen eines Unfalles meiner Frau nicht möglich.

ImageIn diesem Jahr trat der Super-Sonderfall ein, dass unser zweiter Heim-Klassiker  Rund um Köln wegen des festen Oster-Montag-Termines vor Köln-Schuld-Frechen laufen sollte. Es wurde ja bereits genügend über die äußerst traurige, aber sehr vernünftige Absage aufgrund des Schnees berichtet. An dieser Stelle ziehe ich trotzdem noch mal den Hut vor der Leistung meines langjährigen Freundes Artur Tabat und seinen unzähligen Helfern. Was wäre der Radsport ohne diese tatkräftigen Leute.

Am Ostermontag stand ich morgens um 6.30 Uhr auf, um ein Senioren-Rennen in Ahrweiler zu bestreiten. Nachdem ich aber sah, dass mein Auto eingeschneit war,
habe ich auf die Hinfahrt verzichtet. Die Webcam von Ahrweiler zeigte zwar noch
keinen Schnee, aber die Temperaturen waren mir zu niedrig und die Strecke bei nasser Fahrbahn zu gefährlich. Jedoch nur das Hauptrennen fiel dann dem Schnee zum Opfer.

Während ich dann vormittags die Wetter-Katastrophe von Rund um Köln im TV erlebte, erhielt ich einen erfreulichen Anruf nach dem anderen von den Fahrern unserer Trainingsgruppe, die sich in Ahrweiler beeindruckend in Szene setzen konnten. Von den 9 Starterinnen/Startern  gab es  2 Siege und 5 Platzierungen unter den ersten 10. Da schlug mein Trainer-Herz immer höher. Ich war natürlich sehr zufrieden. "Ja - wer mit uns trainiert, im Rennen marschiert"! 

Am meisten freute mich der Sieg von unserem gerade 16 Jahre alt gewordenen Nicki (Niclas Grobe) vom RSC Victoria Kerpen 1993 in der Kategorie Jugend männlich U17. Seit Wochen zieht Ralf Fahlen bei unseren „Brücken-Sprints“ (Orts-Eingangs-
Sprints sind uns zu gefährlich geworden) bis ca. 45 km/h an und Nicki zieht mit uns voll durch. Er bettelt förmlich, mit über den 10 km-Berg über Schmidt mit unseren Stars mitfahren zu dürfen. Und das nach dem Nideggenerr Berg. Und in Erwartung des letzten Scharfrichters „Maria-Wald“.

Am Berg „geht“ er mit Ex-Landesmeister Stephan Schwarz in der Spitzengruppe mit. Nicki ist kaum zu bremsen. An einem der letzten Wochenenden konnte er auf unserer Schnell-Fahr-Strecke auf den letzten 4, der insgesamt 19 km (mit 1,6 % Gefälle), die mit insgesamt 54 km/h gefahren wurden,  nicht nur mitführen, sondern auch noch im Sprint 67 km/h (wohlgemerkt mit seiner „Nähmaschinen-Übersetzung“ von 52/17) erreichen. Ich glaube, Nicki peilt den Titel des Deutschen Junioren Meisters, den sein „Ziehvater“ Ralf Fahlen damals  erreichte, vehement an.     

Mit der Gruppe haben wir in 2008 bereits 5.500 km mit ca. 40.000 hm trainiert.
Bei fast jedem Wetter sind wir unterwegs. Alleine in der letzten „Schnee/Graupel-Woche“ haben wir 700 km gemacht. Begleitet wurden wir teilweise von Andre` Greipel, Marcel Sieberg, Lars Teutenberg (alle Team High Road), Christian Lademann (Team Sparkasse) und 90 km bei Nieselregen unser Klassiker-Fahrer Ralf Grabsch (Team Milram). Als wir nach diesen 90 km nasser Voreifel genug hatten, bog Ralf auf der Berrenrather-Börde mit einem Lächeln nochmals Richtung Eifel ab. Das sind unsere Vorbilder – nicht groß drüber reden – aber dafür mehr aktiv tun! Wir hätten Ralf so sehr gegönnt, sein Rund um Köln zu gewinnen. Nach Paris-Nizza befindet er sich in einer Superform.

Nach einer unserer Schnee-Fahrten über Kloster-Maria-Wald freute sich Alexander Thiem – extra von Kiel angereist - über Giselas Kirsch-Pfannkuchen. Bei der Kälte kann man diese, genau wie ein heißes Bad mit Zusätzen gegen Erkältungen, sehr  gut gebrauchen.

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An dieser Stelle möchte ich jetzt mal die Freude am Radsport z. B. unserer Jederfrau Maggie (Mechthild Gerhardt Team LeXXi = Siegerin Nürburg-Ring) sinnbildlich für alle unsere Leute dokumentieren. Da wir nicht immer zusammen fahren können, wird auch schon mal gemailt.  So wie hier mit Mechthild.
 
Hallo Heinrich,

Imageda ich vermutet habe, dass ich würde fahren können, war ich heute unterwegs.
So hat mir das gefallen. Obwohl mein Mann mich lieber mit zum Spinning genommen hätte, bin ich lieber vor die Tür. Wenigstens 1,5-2 Stunden müssten drin sein, egal wie windig, egal wie nass. So bin ich los, auf eine nicht abkürzbare Runde, minimum 40 km. Aber als die erste Möglichkeit nach Hause zu fahren kam, fuhr ich weiter, auf die Wiedenfelder Höhe genau in den Gegenwind. Auf einsamen Wirtschaftswegen, die der starke Wind sauber und trocken gefegt hatte, trat ich kraftvoll gegen den Wind an. Heute schaffte ich es endlich wieder mal den Puls hochzutreiben, das war mir in den letzten Wochen selten gelungen. Und je länger ich so fuhr, um so mehr Lust bekam ich schneller zu treten, die Gänge bergauf stehen zu lassen. Die Beine brannten manchmal, aber es war ein tolles Gefühl. Fast zu Hause, die letzten Kilometer spülten mich die frechen kleinen Zöglinge von Sturmtief Emma heimwärts, waren mir dann zu leicht gefallen und ich bekam Lust auf ein erneutes Spiel mit den Winden, dreht ab, hinein in den Wind und kämpfte nochmals gegen ihn an. Zufrieden mit hoher Trittfrequenz und trotzdem dickem Gang raste ich die letzten Kilometer nach Hause. Nach 3 Stunden stand ich da mit einem 27,3 er Schnitt auf der Runde mit gut 400 hm bei 127 HF im Schnitt und maximal 161 - Wattmesser habe ich leider nicht. So gefällt mir meine Form schon besser, irgendwie hat mir das gefehlt. Alleine habe ich in den letzten Wochen solche Runden nicht hinbekommen. Aber jetzt geht es wieder in die richtige Richtung. So ein EZF (Einzel-Zeit-Fahren) gegen den Wind macht auch richtig viel Spaß.

Liebe Grüße und schönen Sonntag wünscht Euch Maggie


Diese Mail schrieb mir Maggie am 3. März. So sind die Hobbyfahrerinnen, sie stehen den Männern in nichts nach und betreiben ihr Hobby mit der gleichen Leidenschaft.

Einen Tag vor dem geplanten Start bei Rund um Köln gab ich Maggie noch einige Tipps mit auf den Weg. Die Wetteraussichten waren ja schon am Ostersonntag
nicht wirklich gut.

Hallo Maggie,

Imagelange nichts von Dir gehört und gesehen, wir wünschen Euch viel Glück und Erfolg bei RuK. Plastik-Tüten über die Rennschuhe, Öl auf die Beine, Flies-Sturm-Haube und am besten noch eine Duschhaube über den Helm, 2 Paar Handschuhe, dünne Plastiktüten bei Regen über die Handschuhe stülpen - genug Essen und Trinken - seid vorsichtig - wir brauchen Euch Ciao Heinrich + Gisela


Kurze Zeit später erhielt ich die Antwort:

Hallo Heinrich,

Imagemir geht es gut. Heute war Traumwetter und ich bin eine lange ruhige Runde, RuK komplett abgefahren. Es war soooooooooooooooooooooooooooooo schön. Das Wetter, die trockene Straße, die wunderbare Aussicht wenn man oben auf den Bergkämmen fuhr, in den Tälern die wilden kleinen Bachläufe, das zarte Grün an den Zweigen, hier und da ein blühender Strauch, nichts fiel mir schwer, ich rollte ruhig und zufrieden vor mich hin, hatte nette Begleitung und null Stress. Es war einfach traumhaft. Viel länger als geplant, vielleicht auch zu lang, aber da kann mir keiner mehr wegnehmen, keinen Kilometer und keinen Moment dieser wunderbaren inneren Ruhe und Zufriedenheit. Morgen werde ich für all das keine Augen haben.

ImageNachdem Mirko und ich jetzt Ruhetage hatten, passend zum wechselhaften Wetter, haben wir gestern an der Seite von Doreen Grabsch und Wilfried Schneider und einer großen Gruppe von Fahrern von Victoria Lövenich Starterbeutel von RuK gepackt.  Hat Spaß gemacht mit all den vielen fleißigen Helfern und war gar nicht schlimm. Ich passe auf, auf mich und die anderen. Bei Köln-Schuld-Frechen habe ich mich als Streckenposten
gemeldet, ab dem Wochenende danach werde ich endlich mal wieder mit auf Deine Runde kommen. Und dann kommt schon die Sardinienrundfahrt. Da freue ich mich schon drauf.

Nun gehe ich schlafen, wird sicher anstrengend morgen.

Frohe Ostern an Dich und die Gisela von Maggie und Mirko.


           
Ja ist das nicht wunderbar. Die „Passione“ steckt doch an.

Mal sehen, ob es von Köln-Schuld-Köln etwas - außer Schnee - zu berichten gibt.
Der Frühling kommt ja wohl jetzt doch durch. Ansonsten geht es ab 07.04. mal wieder  nach „la mia bella Italia“. Im Internet sind schon unzählige Rennen unter Prossimegare des italienischen Radsport für Jedermänner  "Il Ciclismo Udace", il settimanale organo ufficiale dell'Unione Degli Amatori Ciclismo Europeo … aufgelistet.

Ciao – Euer Enrico
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