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Schmitter-Nacht 2016 in Hürth-Stotzheim
Dienstag, 30. August 2016


ImageIn der Rad Szene ist es üblich dass viel über Andere geschimpft wird. „Jedermannrennen machen den Lizenzsport kaputt“ jammern die Einen, „Lizenzrennen um den Kirchturm sind öde und von gestern“ nörgeln die Anderen. Dass ein Renntag Fahrer/innen, Zuschauern und den Ausrichtern richtig Spaß machen kann zeigte die 2. Schmitter-Nacht in Hürth-Stotzheim am vergangenen Freitag.


Der Radsportclub Schmitter Köln/Hürth 1930 und der RV Komet-Delia 09 Köln unterstützen sich seit Jahren gegenseitig bei der Ausrichtung ihrer Renntage. Denn sie wissen dass sie in der heutigen Zeit nur so eine Chance haben das Rennen zu organisieren. Viele Radsportler wollen keine Vereinsmeierei mehr, das passt für sie nicht in die heutige Zeit. Lustigerweise sind das die gleichen Fahrer, die sich über hohe Startgelder bei Jedermannrennen beschweren, die von Agenturen ausgerichtet werden.

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Fakt ist, ohne Vereine mit ihren zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern gibt es keinen Nachwuchsförderung, keine Lizenzrennen und als Folge in einigen Jahren keine Profis mehr. „Ich brauche keine Profis, ich fahre auch so Rad“ tönen viele. Doch die meisten ihnen sitzen gerne bei Übertragungen der großen Radrennen vor dem TV, schauen Eurosport und motivieren sich so zusätzlich für die neue Trainingsrunde. Die Kinder bejubeln die deutschen Sieger bei Klassiker, Tour, Giro und Vuelta und einige von ihnen schaffen es einige Jahre später selber zu den Profis.

Der Radsport ist eine große Familie, mit allen Facetten. Wie in jeder Familie gibt es schon mal Streit und Neid, aber auch viele gemeinsame, wunderschöne Zeiten. Wichtig ist nur dass unterm Strich der Familie nicht geschadet wird, sondern man gemeinsam an einer Förderung arbeitet.

Bei der Schmitter-Nacht sah man viele Teilnehmer/innen bei Jedermannrennen oder RTF als Helfer die einen reibungslosen Ablauf ermöglichten oder als Zuschauer an der Strecke. Einige auch als Fotografen. Unten folgen die Links zu Ihren Bildern von der Schmitter-Nacht. Einige Jedermänner/Jederfrauen nahmen an den Lizenzrennen der Frauenklasse und Männer C teil. Ein Fahrer den Challenge-Magazin.com seit seiner Jugendzeit beobachtet hat es inzwischen in ein internationales Top-Team geschafft. Es gab einiges zu sehen in Hürth-Stotzheim.

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Blicken wir also auf den Renntag zurück. Dabei stehen nicht zwingend Rennverlauf und Ergebnis im Mittelpunkt.


Freitag 17 Uhr, das erste Rennen beginnt. Die Jugend der U17 mit Anton Haarmann von den Schmittern fährt das Rennen gemeinsam mit der Frauenklasse, bei getrennter Wertung. Im Feld der Frauen unter anderem Manuela Freund, die Trägerin des Führungstrikots beim German Cycling Cup und Tanja Hennes, beide starten in der Jedermannserie für das Team Green`n fit.

Hennes belegt im Trikot des TV Attendorn den dritten Platz, Freund nach aktivem Rennen den achten Rang für die ausrichtenden Schmitter. „Vor dem Rennen dachte ich 24 Kilometer sind zu wenig, jetzt bin ich froh dass es nicht mehr waren“ teilte Manuela Freund nach dem Rennen mit. Die Hitze machte es den Aktiven nicht einfach. Auch die Gewinner der U17 suchten nach dem Rennen zuerst eine verdiente Abkühlung. Bei der Siegerehrung war die Hitze dann vergessen.

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Das nächste Rennen gehörte den heimlichen Stars des Renntages, den Sportlerinnen und Sportler beim „Fette Reifen Rennen“. Zwei Klassen (3-6 Jahre und 7-10 Jahre) traten hier in die Pedale. Beim „Fette Reifen Rennen“ sind keine Rennräder erlaubt, die Trikots schon. Im Fahrerfeld einige bekannte Namen. André Greipel und Nils Politt gehörten zu den Begleitfahrern im Fahrerfeld, Phil Arenz und David Grabsch machten es ihren erfolgreichen Vätern nach und stürmten das Podium.

as Hobbyrennen der Jugend von 11 bis 14 Jahren war ein guter Test für Neulinge beim Radrennen. Die Renndistanz war mit 2,4 Kilometern human, die Motivation riesig. Der perfekte Übergang für die Lizenzrennen der Schüler U13 und U15. Hier hatte Janis Rock von den Schmittern seinen Auftritt. Er hatte die Aktiven des Pulheimer SC als Mitfavoriten gesehen und tatsächlich belegte Isabell Oepen von den Pulheimern den zweiten Platz hinter Torge Ruben aus Bad Neuenahr und vor Ole Jablonski aus Quadrath, der selber mit „Fette Reifen Rennen“ seine Karriere gestartet hatte. Janis Rock belegt Platz 13 und verbessert sich von Rennen zu Rennen.

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Jacques Mecky war der bestplatzierte Fahrer des  RCS Schmitter Köln/Hürth in der Klasse U15, das von Jan Habermann vor Tim Torn Teutenberg vom FC Lexxi Speedbike gewonnen wurde. Auch Teutenberg stammt aus einer bekannten Radsportfamilie. Vater Lars, Tante Ina Yoko und Onkel Sven waren alle sehr erfolgreiche Profis. Lars Teutenberg ist immer noch aktiv, während Sven Teutenberg als „Event Director Grand Départ Düsseldorf 2017“ den Start der Tour de France im kommenden Jahr vorbereitet. Übrigens – am 18. September können Hobbyradsportler beim Jedermannrennen „alltours Race am Rhein “ einen Teil der zweiten Etappe der Tour 2017 selbst unter die Räder nehmen. Noch sind Startplätze verfügbar.

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Mit der Klasse der C-Lizenz Männer ging der Renntag weiter. 50 Runden ergaben auf dem 800 Meter langen Rundkurs 40 Kilometer Renndistanz und es wurde immer noch nicht kühler. Vier Fahrer machten am Ende das Rennen unter sich aus, das übrige Feld ermittelte drei Runden vorher die weiteren Platzierungen Der RSV Düren hatte zwei Fahrer in der Spitzengruppe und sicherte sich durch Martin Neffgen den Sieg. Dritter wurde Manuel Kirfel vom Team Bürstner Dümo Cycling, der von zwei Teamkollegen unterstützt wurde. Interessant war hier zu sehen, dass Fahrer die im Internet schon öfter über Jedermannrennen gemosert haben, auch hier durch lautstarke Beschwerden an der Wertung des Rennens auf sich aufmerksam machten.

Den Abschluss bildete das Rennen der Elite und A/B – Klasse, das in Gedenken an den vor zwei Jahren verstorbenen Martin Scheuer ausgetragen wurde. Die Temperatur war nun perfekt für den Bierwagen und das nutzten die Zuschauer, auch für alkoholfreie Getränke. Jörg Grünefeld vom RV Blitz Spich drücke dem Rennen seinen Stempel auf und bestimmte das Geschehen über viele Runden. Doch je näher das Finale kam, desto mehr rückten die Profis in den Fokus. Marcel Sieberg vom Team Lotto Soudal, der selber eine Zeitlang in Hürth wohnte setzte sich zwei Runden vor Schluss von seinen Mitstreitern ab und der deutsche Meister André Greipel bremste für ihn das Feld. Solosieg für Sieberg. Im Sprint der Verfolger zeigte Greipel warum er in den letzten beiden Jahren die Finaletappe der Tour gewinnen konnte und fuhr vor Nils Politt vom Team Katusha über die Ziellinie.

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Über Nils Politt haben wir auf Challenge-Magazin.com erstmals im September 2009 berichtet
. Seitdem immer mal wieder geschaut wie sich der Nachwuchsfahrer des RV Komet-Delia Köln entwickelt. Seit diesem Jahr fährt er beim Team Katusha, kann auf ein erfolgreiches Frühjahr zurückblicken und holte kürzlich die Bronzemedaille bei der deutschen Meisterschaft im Einzelzeitfahren auf der Straße. Damit hat er sich einen Startplatz bei der EM im französischen Plumelec gesichert, die Mitte September ausgerichtet wird.

Greipel und Sieberg haben die WM in Doha/Katar im Oktober im Blick, ein Kurs perfekt für den Top-Sprinter aus Hürth-Stotzheim und seinen Edelhelfer. Ab dem 9. Oktober können die Radsportfans die WM auf Eurosport mitverfolgen, wenn unter anderem Karsten Migels die Rennen kommentiert. Am vergangenen Freitag ergänzte sich Migels als Sprecher in Stotzheim mit Peter Estrich der am Mikrofon, unterstützt von Achim Michels durch den Renntag führte.

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Rennen um den Kirchturm sind immer langweilig?


Nicht in Hürth-Stotzheim. Anwohner gingen wunderbar mit. Ob vor der Stammkneipe mit zusätzlichen Biertischen, Tische und Stühle vor der eigenen Haustüre oder an den zahlreichen Ständen die extra für den Renntag aufgebaut wurden, die Stimmung war top. Für die Stotzheimer ein guter Einstieg in das Wochenende, das am Samstag und Sonntag mit der Kirmes fortgesetzt wurde.

Ein Jedermann- oder Hobbyrennen für Erwachsene gab es in Hürth-Stotzheim nicht, das muss aber auch nicht sein. Wichtiger war es das den Nachwuchsrennfahrern Startmöglichkeiten gegeben wurde. Man darf auch nicht immer nur seinen Bereich sehen. Lizenzfahrer, Jedermann, RTF und mehr. Der Radsport hat viele Facetten und nur gemeinsam kann der Radsport wieder in die Spur kommen. Dazu gehören auch die neuen Rennen von Rad Race, mit den die Rad Szene bereichert wurde. Ich finde es unmöglich wenn Leute rummosern und fordern, aber nicht bereit sind auch nur einen Tag im Jahr für ihr Hobby zu opfern um den Radsport damit zu fördern.

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Deshalb sind Vereine wie der Radsportclub Schmitter Köln/Hürth 1930 und der RV Komet-Delia 09 Köln wichtig, die mit ihren ehrenamtlichen Mitarbeitern dafür sorgen dass es weitergeht. Trotz aller Schwierigkeiten, die in den letzten Jahren zugenommen haben. Deshalb hier ein Dankeschön an Detlef Zoske  und Achim Michels die „Köpfe“ der beiden Vereine, aber auch an Stephan Breuer, der bei den Schmittern den Nachwuchs auf den Weg bringt und Ortsvorsteher Otto Winkelhag, der auch gerne 2017 die Schmitter-Nacht wieder in Stotzheim erleben würde.

22 Uhr – Die Rennen sind gelaufen, die Mitglieder beider Vereine längst mit dem Abbau der Rennstrecke beschäftigt. Die Zuschauer verabschieden sich ebenfalls.
Wo fährst du am Wochenende?“
Morgen fahre ich mit Greipel und Politt für die Charity-Tour de ALS durch die Eifel
Ich fahre morgen die RheinEnergie RTF und am Sonntag beim RAD RACE Bergfest in Schmitten

Eins ist klar, zum nächsten Familientreffen in Hürth-Stotzheim sind sie alle wieder da.
ws

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http://www.rc-schmitter.de

http://www.komet-delia.de

Foto: Challenge-Magazin.com

Weitere Fotos gibt es auf folgenden Seiten:


Challenge-Magazin auf Facebook


HAWE Vits

Radsport in Köln

Holger Radsport-Fotos

Wochenende

Ein Video zum Renntag von Holger Radsport Fotos

Ergebnisse der Lizenzklassen gibt es hier.


 
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