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Team AfriQa – Flüchtlinge aufs Fahrrad
Freitag, 4. März 2016
Ein Start bei der Škoda Velotour am 1. Mai ist fest eingeplant

ImageESCHBORN-FRANKFURT; März 2016 - Refugees on the move! Man könnte auch sagen: Migranten aufs Fahrrad. Zerai Kiros Abraham hat Ideen – und setzt sie auch in die Tat um. Bei der Skoda Velotour will das Team AfriQa erstmals bei einem Jedermannrennen auf sich aufmerksam machen.


1990 kam Zerai Kiros Abraham als Flüchtling aus Eritrea nach Deutschland, 2006 gründete er in Frankfurt am Main den Verein Projekt Moses Jugend- und Sozialwerk e.V. Vor zwei Jahren rief er das Team AfriQa ins Leben, ein Radsportteam, das inzwischen aus zehn Sportlern besteht. „Radsport ist in Eritrea der Volkssport Nummer eins, beliebter als Fußball.

Es gibt zweihundert Profiradfahrer, und zweimal im Monat wird die Hauptstadt für Wettbewerbe gesperrt. Um sechs gehen die Leute sonntags in die Kirche und um neun zum Radrennen. Jeder ist froh, wenn die Strecke an seinem Haus vorbeiführt“, erzählt Zerai Kiros Abraham. „Ich bin bei meiner Arbeit hier in Deutschland auf viele eritreische Flüchtlinge gestoßen, die den Radsport lieben. Da habe ich zu meinem Freund Efraim gesagt, lass uns ein Team gründen und einfach anfangen.“

Als ersten Wettbewerb wählte die Mannschaft das Jedermannrennen bei Eschborn-Frankfurt 2015 aus. Biketempel.de aus Eschborn und Vereine hatten Rennräder zur Verfügung gestellt. Die Vorfreude war groß, doch dann fiel wegen Terrorgefahr der Radklassiker aus. Wie enttäuschend. Danach ging es nur langsam weiter - Materialprobleme, Löcher im Budget, fehlende Manpower. Renntüchtige Räder spendierten zum Jahresende 2015 dann der Biketempel und Hansen Werbetechnik aus Dreieich.

Die meisten Team-Mitglieder wohnen in Frankfurt und Umgebung, nur der 18 Jahre alte Haben kommt aus Marburg und Habtom aus Wuppertal. Vier wohnen in Heimen, drei sind unbegleitete Minderjährige, drei leben in Wohnungen, drei haben Arbeit. „Sie wollen sich alle unbedingt integrieren, aber auch ihrer Leidenschaft nachgehen“, erklärt Kerai Kiros Abraham. „Ich glaube, dass wir dies schaffen und mit dieser Mannschaft von Leistungssportlern Zeichen setzen können. Die Škoda Velotour am 1. Mai ist bei uns fest eingeplant.“

Efraim ist Mitbegründer und Teamleiter. Habtom, der Wuppertaler, lebt erst seit einem halben Jahr in Deutschland und ist in Eritrea in der ersten Division gefahren. Misgna, mit 19 Jahren der Jüngste, wird als „Goldstück“ betrachtet. Sie alle glauben, dass sie über das Radfahren an der deutschen Gesellschaft, Kultur und Bildung teilhaben können. Über das Hobby wollen sie Freunde finden, vielleicht auch einen Beruf und zufriedener mit sich selbst leben. Aber als ehemalige Profis und Halbprofis möchten sie auch Vorbilder sein, die anderen signalisieren: Was die geschafft haben, kannst du auch.

Mit einer Tour von Frankfurt nach Berlin Ende März wollen sie für Furore sorgen, fünf Etappen, die längste 200 Kilometer lang. Halt wird in Städten wie Fulda, Jena, Leipzig oder Dresden gemacht. „Unterwegs treffen wir uns mit Leuten, die Gutes für die Gesellschaft tun“, erläutert Zerai Kiros Abraham. „Mit der Fahrt wollen wir unsere Dankbarkeit ausdrücken, dass wir Aufnahme in der deutschen Gesellschaft gefunden haben, wollen uns bedanken bei Deutschen, Immigranten und Mitarbeitern der Städte, die Flüchtlingsarbeit machen.“

Sie suchen den Dialog mit den Bürgern und wollen auch ein Zeichen setzen gegen Vorfälle wie am 1. Mai 2015. „Wir meinen aber auch, dass wir eine Bereicherung sein können“, sagt der schwarze Mann mit dem Afro-Look in bestem Deutsch. Ziel in Berlin ist übrigens die Hans-Conrad-Schumann-Straße. Zerai Kiros Abraham erzählt, warum: „Schumann war einer der ersten Grenzflüchtlinge nach dem Bau der Berliner Mauer, ein Deserteur, wie viele von uns.“
 
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