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Der K?lner Ostermontagsumzug
Freitag, 29. Februar 2008
Rund um Köln Challenge 2008

Image„Rund in Köln“ geht’s an Karneval schon ewig - das Traditionsradrennen „Rund um Köln“ feiert 2008 seinen 100. Geburtstag. Trotz der unterschiedlichen Geschichte gibt es Parallelen zwischen den zwei Großveranstaltungen des Kölner Jahresanfangs:

Bunt und für die Jahreszeit eigentlich viel zu dünn gekleidete Menschenscharen mit teilweise sündhaft teuren Accessoires ziehen gemeinsam die Straßen entlang, die Flasche ständig griffbereit und Mutti ist auch nicht böse, wenn Vati der jungen Frau vor sich mal auf den Hintern guckt! Man lernt Gleichgesinnte kennen, geht ein Stück des Weges zusammen und ist am Ende doch froh, wenn’s vorbei ist!

Ja und noch eine Gemeinsamkeit hat Karneval mit der Runde um die Domstadt: Wer von Anfang an Vollgas gibt, wird das Ziel nur noch schleppend erreichen, oder bleibt gar –Achtung- auf der Strecke! Um dem vorzubeugen, hat das Challenge-Magazin.com den Deutschen Meister der Steher, sozusagen den Karnevalsprinz der Redaktion, Jan Eric Schwarzer, samt Dreigestirn entsandt, die 60 km Jedermann-Strecke auf ihre Unwegsamkeiten zu überprüfen.

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Weil Traditionen in Köln wichtig sind, bleibt der Start nahe der Bayarena in Leverkusen. Wer sich vor dem Start umdreht und nicht zufällig alle der 3.500 erwarteten Starter hinter sich sehen kann, sollte die ersten Kilometer mit besonderem Weitblick angehen. Die breiten Straßen verleiten Heißsporne gerne mal dazu, in jede sich bietende Lücke zu drängen. Nach dem einsamen Wintertraining haben viele mit der Masse an Mitstreitern ihre liebe Not.

Streckentester Schwarzer rät zu einer defensiv rücksichtsvollen Fahrweise. Die 10 Kilometer bis Odenthal sollten eher der Orientierung dienen. Sind die Beine heute gut drauf und mit wem könnte ich ein Team bilden? Schnell werden sich Gruppen bilden, und nur wer schon so früh im Jahr genug Kilometer und auch ein paar Belastungen hinter sich hat, sollte schon vor der ersten Steigung Gas geben. Allen Übrigen sei versprochen: man sieht sich im Bergischen immer zweimal!

Besonders wer nur nach Augenmaß fährt, wird auf dem Weg hoch nach Neschen die ersten Münzen an Lehrgeld in den Wald werfen. Die Steigung ist nicht sonderlich steil und auch nicht übermäßig lang, aber wer den Kulminationspunkt schon nach den ersten Bäumen vermutet, dem werden die Beinchen bis ins Dorf noch ganz schön mürbe.

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Das Bergische wartet nun mit einem eher unrhythmischen Gesicht. Mehrere kurze steile Abfahrten wechseln mit knackigen Gegenanstiegen. Wer sich’s zutraut und im Winter fleißig war, kann mit ordentlich Schwung und dem großen Blatt über die Kuppen drüberdrücken. Freunden der moderaten Gangart sei gesagt, dass es erstens noch genug Gelegenheiten zum Aufholen und zweitens wenig schönere Ausblicke geben wird! Wirklich durchatmen kann erst, wer die Kehrseite des steinernen Esels gesehen hat.

Ganz gleich mit welcher Strategie, die folgende lange Abfahrt belohnt für die Mühen. Leider wird sie jäh unterbrochen von einem 90° Linksknick, dem Beginn der traditionell von vielen Fans angesteuerten Bergwertung in „Sand“. Das bedeutet für die Teilnehmer der Challenge dreierlei: Konzentration hoch, Gang runter, Trikot auf und schnell noch was getrunken. Und dann unter Beifall ein kurzes Stück alpines Glück genießen.

Die S-Kurve durch das Örtchen wird nicht Jedermanns Freund werden, einfacher lassen sich die zwei kurzen Rampen logischer Weise an ihrer äußeren Flanke einnehmen. Die weiße Linie gibt Entwarnung, das steilste Stück der Runde ist geschafft.

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Und wieder eine Abfahrt, am Schloss Lehrbach vorbei Richtung Bensberg. Das Trikot sollte mittlerweile wieder geschlossen sein, genau wie die Hände um den Lenker. Denn auf der Ideallinie liegen einige wenig Po- und Hand-schmeichelnde Straßenschäden. Cheftester Schwarzer mahnt sein Team zur Ruhe: „Vorm Bensberger Schloss Druck zu machen wäre Blödsinn!“

Schon vor dem groben Kopfsteinpflaster am Schloss selbst wird klar warum: der Weg durch Bensberg geht schon gut bergan. „Hier übernehmen sich viele und müssen auf dem Pflaster sogar schieben!“ Mit dieser Erfahrung im Kopf rät Jan Eric Schwarzer erneut, Kraft zu sparen und die Augen frühzeitig nach einer Lücke im Feld offen zu halten.

„Unten Schwung holen und in einem Rutsch durch, alles andere kostet unnötig Kraft!“ Wahrscheinlich werden an dieser Schlüsselstelle des Profirennens wieder Tausende von Fans stehen und auch die Challenge-Teilnehmer in Richtung Köln treiben.

Vorhin war von den Gelegenheiten zum Aufholen die Rede – die Gelegenheit kommt genau jetzt hinter Bensberg, getreu der Karnevalshymne der Höhner „Wenn nicht jetzt, wann dann?“. Wer auf dieser Rennpiste noch ein paar Körner und gleichstarke Weggefährten hat, kann und sollte Gas geben.

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Tipp: gleich nach dem Schloss ein Häppchen essen. Eben bis leicht abschüssig führt die L284 durch Waldschneisen, im Frühjahr meist bei leichtem Gegenwind direkt in die neue Kölner Umweltzone, aber keine Angst, moderne Rennräder haben wenig zu befürchten. Wer die berühmte Schmitze Bud’ – nicht nur ein Kiosk, quasi der Treffpunkt für Kölner Radfreunde – passiert hat, kann vielleicht schon den Geruch von Bratwurst und Co. aus dem Zielbereich aufsaugen.

Dort werden die Fans nicht nur auf die Ankunft von Amateuren und Profis warten, sondern auch mit Jugendrennen unterhalten. Auf dem letzten Kilometer taucht nach einer dunklen Unterführung recht plötzlich ein Kreisverkehr auf. Der ist das letzte Hindernis vor dem Glücksgefühl der Zieldurchfahrt.

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Die abschließende Bewertung des Kölner „Ostermontagszuges“ durch das Challenge-Dreigestirn: Die Challenge sollte nicht die erste Einheit im Jahr sein! Eine vernünftige Grundlagenausdauer muss sein! Auf der nicht unmenschlich langen Strecke gibt es lange Anstiege, kurze Rampen, schnelle Abfahrten, offene, lange Geraden – kurzum von allem etwas!

Viel Erfolg – und jetzt nichts wie anmelden, solange noch Plätze frei sind! es

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www.rundumkoeln.de

Text und Fotos: Timo Dillenberger
 
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