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Friedensfahrt gegen den Terror
Freitag, 1. Mai 2015
ImageDie letzten 24 Stunden waren ein Wechselbad der Gefühle. Bangen um den Radklassiker in Frankfurt. Dann die Absage verbunden mit Fassungslosigkeit, Resignation und einem mulmigen Gefühl in der Magengegend. In einem waren sich jedoch alle schnell einig, "Die Terroristen haben die Veranstaltung lahmgelegt, doch sie können uns die Begeisterung für den Radsportsport, die Freude an unserem Hobby nicht nehmen".

Und so wurde das geplante Radrennen zur eine Demonstration gegen den Terror. Radsportler/innen die ihre Fahrt nach Frankfurt abgesagt hatten oder sich schon gestern wieder auf den Heimweg machten, suchten sich heute kurzfristig Veranstaltungen in ihrer Region um daran teilzunehmen. Daniela und Markus Stera sammelten heute Eindrücke der Radsportler in Frankfurt:

Opernturm, Frankfurt am 01.05.15:
Die Pressekonferenz beginnt inhaltlich nicht etwa mit dem Profirennen, dem finanziellen Desaster oder den polizeilichen Ermittlungen, sondern mit einem ganz wesentlichen Thema: den Jedermännern. Eine Reihenfolge, die zeigt, wie sehr die Hobbysportler dem Veranstalter am Herzen liegen.

Großes Thema: die Demofahrt, an der rund 700 Fahrer teilgenommen haben. Auf der Strecke des Rennens. Ohne Startnummern, dafür in Begleitung von Polizei, Skoda-Begleitfahrzeugen und Materialwagen. Die Fahrer möchten damit ein Zeichen setzen: "Wir lassen uns den Spaß am Radsport nicht verderben!". Unter den Fahrern auch einige Profis und Promis, die ihre Solidarität zum Ausdruck bringen.

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Bis zum großen Empfang am Opernplatz geht es unter polizeilicher Begleitung 70km rund um Frankfurt und in den Taunus. Tobender Applaus, Respekt und unzählige Kamerateams, Fernsehsender und Fotografen erwarten die Athleten in Frankfurts City. Und plötzlich ist es ein großartiger Moment für den deutschen Radsport. Für ein paar Minuten ist die Terrorgefahr ausgeblendet und die Sportlerinnen und Sportler genießen das positive Medienecho, nehmen ihre Finisher-Medaillen in Empfang. In voller Teamstärke stellen sich die Jedermänner vor der Oper auf und halten ihre Erinnerungen auf Bildern fest.

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Zurück zur Pressekonferenz. Besorgte Fragen, was mit dem Startgeld der Jedermänner passiert, werden innerhalb der ersten Minuten entschieden: "Wenn jemand das Geld zurück erhalten möchte, bekommt er es auch!" Und schon kurz, nachdem wir vom Challenge-Magazin dies auf unserer Seite bekannt gegeben haben, verkünden die ersten Teams: "Wir werden aus Solidarität unsere Startgelder nicht zurückfordern. Lasst uns im Namen der Teams eine gute Tat draus machen! Der Veranstalter hatte seine Kosten trotzdem. Vielleicht kann man einen Teil spenden."

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Eine offizielle Meldung des Veranstalters dazu wird in den nächsten Tagen folgen.

Wir haben auch einige Stimmen aus dem Fahrerfeld gesammelt, um die Stimmung wiederzugeben. Überwiegend herrscht hier Verständnis und Zustimmung, wenn natürlich auch viele enttäuscht wegen des entgangenen Rennens sind. Einig sind sich alle bei dem großen Lob an die Polizei, die Schlimmeres verhindern konnte. Sicherheit geht IMMER vor! Umso größer ist aber die Vorfreude auf das Rennen 2016:

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Georg Lange vom Team Nutrixxion arbeitet in Frankfurt. Für ihn war die Teilnahme an der Ausfahrt selbstverständlich, als er den Aufruf gestern Abend bei Facebook sah: "Wir wollen ein Zeichen setzen, sonst kann man ja gar keine öffentlichen Sportveranstaltungen mehr durchführen." Zusammen mit seinen Radkollegen Jürgen Klecker und Dirk Mosig ist er sich einig: "Ein mulmiges Gefühl haben wir nicht. Unser Sport ist immer gefährlich. Da kann viel eher ein Sturz oder Autounfall passieren. Außerdem haben wir heute unseren freien Tag, was sollen wir da zu Hause!"

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Knut Kirsten ist entschlossen: "Wenn ich einmal hier bin, fahre ich auch!" Angst zu starten hat er nicht, sondern findet es sehr bedauerlich, dass die Veranstaltung nicht stattfinden konnte. "Dieser riesige Aufwand für die Veranstalter. Wenn das Schule macht, kann es bald gar keine Veranstaltung in dieser Größenordnung mehr geben."

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Für Sarah Hänsel sollte es das erste Rennen werden. "Heute fahre ich so weit mit, wie ich komme." Zusammen mit Timo Schreiner ist sie extra aus Offenburg angereist. "Dann schnuppere ich eben heute etwas Rennluft und fahre dafür den Radmarathon am Bodensee mit. Nächstes Jahr in Frankfurt gibt es eine neue Chance!"

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Für Katrin Hantsche ist es unfassbar: "Zwei Menschen schaffen es, dass man ein Rennen absagen muss und diese beiden können niemals für den ganzen Schadensersatz aufkommen! Der Schaden ist für die gesamte Wirtschaft gar nicht abzusehen. Vom Würstchenverkäufer bis zum Profiteam, einfach alle sind betroffen."

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Monique & Heiko Löb sowie Rainer Sommer von den Expresso-Cycleholics.de sind sich einig: "Schade, dass die Täter jetzt genau das erreicht haben, was sie wollten! Aber wir lassen uns den Spaß am Radfahren nicht verderben!"

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Volker Heisters vom Team Nutrixxion bringt es anschließend auf den Punkt: "Radfahrer haben keine Angst!"

Der Veranstalter des Rennens ist sich am Ende der Pressekonferenz sicher: "Langfristig wird es einen positiven Effekt für dieses Rennen geben. Wir werden noch größer rauskommen."

Und auch die Politik der Stadt ist betroffen: "Sport ist völkerverbindend! Die Entscheidung war alternativlos und hat die volle Solidarität der Stadt Frankfurt. Wir lassen uns nicht von diesen Menschen einschränken. Als ich heute Morgen die Fahrer in der Stadt gesehen habe, lief es mir kalt den Rücken runter. Unsere Sicherheitsorgane haben funktioniert und wir werden alles tun, damit wir auch zukünftig wieder sichere Großveranstaltungen durchführen können."

Wir vom Challenge-Magazin sind dankbar und froh, dass nun alle gesund wieder bei ihren Familien zu Hause sind und hoffen auf ein friedliches Wiedersehen am Hockenheimring!
Daniela Stera

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Fotos Markus Stera - Challenge-Magazin.com

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