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Vom Profi zum Jedermann
Freitag, 1. Juni 2007
Nico WernickeEr hatte das Rennen über 100 Kilometer in der Manier eines „Großen“ gewonnen. Im Massenspurt ließ er am Niederländer Ufer die große Meute mit etwa einer Radlänge hinter sich. Für Nico Wernicke vom Team Strassacker war das allerdings nichts Neues. Als früherer Profi war er an Erfolge gewöhnt.

2004 noch fuhr der jetzt in Schweinfurt lebende Nico Wernicke noch für das damalige GS III-Team BH aus Dessau. Kurz darauf aber zog ihn der Job ins Frankenland und Wernicke hängte die Profikarriere an den Nagel, ehe sie überhaupt richtig begonnen hatte.

Der 28-Jährige widmete sich seinem Job und der Familie. Die Liebe am Radfahren ist geblieben, und die Lust auf Rennen fahren kam bald zurück. Für ihn war es eine mehr als glückliche Konstellation, dass er schließlich auch im Team Strassacker unterkam und dort auch die entsprechende Unterstützung bekommt.

Lange blieb ihm aber nicht Zeit, seinen Sieg in Köln zu feiern. „Um drei Uhr morgen früh muss ich wieder auf Arbeit sein“, sagte Wernicke. Die rund 370 Kilometer Heimweg dauern ja auch seine Zeit. Für ihn ist der Radsport mittlerweile nur noch Hobby. Ein zeitintensives allerdings. Denn um auch bei den Jedermännern vorn mitfahren zu können, geht viel Zeit an Training drauf.

„So zwischen 15.000 und 18.000 Kilometer kommen zusammen im Jahr“, berichtet Nico Wernicke. Gemessen an seinen Zeiten beim Team BH sicher nur ein Klacks von dem Umfang, der damals zu absolvieren war. Und im Vergleich zu anderen seiner Konkurrenten in Köln am Ostermontag sogar schon fast wenig. Denn es gibt nicht wenige, deren Trainingsumfänge sich jenseits der 20.000 Kilometer pro Jahr bewegen.

Finanzieren muss sich Nico Wernicke zu einem großen Teil aber selbst. Wenngleich ein Teil des Materials und auch der Reisekosten gestellt werden. Es ist also reiner Hobbysport.

Nico Wernicke und das Team Strassacker sind ein Beispiel dafür, dass es auch im Hobbybereich professionelle Strukturen gibt, die der weiter wachsenden Zahl an Jedermannrennen eher gut tun, als schaden. Natürlich stehen für einen Großteil der Teilnehmer noch immer nur der Spaß und das reine Erlebnis im Vordergrund, eben das, was ein Jedermannrennen ausmacht. Doch der Ehrgeiz sollte nicht zu kurz kommen. (rp)

 
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