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2er-RAAM: Die verr?ckteste Woche der Welt
Donnerstag, 31. Januar 2008
Image5.100 km von der Westküste der Vereinigten Staaten zur Ostküste. Das Race Across America (RAAM) gilt als härtestes Radrennen der Welt. 2008 wird es zum 27. Mal ausgetragen. Mit am Start unter anderem das Swissteam RAAM 2008. Zwei Jahre dauert die Vorbereitung, nun fiebern alle dem Start am 10. Juni 2008 entgegen.

Challenge-Magazin.com wird das Swissteam RAAM 2008 in den nächsten Monaten begleiten. In den nächsten Ausgaben werden unsere Leser mehr über das härteste Rennen der Welt und die Arbeit die in so einem Projekt steckt erfahren.

Rainer Kiworra und Johannes Kornacher sind die Fahrer des Swissteam RAAM 2008. Worauf müssen sich Fahrer/innen einstellen, die am RAAM teilnehmen wollen? Johannes Kornacher teilt uns die Gedanken eines Hobby-Fahrers mit, der in wenigen Monaten seine Grenzen erreichen wird.

Im Januar 2006 hat es begonnen. Projekt entwickeln, Businessplan erstellen, Rennpartner und Crewleute suchen. Der Plan: Im Zweierteam ans Race across America (RAAM), 30er Schnitt, 8er Crew, unter die ersten drei. Die Fakten: 5000 Km nonstop, Coast to Coast, Tag und Nacht, einer fährt immer, der andere ruht sich aus, Wechsel alle zwei bis vier Stunden. Etwa sieben Tage und ca. 2.65 Millionen Herzschläge lang. Mit drei Fahrzeugen, gesteuert von Physiotherapeut, Arzt, Mechaniker, Koch, IT-Spezialist, Medienmacher, Elektriker, Allrounder. Es müssen alles verrückte Burschen sein, denn lustig ist dieses Zigeunerleben spätestens nach dem dritten Tag mit vier Stunden Schlaf nicht mehr. Eine Woche durch drei Klimazonen, durch die Wüste, wo es tagsüber auf Pedalhöhe bis zu 50 Grad heiß sein kann, und nachts mit zwei Grad kälter als im Januar 2007 in der Schweiz. Die Rockies rauf und runter, durch Kansas mit dem ewigen Wind, am Ende noch über die Apallachen mit den bissigen Anstiegen. Und überall Indianer!

Da zählt nicht, wie schnell du daheim im Training oder bei Rennen die Hügel hochjagst. Beim RAAM gewinnt nicht der schnellste Fahrer, sondern das beste Team. Alle für einen, einer für alle. Keine Eitelkeiten, keine Sonderwünsche. Spass haben, aber im richtigen Moment Ruhe, Sicherheit, Willen und Ausdauer zeigen. Zusammenhalten, alles dem Ziel unterordnen.

ImageJede Wüste hat ein Ende

RAAM heisst, immer im Moment zu leben und immer voraus zu denken. Kräfte einteilen, nicht bolzen. Das grosse Ziel in viele kleine aufteilen. Cool bleiben, wenn’s heiß wird: Jeder Berg hat einen Gipfel, jede Wüste ein Ende. Nichts ist ewig, nur weil es schier ewig dauert. RAAM heisst, Dinge zu tun, die andere für unmöglich oder für völlig verrückt halten. Stimmt das? Zumindest ist es nicht unmöglich, eine Woche lang verrückt zu sein. Das gilt für alle, Crew und Fahrer.

5.000 Kilometer am RAAM sind für jeden Athleten nach unserem Plan jeden Tag rund 350 km. Regen oder Hitze, Tag oder Nacht. Das muss man üben. Höchstens 30 Prozent jedoch lassen sich trainieren. Sonst müssten wir Profis sein, und der Aufwand ist bei zwei Tagen Simulation in Europa schon gigantisch. Wir können Infrastruktur, Betreuung und sportliche Leistung nur in Teilen erarbeiten und dann zusammensetzen. Wir fahren da mal ein Rennen über 180 km, dort ein 24-Stunden-Race mit Boxenpiss von 90 Sekunden, ein Mannschaftszeitfahren beim Klassiker Trondheim-Oslo (540 km), den Schweizer Radmarathon über 720 km oder gehen auf 24-Stunden-Rollen-Weltrekordjagd.
 
Kiloweise Babycreme in die Hosen

2008 wird jeder von uns mit 8.000 bis 10.000 km in den Beinen in den USA an den Start gehen. Keine Gnade für die Wade! Ernähren uns nur noch mit Flüssignahrung, schlürfen Fettgels, schmieren kiloweise Babysalbe in die Hosen und schnallen uns zur Not ein Polster unter den Kiefer, damit der Kopf oben bleibt. Sonst fahren wir, solange wir können. Und das geht meistens ziemlich lange. Als ich letzten Sommer zum ersten Mal zu einem 630 Kilometer-Marathon antrat, hätte ich nach gut 23 Stunden reiner Fahrzeit und insgesamt 4 Stunden Pause noch gut einige Stunden weiter fahren können. Kommt immer aufs Ziel an. Man kann dann zwar noch ganz gut strampeln, aber die Betreuer müssen einen zum Pinkeln vom Rad lupfen.

Das RAAM ist teuer. Wir brauchen umgerechnet etwa 5 Colnago-Ferrari-Edelräder für das Ding. Wir brauchen Sponsoren, die uns Flüge, Hotels, Autos, Elektronik und Verpflegung finanzieren. Dazu Materialsponsoren (kleine Episode: Sponser – Sporternährung – hat uns Einkaufsrabatt angeboten – „und Bidons selbstverständlich gratis". Haben wir gelacht!). Kein Schlecken, dieses Geschäft! Wenn man aber sieht, wie viele Leute bei Jedermannrennen starten, weiss man, dass dieser Markt interessant ist. Wir verkaufen uns jedenfalls nicht für ein Butterbrot und eine Plastikflasche.

ImageEigener Apres Velo-Outfit-Shop

Unser Team bringt ein gutes Viertel der Kosten selbst auf. Unser brandneuer Outfit-Webshop (read more ) mit exklusiven Velomotiven wird dabei eine Hauptrolle spielen.

Dazu gibt es jetzt einen Fanclub für Freunde, Bekannte, Kollegen und Gönner (http://www.swissteamraam.ch/index.php?link=supporterclub ). Jeder bekommt ein exklusives Geschenk, Einladungen zu unseren Events und kann das Projekt hautnah mitverfolgen. Ausserdem können Firmen auf unsere Startseite ihr Logo auf die Karte platzieren und sich ihre Zeitstation reservieren. Wir brauchen diese Leute, sonst geht es nicht. Für viele ist es toll, auf diesem Weg an diesem Abenteuer dabei zu sein. Wir werden da einiges an Tamtam machen, damit es für alle ein Gewinn wird. Schliesslich machen es unsere Fans mit einem Hunderter möglich, dass wir jeden Tag fast einen Edelrenner durchlassen - alles nur wegen einer verrückten Woche.

http://www.swissteamraam.ch
 
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