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"Heinrich H?vel (Enrico Hovel) in la mia bella Italia" - Teil 2
Montag, 31. Dezember 2007
ImageVeneto, eine touristisch bedeutende Region Italiens, schafft es unterschiedlichste Urlauber anzuziehen. Ruhe Suchende entspannen sich am Meer, Aktivurlauber unternehmen Ausflüge in die Berglandschaft. Kunst- und Kulturliebhaber zieht es eher nach Venedig oder Verona.

Warum nicht den Aufenthalt in dieser wunderschönen Region mit einigen harten, aber fairen Jedermann-Rennen krönen?  So macht es unser Radsport-Original Heinrich Hövel. In der Dezember-Ausgabe des Challenge-Magazin.com endete der erste Teil seiner Geschichte mit dem Sieg in Busco. Doch Heinrich will noch mehr.

Bevor ich von einem weiteren Rennen berichte, habe ich noch ein paar Informationen zu den Rennen. Sie unterscheiden sich in einigen Punkten von den Jedermann-Rennen in Deutschland.

Da wir im Veneto ca. 7.000 Senioren-Fahrer haben, gibt es folgende Klassen-Einteilung:

Cadetti,  Junior bis 32 Jahre
Senior 33 - 40
Veterano 41 - 46
Gentleman 47 - 54
Super-Gentlemen A 55 - 62
Super-Gentleman B 63 - 70 + Donne   (Frauen)
 
Meine Mannschaftskollegen von ASD GS DE LUCA RENAULT MAG. VOLTOLINA KARISMA PORTOGRUARO fahren bis zu 120 Straßenrennen im Jahr. An einem Sonntag konnte ich schon mal unter 13 Rennen im Umkreis von 150 km auswählen. Bei den Rennen liegen auch immer Zettel mit den nächsten Rennterminen aus.
 
ImageKurz vor dem Start wird schon mal nach kurzer Diskussion entschieden, ob Klassen separat oder zusammen gestartet werden und getrennt gewertet werden. Je Klasse sind 60 bis 120 Fahrer am Start. Bei meinen Rennen der Klassen Super-Gentleman A und B waren bis zu 200 Starter im Rennen. 

Für den zweiten Sieg musste ich mich zuerst einmal mächtig präparieren. Ausgeschrieben war LOVERTINO DI ALBETTONE (PADUA) d. h. südlicher als  Abano Therme und Montegrotto - mitten in den Eugenischen Bergen.
Für mich als 86-kg-Mann die Herausforderung schlechthin. Immer wieder sagte ich mir: Du bist der einzige Bergspezialist mit 86 kg. Spätestens nach meinem Deutschen-Meister-Titel der Senioren 2001 in Görlitz musste man mir das ja glauben. Aber war ich selber auch davon überzeugt? Oh Gott - nur keine Blamage! - das Fernsehen zeichnete das Rennen auf.
 
Am Vortag wurde ich knapp geschlagen Zweiter, diese Niederlage wurmte mich schon sehr. Also gab es abends Kohlehydrate in Form von Pasta, morgens einen Riesenteller kernige Haferflocken - schon wegen der androgenen Wirkung - im Geiste spürte ich meine ohnehin üppige Muskulatur auf dem Weg zum Rennen wachsen.

ImageDie Strecke war Gott sei Dank zwar keinen Meter flach, aber für mich wie geschaffen. Hier musste man clever sein und kraftsparend fahren. Bei 17 Grad stehe ich im schicken Renn-anzug von DE LUCA am Start. Ich höre den Sprecher die Favoriten ankündigen.

Ja kennt er mich denn nicht? Von anderen Rennen bin ich Phrasen wie Granate di Tedesco (die deutsche Granate) oder Treno (Zug) gewohnt. Sollte ich hier etwa untergehen?

Das ganze Rennen war eine Attacke nach der anderen. Auf den letzten 10 km hatten vier Fahrer 30 Sekunden Vorsprung. Kein DE LUCA in Fuga (Führung). Meine Frau, genau wie mein Sponsor, motivieren mich zum Nachsetzen. Ein Antritt muss reichen. Der 11er treibt mir die Milchsäure in die Muskulatur. Rein in die Gruppe - aber die Ankunft eines Sprinters lässt die Vier vollkommen erlahmen. War das wieder ein taktischer Schachzug meiner Konkurrenz? Will man hier die SQUADRA DE LUCA, die nur Campione in ihren Reihen hat, einmal echt versenken?
 
ImageMein Puls kommt von 168 auf 163 runter - zuviel um sofort weiterzukämpfen. Ultimo Giro (letzte Runde)- die Glocke weckt mich auf - wieder Vier weg - wieder senza die noi (ohne uns) - Lorenzo de Luca - sonst selenruhig - springt auf der Straße wie der Teufel auf und ab und schreit: solo volata (nur im Sprint) - meine Mannschaft ist geschwächt - von uns Vieren sind zwei gestürzt - den letzten Anstieg gehe ich mit 53 x 14 an - mein Puls bleibt unter 160 - Klasse, d. h. noch ca. 10 Schläge Reserve - jetzt nur noch 1.000 m zuerst bergab - auf meinen letzten Mann ist verlass - an der 300-m-Marke packt er die vier Spitzenreiter - sofort kommt sein Zeichen - nur nicht zögern - der 11er steht - schaffe ich die 300 m leicht bergauf wirklich von vorne im Wind? -  wieder höre ich meine Frau aus den anderen Stimmen heraus: dai Enrico dai dai dai - dann das erlösende uiii vinto, sowie den Sprecher: bellissima volata (wunderschöner Sprint) ...
 
Mein Tacho zeigte mir nach dem Rennen 260 Durchschnitts-Watt. Die meisten Rennen liegen in Deutschland bei 200 Watt. Selbst die Deutsche Meisterschaft der Senioren lag bei meinen vielen Starts immer unter 240 Watt. Der Durchschnitts-Puls lag bei 147, was noch Reserven bedeutet. Im Sprint leicht bergauf kann ich mit 480 Watt und 59,2 km/h auch hoch zufrieden sein.
 
ImageDas war einer meiner schönsten Siege. Zudem hatte meine Frau den Sieg mit der neuen Digital-Kamera bei ihrem ersten Video-Versuch super aufgenommen. Jetzt noch die Siegerehrung mit Siegerküssen der hübschen, jungen Miss, ein Blumenbouquet wie beim Giro, eine Borsa mit Spezialitäten, zusätzlich noch ein Schinken und alles auch noch mit Televisione.
 
Was will man da noch mehr?
 
Radsport macht eben glücklich!
 
Der Italiener sagt dazu "Passione"!

Euer Heinrich Hövel
 
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