Advertisement
Advertisement
Advertisement

Login Form






Passwort vergessen?
Home arrow Impressum
Interview mit Sebastian Kestner
Freitag, 1. Juni 2007
Sebastian KestnerSebastian Kestner, 22 Jahre alt aus Elbeu bei Magdeburg startete in Göttingen zu seinem ersten Hobby-Rennen und schildert hier seine Eindrücke.

Was hat dich auf die Idee gebracht in Göttingen Dein erstes Jedermannrennen zu bestreiten?

Durch mein Abo einer Hobby-Rennradzeitschrift (Velomotion) bin ich auf die „T-Mobile Cycling Tour 07“ aufmerksam geworden. Ich war von der Idee, solch einer Cycling Tour für Jedermänner so begeistert, dass ich gleich am erstmöglichen Rennen teilnehmen wollte, welches in Köln stattfand. Jedoch wäre allein die An- und Abreise zu kostspielig geworden, da eine Fahrt schon über 400km in Anspruch genommen hätte. Folglich habe ich mir ein Rennen herausgesucht, wo der Veranstaltungsort nicht allzu weit von meinem Heimatort, Elbeu (nahe Magdeburg) ist. Ich wurde gleich bei der zweiten Veranstaltung der TMCT fündig, dass Rennen war in Göttingen und auch „nur“ 200km von mir entfernt. Folglich habe ich mich dort angemeldet und freute mich schon riesig auf mein erstes Jedermannrennen.

Bist du am Morgen angekommen oder hast Du in Göttingen übernachtet und das Frühstück mit genutzt?

Da es für mich eine besondere Veranstaltung war bin ich zusammen mit meinen Eltern am Veranstaltungstag nach Göttingen gefahren. Leider konnte ich das Frühstück nicht nutzen, da wir erst kurz vor 10 Uhr in Göttingen angekommen sind, danach habe ich meine Startnummer empfangen und mein Rad aufgebaut. Da dies zuviel Zeit in Anspruch genommen hat und alles ziemlich hektisch ablief, aß ich nur eine von mir mitgebrachte Banane.

Deine Eindrücke von der Organisation. Anmeldung, Ablauf des Rennens, Zuschauer, Auswertung der Platzierungen.

Für das Jedermannrennen in Göttingen habe ich mich über das Internet angemeldet, was auch problemlos funktionierte.
Schade fand ich nur, dass Start und Ziel an getrennten Orten waren und zudem noch weit auseinander lagen. Meine Eltern waren zu diesem Rennen mitgereist und wollten mich, gerade beim Zieleinlauf, filmen. Da es in der Hektik im Zuge der Vorbereitung an uns vorbeigegangen war, dass sich Start und Ziel an getrennten Orten befanden, schafften es meine Eltern leider nicht mehr bis zu meiner Zieleinfahrt. Es hätte zu einer Note 1++ der gesamten Organisation noch ein Shuttle-Service gehört, der die Zuschauer bzw. mitgereisten Begleiter der Fahrer vom Start zum Ziel gefahren hätte.

Die Einteilung der Startgruppen fand ich in Ordnung. Da ich nicht genau wusste was bei diesem Profil auf mich zu kommt, habe ich vorsichtshalber einen eher niedrigen Schnitt von 26km/h angegeben. Bei uns in der Ebene fahre ich zwar problemlos im Training einen 30er Schnitt, da ich das Profil vorher ausreichend studiert hatte, habe ich meinen Schnitt nach unten korrigiert. Durch die Starteinteilung kam es auch zu keinem Gedränge oder ähnliches und von daher bestand für mich auch zu keinem Zeitpunkt ein erhöhtes Sturzrisiko zu Beginn des Rennens. Leider war für mich nicht eindeutig zu erkennen, wo nun der eigentliche Start des Rennens war. Das fand ich ein bisschen schade, da ich, wie schon gesagt, dass Höhenprofil sehr genau studiert habe und ich laut meines Radcomputers wissen wollte, wann welche Steigungen/Abfahrten kommen. Dies war nun nicht mehr genau möglich.

Mit der Auswertung der Platzierungen nach Startnummern, Kategorie, Teamwertung, Firmenwertung, Tandem und Gesamt bin ich voll und ganz zufrieden.

Wie sah es an der Strecke mit den Zuschauern aus, am Ziel war die Stimmung ja sehr gut und jeder Fahrer wurde gefeiert.

Es war einfach unglaublich! So etwas habe ich in meiner Sportlerkarriere noch nicht miterlebt. Ich habe es bis auf einen Wettkampf, beim Marathon in Berlin, noch bei keinem Wettkampf erlebt, dass die Zuschauer sogar nicht nur am Start und Ziel standen, sondern auch mitten auf der Strecke, dass hat mich sehr fasziniert und mich natürlich auch noch mehr angespornt. Es war so richtig Gänsehautstimmung. Ich hatte zwar vorher schon im Internet gelesen, dass die Stimmung und die Zuschauer richtig klasse waren, aber mit so was habe ich nicht gerechnet, ich habe es so richtig genossen an der Menschenmasse vorbeizurauschen, echt ein super geiles Gefühl. Besonders bei den beiden Steigungen haben mich die Zuschauer durch Ihr anfeuern regelrecht den Berg hochgezogen. Ich fühlte mich ein bisschen wie ein Radstar bei der Tour de France. Ein Erlebnis was ich noch lange in Erinnerung behalten werde.

Das selbe Spiel natürlich am Ziel, diese Anfeuerungsrufe geben einen noch mal einen besonderen Schub und Kraft und so konnte ich auf den letzten Metern noch mal Zeit gut machen. Insgesamt bin ich mit der Euphorie und Engagement der Zuschauer mehr als zufrieden, ich habe es noch nirgendwo schöner erlebt.

Sind Platzierung und Zeit für Dich wichtig oder zählte nur der Spaß und das Erlebnis?

Ich gehe immer an den Start um das bestmögliche Ergebnis für mich herauszuholen und damit gut abzuschneiden. Mir ist aber auch klar, dass ich nicht zur Elite gehöre und von daher leider nicht bei den oberen Platzierungen mitmischen kann. Natürlich sollte der Spaß und vor allem das Erlebnis nicht zu kurz kommen und dies wurde auch mit vollster Zufriedenheit erreicht. Das Profil der Strecke machte mir im vorhinein etwas Angst, da ich mit solchen Steigungen in meiner Gegend nicht viel zu tun habe. Da es aber mein großes Ziel dieses Jahr war, an einigen Jedermannrennen teilzunehmen, die nicht nur im flachen Terrain stattfinden, habe ich mich entsprechend vorbereitet. Meine Großeltern wohnen im Harz und von daher bot sich keine bessere Gelegenheit hier zu trainieren. Ich fuhr einige Touren vom nördlichen Harz in Richtung Braunlage über Bad Harzburg und den, für mich schon harten Anstieg, hinauf zum Torfhaus. Im Jedermannrennen in Göttingen haben sich diese Touren im Harz für mich bezahlt gemacht. Ich habe gelernt, dass man sein Tempo am Berg durchfahren muss. Dies habe ich auch am Hohen Hagen getan und ich flog regelrecht an den einzelnen Rennradfahrer vorbei und konnte somit weit über 100 Fahrer am Berg stehen lassen. Das war für mich das beste und schönste Gefühl der ganzen Tour in Göttingen, gepaart mit der tollen Zuschauerstimmung ein unvergessliches Erlebnis!

Mit meiner Zeit von 02:24:42 Stunden und einen Schnitt von über 33km/h konnte ich meine  Erwartungen mehr als übertreffen. Insgesamt habe ich den 392 Platz von über 1300 Teilnehmern erreicht, besser hätte es für mein erstes Jedermannrennen nicht laufen können.

Gibt es besondere Erlebnisse auf der Strecke die Du in Erinnerung hast?

Ich kann sagen, dass ich nur schöne und positive Erlebnisse von dem Rennen habe, Zuschauerstimmung top, Strecke super, Zeitmessung einwandfrei, Anmeldung und Startnummernausgabe vorbildlich, man kann es meiner Meinung nach nicht viel besser machen. Traurige Erlebnisse blieben mir zu meiner Zufriedenheit erspart, Stürze etc. habe ich nicht mitbekommen und sonst gab es auch nicht ein Hauch eines Erlebnisses, welches man in Göttingen als traurig beschreiben könnte, einfach eine tolle Veranstaltung.

War Göttingen das einzige Rennen für Dich oder bist Du jetzt auf den Geschmack gekommen und fährst noch weitere Veranstaltungen mit?

Sicher war das Jedermannrennen in Göttingen bisher ein einmaliges Erlebnis, welches ich hoffentlich noch lange in Erinnerung behalten werde. Gerade deshalb möchte ich gerne noch an mehreren solcher Veranstaltungen teilnehmen. Ich weiß nicht ob ein Rennen in Deutschland die Veranstaltung toppen kann, aber ich bin mir sicher, dass mir andere Rennen auch sehr viel Freude bereiten. Am liebsten würde ich an soviel wie möglichen Jedermannrennen der TMCT teilnehmen, aber leider sind die hohen Anfahrtskilometer von teilweise über 500km doch ein finanzielles Hindernis für mich. Dazu kommen noch die Startgebühren die entrichtet werden müssen. Von daher bleibt mir eine Teilnahme an mehr als 4 Rennen der TMCT verwehrt. Gern hätte ich auch an den Vattenfall Cyclassics in Hamburg teilgenommen, wo ich mich auch Anfang diesen Jahres anmelden wollte, jedoch waren zu diesem Zeitpunkt bereits alle Startplätze vergeben. Schade, aber dafür werde ich wohl in Hannover an den Start gehen und das sogar zusammen mit meinem Vater, der auch in Göttingen von diesem tollen Erlebnis angesteckt wurde und unbedingt an so einer Veranstaltung teilnehmen möchte.


Mit Sebastian Kestner sprach Wolfgang Schaaf.
 
Anzeige
Advertisement
Advertisement
Advertisement
Advertisement
Advertisement

Facebook


blank

Advertisement