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Training im Gel?nde, gute Alternative zum Frieren auf der Strasse?
Freitag, 30. November 2007
ImageDer Trend des Cross- oder altmodisch Querfeldein-Rades ist deutlich zu erkennen. Ist man vor zwei, drei Jahren noch als Exot mit einem Rennrad im Wald aufgefallen, so gehören Crossräder nun wieder zum „normalen“ Sportgerät im Wald. Als die Welle des Mountain Bike Sports aus den USA nach Europa schwappte, verdrängten die immer beliebter werdende MTB-Rennen die traditionsreichen Querfeldeinrennen.

Ein Grund hierfür war nicht zuletzt die Jedermann-Tauglichkeit des MTB. Das Fahren mit schmalen Reifen und Rennlenker verlangt vom Athleten hohe Fahrsicherheit und vor allem Radbeherrschung. Ist diese nicht gut ausgebildet, kann eine Ausfahrt schnell als frustrierende negative Erfahrung enden. Der gerade Lenker, die aufrechtere Sitzhaltung und die breiten Reifen beim MTB vermitteln direkt ein angenehmeres Fahrgefühl. Durch das Aufkommen von Zusatzbremshebeln am Oberlenker des Querfeldeinrades konnte auch hier ein besseres und sichereres Gefühl erzielt werden. Nun konnten sich auch wieder weniger versierte Radsportler auf schmalen Reifen ins Gelände wagen.

Das Besondere am Querfeldeinsport ist die Geschwindigkeit. Die Sicherheit, die breite MTB-Reifen geben, nehmen den Schwung und stehen so einem rasanten Fahrgefühl im Wege. Diese rasante Fahrt durch den Wald gibt einen neuen Kick und wirkt viel eleganter als das eher gemütliche Vorankommen auf dem MTB. So können auch vermeindlich langweilige Feldwege zwischen zwei Waldgebieten mit dem Querfeldeinrad gut und mit angenehmem Tempo befahren werden.

Das Training im Gelände hat viele Vorteile. Es ist es sehr abwechslungsreich, und im Gegensatz zum Straßentraining werden mehr Muskelgruppen angesprochen. Die höhere Muskelaktivität sorgt dafür, dass auch bei sehr niedrigen Temperaturen das Training erst später als unangenehm (durch kalte Gliedmaßen) empfunden wird. Durch die ungewohnten Bodenverhältnisse werden die Radbeherrschung und die Fahrtechnik hervorragend geschult. Gerade im Nachwuchsbereich sollte deshalb das Fahren im Gelände genauso zur Grundausbildung des heranwachsenden Radsportlers zählen wie das Fahren auf der Radrennbahn.

Gegen ein Training im Gelände in den Wintermonaten spricht allerdings die recht hohe Intensität der Belastung. Lehrbuchmäßig sollte der Radsportler doch in der kalten Jahreszeit seinen Schwerpunkt auf das Grundlagen-Ausdauertraining legen. Dieses nimmt allerdings bei einer Trainingseinheit im Gelände maximal einen Anteil von 30% ein. Die meiste Zeit wird im GA II und EB Bereich gefahren. Hinzu kommen die kraftintensiven kurzen Anstiege, die schon als Krafttraining angesehen werden können.

Das Training im Gelände ist also eine zweischneidige Sache. Aus Sicht der Trainingswissenschaft eher kontraproduktiv, ist es für die Motivation und Abwechslung eine tolle Sache. Wer schon einmal versucht hat,einen harten Winter durch zu trainieren, weiß, wie schwer es ist, sich immer neu zu motivieren. Der Wechsel von eiskaltem Straßentraining und sehr stupiden Rollentraining ist dabei keine echte Abwechslung. Um einen Trainings-Winter gut zu überstehen, ist es sicherlich von Vorteil, auch einmal etwas für den Spaßfaktor zu tun.

Eine schöne Tour durch den winterlichen Wald hebt die Stimmung und sorgt für neue Reize auf dem Rad. Darum nur keine Scheu vor Schnee und Matsch!

Viel Spaß beim Fahren, aber bitte mit Rücksicht auf die Wanderer!

Zum Abschluss noch zwei Tipps:

Eine kleine Klingel am Rad erspart lästiges Rufen, um sich Platz zu verschaffen.
Nach der Ausfahrt durch den Schlamm kann ein Hochdruckreiniger in einer Auto-Selbstwaschanlage sehr gute Dienste leisten. Für einen € erspart man sich das lästige Rad putzen. (es)
 
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