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Challenge-Reisetipp: Sinnlich-sportliches S?dafrika!
Freitag, 30. November 2007
Gedanken über eine 16-tägige MTB-Reise: Western-Cape-Mountainbiking oder “Enjoy the Cape Epic

ImageZugleich ein Explorationsbericht aus Mountainbikers Sicht: Ein Besuch Südafrikas ist wie eine Reise der Sinne. Und so bleibt mir ein Wort ganz besonders in Erinnerung: „Lecker“ – der afrikaanse Name für „klasse, wunderbar, großartig“. Und der trifft nun die Bedeutung „Geschmack“ auf vielfältigste Weise. Denn Südafrika fasziniert Gaumen und Erinnerungsvermögen aus verschiedensten Gründen:

Zunächst natürlich in kulinarischer Hinsicht: lukullische Leckerbissen und exquisite Leckereien, die die südafrikanischen Kochkünstler mit erstaunlichem Einfallsreichtum zaubern. Komponiert mit kreativen Schätzen ihrer jeweiligen Zutaten, begleitet von einer vollmundig vielfältigen Weinkarte; und dabei nicht zu vergessen: das leckere Potpourri an Kaffeesorten aus den vielen Coffee-Shops, wo neben einem Cappuccino allerlei liebenswerter Krimskrams und eine Fülle von landestypischen Mitbringseln verlockt, sofort ins Rückreisegepäck zu wandern.

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„South Africa“, gelegen am südlichsten Rand des afrikanischen Kontinents mit einer Küstenlinie, die sich an endloslangen weißen Sandstränden über mehr als 2.500 km ausdehnt, umschlossen von gleich zwei Ozeanen: dem Indischen und Atlantischen Ozean. Südafrika – Land im Lichte der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft.

Dabei ist es vor allem das Tageslicht, das dieses Land sichtlich so markant von anderen abzeichnet: wie glänzt doch dieses Land in diesem Licht, in dem die Sonne jeden noch so versteckten Winkel ausleuchtet! Das Wasser wirkt hier blauer, die Landschaft satter und bunter, als man es gewöhnt ist. Kein Wunder, dass viele der großen Firmen ihre Kreativzentralen ans südliche Ende der Afrika-Welt verlegt haben.

Was für ein Vergnügen, dieses Land aus sportlicher Sicht zu erkunden! So konnte ich innerhalb eines üppigen Monats sprichwörtlich die halbe Welt in einem Land wahrnehmen: Südafrika ähnelt oft genug Kontinenten wie Neuseeland und Südamerika, auch Europa in Form von Irland und der Schweiz scheint die Region in sich zu vereinen.

Was für eine Abwechslung, dieser Welt mit Bike und Stollenreifen zu begegnen! Vorbei an Bergen, die über die Ebene wachen, vom Hochplateau des Tafelberges bis zur endlosen Halbwüste der kleinen und großen Karoo, wo sich Höhlen mit Millionen Jahre alter Gesteinsformation finden.

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Vorbei an tiefdunklen Flüssen, die durch uralte Wälder rauschen. Bewunderung für die Einzigartigkeit des Landes, in dem ein Zehntel aller Pflanzen der Erde zuhause sind. Zu gerne erinnere ich mich an die Momente, in denen wir über alte Farmweiden in schroffen Felsgebilden von unendlicher Weite pilotierten.

Südafrika ist XXL. Diese landschaftliche Weite erstaunt und überrascht das europäisch gewohnte, räumliche Denken. Und so verwundert es nicht, in so manchem Landstrich über weite Bergrücken hinweg plötzlich ein Schmalpfad-Labyrinth vorzufinden, das extra für Mountainbiker kilometerweit konstruiert wurde.

Künstliche, „lecker“ Trailparadiese – was für eine Arbeit!! Farmer und Weinbauer, zugleich Bikefreaks, haben teils sogar ihre Weinberge und Rebenlandschaften mit speziellen Bike-Pfaden nur für die Stollenreifen ausgekleidet. Und so erfreut Essen und Trinken gleichermaßen im angrenzenden Chateau-Restaurant den Sportler nach seinen bis dahin unvorstellbaren Pedalritten durch Paarl, Stellenbosch oder Franschhoek.

Die Begeisterung für den Radsport ist hier enorm. In Kapstadt findet sich in der „Argus“-Tour mit das größte Eintages-Road-Radrennen der Welt mit bis zu 35.000 Teilnehmern. Hier fahren alle mit: Profis, Amateure und Hobbyradler gleichermaßen. Ähnlich auch beim Cape Epic-Etappenrennen, das seit 2004 jährlich limitiert ca. 1000 Mountainbiker als 2er-Teams auf 900 Rennkilometer zusammenschweißt und mit 16.000 Hm fasziniert: 9 Tage höchst anspruchsvolles Mountainbiking durch Halbwüste und Bergpässe: Höhenmeterfressen und Staubschlucken auf bizarren Busch-, Sand- und Kiespisten, wobei die Farmer einmal im Jahr ihre privaten Landgüter öffnen und einer Karawane von mountainbikesüchtigen Marathonisti und ihren Betreuern Durchlass gewähren.

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Ein bedeutendes Etappenrennen jetzt schon, mit wachsender Begeisterung von Aktiven, Betrachtern, auch Sponsoren - stets im Visier: das Ziel der Region um Kapstadt, wovon nicht wenige behaupten, dies sei die schönste Hafenstadt der Welt. Und tatsächlich beeindruckt jeden frisch gelandeten Besucher bereits am Airport die in der Bucht gelegene Stadt mit ihrer dominanten Bergsilhouette, mit ihrem unverwechselbaren Wahrzeichen, dem „Table Mountain“. Mit einer Berg-Skyline, die das gesamte Stadtbild überragt. Und einer Fels-Formation, bestehend aus so klangvollen Namen wie „Signal Hill“, „Lion's Head“ oder „Devils Peak“. Erhalten haben sie ihre Namen aus gruseligen Geschichten spannender Sagen.

Sagen aus der Zeit, in der die Seefahrer den Cape-Point zu umschiffen versuchten, in der Hoffnung, nicht gegen einen Felsen zu fahren. Eine Hoffnung, die für mehr als 3000 Schiffe, die nun als Wracks den Meeresgrund zieren, nicht in Erfüllung ging. Als Biker findet man heute im „Kap der guten Hoffnung“ einen guten Trainingspartner mit stetig steifer Brise; an einem Ort, wo sich in Lagunennähe Brillenpinguine tummeln; in einer Region, wo man oft genug Wale beobachten kann; bis zum südlichsten Western Point, wo der massive Leuchtturm seine Bedeutung peu à peu verloren hat.

Capetown, die Stadt am Kap: hier findet man mit der Long Street eine der belebtesten Straßen, angefüllt mit Kneipen, Restaurants und Nachtclubs, was die Straße selbst so zur Vergnügungsmeile macht. Hier findet man in der Waterfront eine unmittelbar am Wasser gelegene, außergewöhnliche Shoppingmeile, aber auch eine Vielzahl von historischen Museen und Gebäuden, wie das „Castle of Good Hope“: das älteste erhaltene Gebäude Südafrikas aus dem Jahre 1666.

Nicht ganz so alt, doch umso historischer: eine Fahrt mit dem Choo-Tjoe-Train – eine Dampflok-Fahrt auf einer 68 km langen, eingleisigen Strecke. Eine Zugfahrt mit einer alten Lokomotive, die sich genauso schreibt, wie sie tutend klingt.

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Die zwischen 1924 und 1928 gebaute Route galt damals wegen der schwierigen topografischen Bedingungen als teuerster Streckenabschnitt der Welt. Heute bildet die spektakuläre Streckenführung entlang der Küste der Garden Route nicht nur ein beliebtes Ziel für Touristen und Eisenbahnfreunde, sondern auch für uns Biker eine nostalgische Kurztransferstrecke: wir werden hierbei durch die malerische Küstenlandschaft transportiert, vorbei an farnbedeckten Hügeln, durch Wälder und Tunnel. Wir überqueren Seen, Flüsse und die Lagune von Knysna über Brücken und Schienensträngen, die dicht über der Wasseroberfläche verlaufen.

Zwischen George und Knysna verläuft diese als letzte, planmäßig von Dampflokomotiven bediente Strecke in ganz Südafrika.

Etwas nördlicher, in Prince Albert, steuern wir unsere Bikes zum landschaftlichen Höhepunkt und klettern zugleich zum höchsten Punkt der Tour: unweit vom beschaulichen Ortsausgang biken wir entlang einer Schotterpiste über den Swartbergpass in die Klein Karoo. Die canyonartige, wilde Strecke durch das vielfarbig gefaltete Sandsteingebirge, Mitte des 19. Jahrhunderts von Sträflingen bis in knapp 1600 m Höhe erbaut, war seinerzeit eine grandiose Ingenieursleistung.

Nichts hat sich seitdem verändert: mit herzklopfenden Kurven und Blicken hinab, als gucke man mitten in die Schöpfungsgeschichte. Links und rechts unserer Pfade, auf dem Weg zur abgelegenen Hütte, entdecken wir dann Tausende von Proteen und viele Erika-Arten inmitten eines unbeschreiblichen Kräuterdufts.

In knapp 2000 m über Meeresspiegel blicken wir schließlich auf eine dichte Vegetation, die aus der Distanz wie eine endlos grüne Matte aussieht und sich erst beim näheren Betrachten als Ansammlung aberhunderter, unterschiedlicher Pflanzen („fynbos“) in allen Grüntönen dieser Welt entpuppt.

„Lecker!“ Doch was wäre (Süd-)Afrika ohne seine Tierwelt? Hier erlebt man, wie Paviane, „Baboons“ zunehmend neugieriger auf Menschen werden. Wie Jahrzehnte alte, riesige Schildkröten gemächlich über die Straße kriechen, oder wie die vielen Strauße, die in Südafrika allgegenwärtig sind, ihre Hälse nicht in den Sand stecken, sondern in die Höh’ strecken.

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Was wäre Südafrika ohne wilde Tierwelt der „Big Five”: dazu zählt man hier den Löwen, Elefant, Leopard, Büffel und das Nashorn.

Als 2006 der Cape Epic-Tross das Wild Life-Ressort von Botlierskorp durchquerte, konnte man manchen Teilnehmer zusammen mit dem illustren Reich der Tierwelt knipsen. Wir dagegen genießen auf Tour wie auf Safari die eindrucksvollen Impressionen mit den Big Five und vielen anderen – quasi die Big Fifty...

Gänsehaut-Begegnungen in einem multikulturellen Land, das von manchem viel zu lange auf seine Vergangenheit reduziert wurde. Doch ist Südafrika wesentlich mehr. Wenn mir nur ein Wort zur Verfügung stünde, es treffend zu beschreiben, welches würde ich wohl wählen...?

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Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit
Sehen wir uns gar in Südfafrika...? :-)
*Markus Wössner*

http://www.cbarao.com.br/init.php/1-year-mba/
 
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