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Vereinigte Volksbank Charity
Donnerstag, 1. November 2007
Nicht „nur“ ein Jedermann-Rennen sondern eine Freundschaftsfahrt!
Von Björn Schultheiss

ImageHallo liebe Leserinnen und Leser, hallo liebe Freunde des Challenge-Magazin.com, nun sitze ich wieder hier in meinem Büro und darf erneut einen Bericht über ein Jedermann-Rennen verfassen. Diesmal aber nicht nur aus der Sicht eines Mitarbeiters im Orga-Team, sondern als Freund und Kollege einiger beim Rennen beteiligter Radprofis.


Anfang Juni kam der Anruf von Heinz Betz, dem Geschäftsführer der Radsportakademie in Bad Wildbad, mit der Bitte, ihn bei einer geplanten Charity-Veranstaltung zu unterstützen. Ich sollte mit meiner Firma (Schultheiss Sportmanagement & Event-Consulting) die Planung und Durchführung der Streckensicherheit im Rahmen eines Jedermann-Rennens mit Profibeteiligung übernehmen.

Ich sagte natürlich spontan zu, und ein paar Tage später saßen wir zusammen in seinem Büro und besprachen das weitere Vorgehen und den geplanten Rennablauf. Er erläuterte mir auch ausführlich, was es mit der Veranstaltung auf sich hatte. Der Erlös der Aktion kommt Star Care, einer 1999 gegründeten Initiative von DaimlerChrysler und anderen Unternehmen aus dem Großraum Stuttgart, zugute. Star Care ist ein gemeinnütziger Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, soziale Projekte für Kinder und Jugendliche in der Region schnell und direkt zu unterstützen.

ImageAm 03. Oktober 2007 sollte demnach zum ersten Mal die Vereinigte Volksbank Charity im schwäbischen Weil der Stadt, im Landkreis Böblingen Nähe Stuttgart, ausgetragen werden. Weltklasse trifft Jedermann! Nur drei Tage nach den Rad-Weltmeisterschaften in Stuttgart sollen viele namhafte, ehemalige und aktive Profis am Jedermann-Rennen teilnehmen und gleichzeitig als Teamkapitän fungieren.

Aber nicht nur ich sagte spontan zu, sondern auch noch eine Reihe namhafter Profis (u.a. Voigt, Schumacher, Wesemann, Kopp, Ludewig, Klöden, Kupfernagel, usw.), die nach einer langen und harten Saison eigentlich die Ruhe dringend nötig hätten. Doch auch sie wollten noch etwas für den „guten Zweck“ tun und sagten ihr Kommen zu.

Und hier ist nun der fertige Bericht:

Dienstag 02. Oktober 2007 – 11.00 Uhr

Tag der Anreise mit einem Teil meiner Mitarbeiter und letzte Streckeninspektion.
Wir wollten ja schließlich den über 700 gemeldeten Jedermännern und –frauen sowie den Profis eine perfekt gesicherte Strecke bieten, so dass sie sich völlig dem gemeinschaftlichen Rad fahren und dem Plausch mit den Profis widmen konnten und sich keine Gedanken über ihre Sicherheit machen mussten.
Dies bedeutete für uns im Vorfeld natürlich zahlreiche Streckenbesichtigungen und Besprechungen mit den verschiedenen Ämtern, der Polizei, dem Rettungsdienst, usw.

Auch mussten am Vortag des Rennens noch knapp 1300m Gitter auf der Zielgeraden und den wichtigen Streckenpunkten aufgestellt werden. Zudem kamen auch noch unzählige Strohballen und rund 70 Ordner, die eingewiesen werden mussten, um für die Sicherheit der Teilnehmer zu sorgen.

ImageNachdem dies alles parallel zur Startnummern- und Trikotausgabe ablief, waren am späten Nachmittag alle Vorkehrungen getroffen, und auch wir konnten zum angenehmen und geselligen Teil der Abend-Veranstaltung übergehen.

Ab 18.30 Uhr hatte die Radsportakademie in der großen Stadthalle von Weil der Stadt zur Nudel-Party geladen. Auch hier waren natürlich schon einige Radprofis, wie u.a. Jens Voigt, Stefan Schumacher und Steffen Wesemann zu sehen. Sie waren recht schnell von vielen Teilnehmern umlagert und gaben bereitwillig Autogramme, Tipps oder ließen sich auf Wunsch auch mit den Hobby-Rennern fotografieren.

Danach kamen dann auch noch diverse Interview-Runden mit den Profis, die vom bekannten Eurosport-Moderator Karsten Migels geleitet wurden.

ImageDanach saß man noch in gemütlicher Runde zusammen, ließ die ganze Saison, wie auch die WM in Stuttgart, noch einmal Revue passieren, diskutierte viel über den morgigen Rennverlauf und genoss das eine oder andere Bierchen in geselliger Laune.

Nachdem dann alle Nudeln verzehrt waren und es auch schon recht spät war, machten sich dann Profis wie auch die Hobby-Rennfahrer Richtung Unterkunft auf, denn schließlich warteten am nächsten Tag doch einige anstrengende Kilometer auf die Teilnehmer.

Mittwoch 03. Oktober 2007 -
07.00 Uhr

Meine Leute und ich drehten nochmals die letzten Runden auf der Strecke und brachten die letzten benötigten Sicherungsmaterialien an bzw. überprüften nochmals die am Vortag bereits angebrachten Richtungspfeile, Strohballen und Absperrgitter. Pünktlich um 09.00 Uhr war alles fertig, und nach einer abschließenden Überprüfung durch die Polizei bekamen wir „grünes Licht“ und dem Start zur 1. Vereinigten-Volksbank-Charity 2007 stand nichts mehr im Wege.

ImageAuf der Bühne direkt bei Start und Ziel wurden von Karsten Migels die Teams mit ihren jeweiligen Teamkapitänen einzeln vorgestellt, die Fans nutzten nochmals die Gelegenheit für einen Schnappschuss oder den Smalltalk mit ihren Idolen, bevor es zur Startaufstellung für das erste Rennen des Tages ging. Als erstes gingen die Jedermänner der Kurzdistanz (3 Rd. = 60km) an den Start.

Und siehe da, ein gutgelaunter, braun gebrannter Jan Ullrich hat sein Versprechen wahr gemacht und kam als gewöhnlicher „Jedermann“ zum Start. Ruck-Zuck war er wie in guten, alten Zeiten von vielen Fans umringt, die ihn immer noch schätzen und feiern. Auch die Medienvertreter waren zur Stelle und berichteten über diese „Sensation“.

Nachdem sich dann der ganze Trubel etwas gelegt hatte, konnte das Rennen mit ein paar Minuten Verspätung gestartet werden.

ImageDie erste Runde wurde neutralisiert gefahren, so dass die Jedermänner auch noch während des Rennens die Chance hatten, mit ihren Idolen zu plaudern, sich Tipps abzuholen oder einfach nur Seite an Seite ein paar gemeinsame Kilometer zu fahren.

Erst danach wurde bei Start und Ziel das Rennen freigegeben. Aber auch während des Rennens wurde die Gemeinschaft über alles gestellt, sodass sich erst in der Schlussrunde eine kleine Gruppe absetzen konnte und den Sieg unter sich ausmachte.

Auch nach dem Rennen waren Jan Ullrich und seine ehemaligen Berufskollegen immer noch von Hobby-Rennfahrern, Fans und Medienvertretern so sehr gefragt, dass wir uns aufgrund dieser besonderen Umstände entschlossen den Start zum zweiten Rennen (5 Rd. = 100 km) um 30 Min. nach hinten zu verschieben.
Und auch hier gab es bei der Startaufstellung eine große Überraschung. Eigentlich sollte Danilo Hondo ja als Team-Kapitän fungieren und mit seinem Team auf die Strecke gehen. Aber aufgrund seiner Doping-Sperre wurde ihm ein Start – auch bei einer Charity-Veranstaltung – untersagt. Dies hinderte Danilo jedoch nicht daran, sich sein Trikot anzuziehen, einen Motor-Roller zu nehmen und sich eben so als „Leitfigur und Team-Kapitän“ ins Renngeschehen zu stürzen. So konnte er dennoch die „gute Sache“ unterstützen und stand freudestrahlend mit seinen Team-Mitgliedern und Profi-Kollegen am Start.

ImageHier wurden dann zwei neutrale Runden gefahren, was die Fahrer natürlich für eine ausgiebige Unterhaltung nutzten oder sich von Danilo als Schrittmacher hinter dem Derny „ziehen“ ließen!

Auch hier stand mehr das Miteinander denn das Gegeneinander im Vordergrund. Die Hobby-Rennfahrer passten auf, sodass es zu keinen Stürzen kam und die Profis gesund und sturzfrei ihr Rennen beenden konnten. Hier muss man den Hobby-Rennfahrern wirklich ein großes Kompliment aussprechen, so gesittet und rücksichtsvoll, wie hier gefahren wurde, erlebt man bei solch einer großen Teilnehmerzahl selten.

Aber auch die Profis gaben ihr Bestes und passten sich der Gemeinschaft an. So z.B. Jörg Ludewig, der mehrfach kurz vor der Ziellinie abbremste, umdrehte und die Zielgerade wieder bergab fuhr, um einigen seiner zurückgefallenen Team-Mitglieder erneut Windschatten zu bieten und sie so ins Ziel begleitete.

ImageAlles in allem war es eine wunderschöne Veranstaltung bei traumhaftem Herbstwetter, bei der weder der Spaß, der Ernst noch der gute Zweck zu kurz kamen. So kamen allein über 35.000 € an Spendengeldern zusammen, die der Star Care Initiative zugute kommen.

Wir hoffen, dass es den Teilnehmern genauso große Freude breitet hat wie dem Orga-Team, den Helfern und Sponsoren und würden uns freuen, auch 2008 wieder eine solch harmonische Veranstaltung erleben zu dürfen.

Bis bald,
euer Björn Schultheiss

(reality tv essays )
 
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