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Giro delle Dolomiti 2007
Montag, 1. Oktober 2007
ImageVom 28.7. bis zum 3.8.2007 fand die 31. Auflage der Dolomiten Radrundfahrt statt. Veranstalter ist der A.S. Giro delle Dolomiti mit Sitz in Bozen.

Von dort wird in der Regel auch gestartet. Teilnahmeberechtigt sind Hobbyfahrer und Amateurradfahrer mit einem Mindestalter von 15 Jahren, welche im Besitz eines für das laufende Jahr gültigen Mitgliedsausweises eines Radsportverbandes sind. Für Inhaber einer Wertungskarte oder Lizenz also kein Problem. Die Teilnahmegebühr beträgt für einzelne Etappen 30,- Euro, für die gesamte Rundfahrt 160,- Euro.

Einen Sturzhelm zu tragen ist Pflicht, die Straßenverkehrsordnung muss eingehalten werden.
Innerhalb der einzelnen Etappen werden auch Zeitfahren in unterschiedlicher Länge durchgeführt. Die restliche Strecke ist mit einer RTF vergleichbar.

ImageAm Samstag, den 27.8. trafen sich die Radsportler zum Einschreiben und zum Empfang des Radsportpaketes, bestehend aus Startnummern für Trikot und Rennrad sowie dem Transponder. Der Transponder dient zum einen für die Zeitmessung der Bergzeitfahren und zum anderen als Kontrolle ob die gesamte Etappe ordnungsgemäß absolviert wird. Weiter gehörten zum Startpaket noch Verpflegungsbons und als freundliches Geschenk der Veranstalter eine Rennhose.

Es geht los

Sonntagmorgen um 8 Uhr war es dann endlich soweit: Mehr als 850 Fahrer und Fahrerinnen hatten sich am Start der ersten Etappe eingefunden.

Für mich eine einmalige Atmosphäre! Teilnehmer aus Italien, Deutschland, Österreich, der Schweiz, ja sogar aus Kanada und Australien. Ein ganz großes Kontingent stellten die Skandinavier: Dänen, Norweger und Schweden finden seit Jahren den Weg nach Bozen. 
 
ImageJeder hat sich vorbereitet und eigentlich von Januar an für diesen Moment gelebt! Endlich setzt sich das riesige Feld wie ein bunter Lindwurm in Bewegung und beansprucht sofort die gesamte Straße für sich. Der Radsport lebt nicht nur, er herrscht in diesem Moment! Nachdem wir die Stadt verlassen haben, schlängelt sich das Feld durch die Obstplantagen von Eppan.

Dann erfolgte der Start zum Bergzeitfahren. Ein riesiger Torbogen, wie man ihn von den großen Landesrundfahren der Profis kennt, markiert den Start. Das Signal vom Transponder wird wahrgenommen und dann heißt es treten und kämpfen. Schnell ist der maximale Pulsschlag erreicht. Man überholt und wird überholt. Endlich findet man den richtigen Tritt und konzentriert sich auf das Rad fahren.

ImageNach ca. einer Stunde Anstrengung liegen die 10 km mit durchschnittlich 9 % hinter den Teilnehmern. Nach der Zieldurchfahrt Verpflegung mit Getränken. Ein frisches Unterhemd oder ein frisches Trikot aus dem vom Begleitfahrzeug mitgebrachten Rucksack angezogen - und dann geht es weiter mit der Etappe.

Noch einmal ca. 800 Höhenmeter, verteilt auf mehrere kleine Anstiege. Dann die rasende Abfahrt nach Meran. Das Feld bewegt sich im Tal  weiter nach Bozen. Ein herrliches Gefühl, knapp hinter dem Führungsfahrzeug zu fahren. Die Fahrer wollen es gleichsam anschieben.

Dann ist das Ziel, die Messe in Bozen, erreicht. Leider fällt der Endspurt des geschlossenen Feldes aus, zu gefährlich. Im letzten Jahr ist einer voll gegen ein Verkehrsschild gefahren. Es gab den Bruch eines Karbonrahmens zu beklagen. Also dann - anstellen zum gemeinsamen Mittagessen.

ImageAnschließend noch einen Blick auf die bereits ausgehangenen Ergebnislisten mit den gefahrenen Zeiten vom Rennen; erinnert mich etwas an das Veröffentlichen der Klausurnoten während des Studiums.
 
Am nächsten Tag dann Start zur zweiten Etappe. Zunächst ca. 20 km flach, dann geht es links ab und der Anstieg beginnt sofort. Noch ist die Steigung recht moderat; Zeit für Gespräche und einen Blick ins Tal. Nach 10 km dann der Start zum Rennen. Manche schnaufen schon nach wenigen Metern, haben aber ordentlich Tempo drauf.

ImageGeduld ist gefragt. Dem Streckenplan ist zu entnehmen, dass die letzten Kilometer eigentlich flach sind. Da muss man sehen, dass man eine gute Gruppe erwischt. Das klappt auch ganz gut und ich erreiche so richtig schön kaputt das Ziel; alles gegeben, aber nicht überzogen.

Das war auch wichtig, denn es folgen noch fast 1000 Höhenmeter, verteilt auf 51 Kilometer.

Defekt auf dem Campolongopass

Die dritte Etappe, die sogenannte Königsetappe, führt ins Herz der Dolomiten. Eine fast klassisch zu nennende Etappe, wurde sie doch schon sehr oft so gefahren. Von Bozen geht es in moderatem Tempo über die alte Brennerstaatsstraße nach Waidbruck. Dann folgt ein 30 km langer Anstieg bis zum Grödner Joch, dann die rasende Abfahrt nach Corvara, der unmittelbar der anfangs recht steile Campolongopass folgt. 

Auf der Passhöhe vom Campolongo treffe ich meinen Radsportfreund Thomas. An einem Brunnen füllen wir die Trinkflaschen noch mal auf. Als ich wieder starten will, bemerke ich einen Defekt am Vorderrad. Der Schlauch hat sich bereits durch die Decke gedrückt. Also muss ich auf den neutralen Materialwagen vom Veranstalter warten. Der Mechaniker repariert, und die Abfahrt kann beginnen. Puh, nochmal gut gegangen. Auf der Abfahrt bei über 70 km/h wäre ein geplatzter Vorderreifen nicht so angenehm gewesen.

ImageSo kann ich die Etappe sicher zu Ende fahren. Ich bin jetzt allerdings froh über den morgigen Ruhetag; drei Tage in den Dolomiten hinterlassen Spuren.

Auf der vierten Etappe dann der Supergau, der Giau. 18 km lang, davon 11 km im Rennen mit bis zu 14 %. Das tut ganz schön weh! Seltsam ist, dass man das unmittelbar nach der Zieldurchfahrt bei der Getränkeverpflegung schon wieder vergessen hat. Das geht allen so!

Der Rest der Etappe ist wunderschön und auch nicht zu schwer. Einige Kilometer vor dem Anstieg zum Pordoi treffe ich an einem Café meine Radsportkumpel vom Puheimer SC. Na, da trinken wir doch erstmal in Ruhe einen Kaffee und genießen die fantastische Aussicht auf die Bergriesen der Dolomiten.

Leider fällt für mich die fünfte Etappe buchstäblich ins Wasser; Dauerregen in Südtirol. Die Gesundheit und die Sicherheit gehen vor; Thomas und ich beschließen einen weiteren Ruhetag.

ImageDas Finale

Die letzte Etappe beinhaltet nur ein kurzes Zeitfahren von ca. 4 km mit 300 Höhenmetern. Aber das heißt  natürlich Anschlag von Beginn an. Bei der Zieldurchfahrt bin ich einerseits froh, ohne große Probleme durchgekommen zu sein, andererseits bin ich auch etwas melancholisch, dass die Woche schon wieder vorbei ist. Die Siegerehrung am späten Nachmittag ist trotz einiger Längen im Programm sehr emotional.  

Für mich steht fest: Ich werde alles daran setzen, am letzten Julisonntag des Jahres 2008 wieder in Bozen am Start zu stehen. 

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Text: Leo Müller, Fotos: Artur Preißner

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