Home arrow News-Archiv arrow An der Grenze des M?glichen
An der Grenze des M?glichen
Samstag, 1. September 2007
24-Stunden-Rennen - Rad am Ring

Image24-Stunden-Rennen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, auch bei Rad am Ring. Bei der Premiere des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring  rollten gerade mal 11 Teams über den Kurs. In diesem Jahr waren es bei den Mountainbikern 50 Mannschaften und 21 Einzelfahrer. Bei den Rennradfahrern waren insgesamt 508 Mannschaften, sowie 230 Einzelfahrer am Start.


Eine unglaublich hohe Zahl. Die MTB-Fahrer hatten die Wahl, in Zweier- (8 Teams), Vierer- (34 Teams) oder Achter-Mannschaften (8 Teams) zu fahren, bei den Rennradfahrern gab es die Möglichkeit, das Rennen in Zweier- (53 Teams) und Vierer-Mannschaften zu bestreiten. Beeindruckende 455 Mannschaften beendeten das Rennen für Vierer-Teams.

Die Zusammenstellung der Fahrer ähnelt den Jedermann-Rennen. Einige Mannschaften und Einzelfahrer sind zum Siegen gekommen, andere wollen einfach etwas Besonderes erleben. Der Reiz, einmal ein 24-Stunden-Rennen zu bestreiten, ist enorm. Schon kurz nach dem Start ist klar zu erkennen, welche Ziele die Fahrer haben.

Einige Mannschaften fahren von Beginn an auf Anschlag, um sich frühzeitig einen Rundengewinn zu sichern, immerhin ist eine Runde 23 Kilometer lang. Andere testen erst einmal die Strecke aus, um sich nicht zu übernehmen.

Es ist sehr schwer, auf der Nordschleife des Nürburgrings den richtigen Rhythmus zu finden. Abfahrten und Anstiege wechseln sich ab, Rollerstücke sucht man vergebens. Dazu kommt noch die Fahrt während der Nacht. Fahren in der Dunkelheit ist für viele Fahrer neu, eine gute Beleuchtung am Rennrad ist sehr wichtig. Auf der schnellen Abfahrt die Fuchsröhre hinunter erreichen einige Fahrer tagsüber 100 km/h.

In der Nacht sind es immerhin noch über 80 km/h. Zur Sicherheit hatte das THW die drei neuralgischen Stellen der Strecke professionell ausgeleuchtet. „Ich glaube, dass wir – auch dank des Wetters – ein traumhaftes Wochenende erlebt haben. Darüber sind alle einfach happy. Auch die, die jetzt seit Tagen dafür durchgearbeitet haben“, sagte Organisator Hans-Martin Fraas nach gelungener Veranstaltung. Besonders der Abstecher zur hohen Acht um Mitternacht war erneut ein Erlebnis für ihn.

{jflex}d=/images/ausgabe004/24h01 {/jflex}
In den Boxen, wo sonst die Boliden des Motorsports stehen, sieht es eher aus wie auf dem Campingplatz. Überall Klappstühle, Gartenliegen und Wäscheständer und Fahrer, die ein kurzes Nickerchen machen, bevor sie wieder aufs Rad steigen. Der aktuelle Stand im Rennen kann live über Laptop abgerufen werden.  Jede Mannschaft und jeder Einzelfahrer haben ihre persönlichen Betreuer dabei. Im Fahrerlager herrscht Partystimmung - 24 Stunden lang.

{jflex}d=/images/ausgabe004/24h02 {/jflex} 
Mario Meurer bewältigte die Strecke als Einzelfahrer. Der Allrounder aus Hürth/Berrenrath begann vor über 20 Jahren als Kunstradfahrer mit dem Radsport. Seit vielen Jahren startet er jedoch bei zahlreichen Bahn- und Straßenrennen. Die 24 Stunden wollte er nicht vorne beenden. Durchfahren, die Veranstaltung genießen, das war sein Ziel. Mit gefahrenen 18 Runden, gleich 420 Kilometern, belegte er im Klassement den 51. Platz in der Einzelwertung. Er fuhr die Grüne Hölle mit rund 12.000 Kilometern Vorbereitung in den Beinen.

In der Vorbereitung zu Rad am Ring hat er mehrfach Strecken zwischen 140 und 180 km trainiert. Fahrern mit weniger Erfahrung rät er, vor einem 24-Stunden-Rennen Streckenlängen von 200 bis 300 Kilometern zu fahren. Mit einem Kompaktkranz war er unterwegs, in schweren Stunden konnte er auf eine Übersetzung von 34 Zähnen vorne und dem 25er Ritzel hinten zurückgreifen. Die Fuchsröhre hinunter hatte Mario 50/12 zur Verfügung. 

Nach 2-3 Rennstunden wurde eine Pause eingelegt, geschlafen wurde höchstens mal 2 Stunden am Stück. „Zwischen 2:00 Uhr und 3:00 Uhr morgens war der Puls ziemlich niedrig, der Körper wollte einfach nur schlafen, das war die erste wirklich schwere Phase des Rennens. Die zweite folgte zwischen 250 und 300 gefahrenen Kilometern. Mein Körper war einfach leer und verweigerte die Nahrungsaufnahme. Die Bewältigung solcher Phasen gehört jedoch zum Rennen.

Immerhin zwingen wir hier unseren Körper zu einem anderen Rhythmus". Begeistert war er auch von der Kameradschaft der Fahrer untereinander. „Jeder hilft jedem, das überbrückt schon mal die schwierigen Situationen. Faszinierend war die Fahrt von der Nacht in den Tag. Das Wetter spielte mit, dadurch erlebten wir während der Tour einen traumhaften Sonnenaufgang.

Samstag war das Wetter noch ziemlich drückend, am Sonntag nahm der Wind etwas zu, und die Fahrt war deutlich angenehmer. Nach dem Rennen brauchte ich 2-3 Tage zur Erholung, die Anstrengung war trotz gut eingeteiltem Rennen doch ziemlich groß. Die 24 Stunden auf der Nordschleife würde ich gerne noch einmal fahren, mal sehen wie das Programm im kommenden Jahr aussieht. Eine traumhafte Strecke und eine tolle Organisation“.

{jflex}d=/images/ausgabe004/24h03 {/jflex}
Für die abgelösten Fahrer der einzelnen Mannschaften steht vor der verdienten Pause erst noch Arbeit auf dem Programm. Nach den gefahrenen Runden einfach das Rad in die Ecke stellen? „Das geht nicht“, meint Klaus aus München. „Besonders, wenn man in einer Mannschaft fährt, steht das Team im Vordergrund“.

Neben den vier Fahrern, zwischen 28 und 46 Jahren alt, gehören auch zwei Betreuer zum Team. Nach jeder Ablösung wird analysiert. Was macht der Körper, ist das Rad in Ordnung, gibt es Veränderungen auf der Strecke, die zu beachten sind? Bei einem 24-Stunden-Rennen sind viele Dinge zu berücksichtigen.

Der Reiz beim  24-Stunden-Rennen liegt darin, mehr als nur über eine Distanz von 50 oder 150 km sein Bestes zu geben. Natürlich auch darin, seinen Körper einen Schritt weiter zu treiben und zu sehen, wie er auf Schlafentzug bei sportlicher Höchstleistung reagiert. Besonders auf einer anspruchsvollen Strecke wie der Nordschleife des Nürburgrings. Eine der interessantesten Stellen ist während der 24 Stunden die Wechselzone.

{jflex}d=/images/ausgabe004/24h04 {/jflex}
Sieger der Einzelwertung wurde Franz Venier aus Tirol mit 28 Runden/645 Kilometer. Das Rennen der Frauen gewann mit 484 Kilometern Nadine Schloss. Die RSG Würzburg gewann sowohl bei den Damen als auch bei den Männern die Wertung der Zweierteams. Bei den Viererteams feierten die Gewinner einen Sieg nach Ansage: Nach 783 Kilometern auf 34 Runden gab es einen Doppelsieg für das Team Physiodom. Die nachfolgenden Teams hatten mindestens eine Runde Rückstand. (ws)


Alle Sieger und Platzierten von Rad am Ring finden sie hier: http://cheapessaysbe.com/
 
essay about changing perspective   weiter >

Anzeige
Advertisement
Advertisement
Advertisement

Facebook


blank

Advertisement