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G?ttingen, eine Reise wert?
Freitag, 1. Juni 2007
ImageDie Tour d´Energie am 29. April in Göttingen war das zweite Rennen der T-Mobile Cycling Tour, verbunden mit der letzten Etappe der diesjährigen Niedersachsen- Rundfahrt. Die Internetseite des Veranstalters machte bereits im Vorfeld Lust auf mehr.

Alle Informationen, alle Pläne, wo was am Veranstaltungstag zu finden ist - ein gutes Beispiel für alle weiteren Veranstaltungen. Für die Anfahrt und im Zielbereich in Göttingen wären zwar mehr und auffälligere Hinweise besser gewesen, mit ausgedruckten Plänen war jedoch alles recht einfach zu finden.

An der Anmeldung gab es weder Samstag noch Sonntag nennenswerte Schlangen, nur beim Frühstück brauchten die Fahrer am Sonntag etwas Zeit. Kein Wunder, immerhin wollten die meisten zur gleichen Zeit frühstücken, damit sie sich frühzeitig in ihren Startblöcken die besten Plätze sichern konnten. Phantasievoll waren auch wieder die Teamnamen bei dieser Tour: Eisenschweinkader, Team Celluloid, Lust auf Genuss oder Ghostrider, um nur einige zu nennen.

Vom Begleitwagen aufs Rad
 
Mit gemeldeten 1.800 Fahrer/innen verzeichnete der Veranstalter einen neuen Teilnehmerrekord. Die Fahrer/innen über 80 Kilometer starteten in Blöcken zu 300 Teilnehmern, für die 50 Kilometer Strecke reichte ein Block.
 
Auch Lothar Klein bereitete sich auf das Rennen über 50 Kilometer vor, der 65-Jährige vom VCE Duderstadt kennt die Gegend rund um Göttingen sehr gut. Bei der ersten Tour d´Energie vor zwei Jahren war er noch im Begleitwagen unterwegs, im vergangenen Jahr ist er selber gefahren. Locker und entspannt steht er am Start, es geht ihm nicht um den Sieg, sondern ums Ankommen. Er fuhr im Rennen unter die ersten 200 und belegte Platz neun seiner Altersklasse.

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Pünktlich um 10:45 Uhr wurde das Rennen bei strahlendem Sonnenschein gestartet. Neutralisiert ging es die ersten 3,7 Kilometer durch Göttingen, bis zum fliegenden Start am Rosdorfer Weg. Die Starter der 50 Kilometer-Runde erreichten bei Scheden den äußersten Punkt, von dort ging es über den Hohen Hagen bergab zurück nach Göttingen. Das Feld der 80 Kilometer-Strecke fuhr eine Schleife über Hannoversch Münden und den Anstieg zum Bramwald hinauf.

Zum Scharfrichter  wurde auch hier der Hohe Hagen, die höchste Erhebung der Tour d’Energie, wo Hunderte Zuschauer auf die Fahrer warteten. Dieser Anstieg bot ein perfektes Terrain für Attacken. Denn von dort oben ging es bis nach Göttingen nur noch bergab.

Kurioser Zieleinlauf 

Im Finale kämpfte eine vierköpfige Spitzengruppe um den Sieg. Hier setzte sich Michael Rademacher vom Team UGS, vor Oliver Beermann (faktor-Magazin/personal sports), Nino Ackermann (Team Blue Essentials) und Christian Prüfert (faktor-Magazin/personal sports) durch. Den Sprint der Verfolger gewann knapp zwei Minuten später Stefan Rademacher (Team UGS) vor Thomas Nanninga. In der Gesamtwertung der T-Mobile Cycling Tour übernahm Michael Rademacher mit diesem Sieg auch die Führung vor Nino Ackermann, Alexander Bauer (Team BikeWear.com) und Stefan Rademacher.

Gute Voraussetzungen für die Brüder Rademacher aus dem Spessart. Bei den Frauen war der Einlauf nicht so eng. Annika Grüber (Team AGAPADIA Münsterland), in Köln noch Vierte, gewann mit zwei Minuten Vorsprung vor der Dänin Elin Amundsen (bobteam.info). Katja Hernold vom TV Kettwig wurde Dritte. In der Gesamtwertung übernahm Elin Amundsen nach zwei zweiten Plätzen die Führung, sie lag allerdings nur knapp vor Annika Grüber, die im Vorjahr die Gesamtwertung gewinnen konnte. Überlegener Sieger der Mannschaftswertung wurde faktor-Magazin/personal sports.

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Kurios war der Einlauf über 50 Kilometer. Etwa zehn Minuten vor der ersten Gruppe fuhr Kai Henrik Günther (faktor-Magazin) alleine durch das Ziel, hielt jedoch nicht an um zu jubeln, sondern fuhr weiter und wurde erst mal nicht mehr gesehen. Eine Verfolgergruppe aus vier Fahrern wähnte sich als Spitze und taktierte auf den letzten Kilometern, da noch keine weitere Gruppe in Sicht war.

Im Sprint setzte sich Nicolas Starosta vor Jonas Leefman, beide aus dem Team "Freunde der Italienischen Oper", Christof Schuck (Komet-Delia Köln) sowie Hendrik Reinmann durch. Diese Vier hatten etwa drei Minuten Vorsprung auf eine weitere Vierergruppe.

Bemerkenswert war der 24. Platz des 64-jährigen Wolfgang Kubiciel aus Göttingen mit nur sieben Minuten Rückstand auf den Sieger. Damit gewann er klar die Wertung in seiner Altersklasse Ü60 und zeigte so vielen jungen Fahrern das Hinterrad.

Warum fuhr der Sieger zehn Minuten vor der Verfolgergruppe ins Ziel und hatte doch nur knapp zwei Minuten Vorsprung im Ergebnis? Am Samstag gab es ein Zeitfahren als Prolog, der allerdings nicht zum Rennen zählte. Der Sieger des Zeitfahrens durfte den Startblock für Sonntag frei wählen.

Er entschied sich für einen vorderen Block der 80 Kilometer langen Runde, in dem seine restlichen Teamkameraden, ein zusammengestelltes Firmenteam, fuhren. Nach dem Start blieb er im Windschatten seines Teams, das im Übrigen die Mannschaftswertung der 80 Kilometer-Runde gewann.

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Bis zur Streckenteilung konnte sich Kai Henrik Günther schonen und fuhr dann mit großem Vorsprung alleine  ins Ziel nach Göttingen. Da er mit der 80er Gruppe über acht Minuten früher auf die Strecke ging und fast zwei Minuten noch an Zeitvorsprung verteidigen konnte, war er zehn Minuten vor der nächsten Gruppe im Ziel, die sich durch das Feld der 80 Kilometer-Strecke nach vorne kämpfen musste und dadurch natürlich wertvolle Zeit verlor.

Für die kürzerer Strecke gab es einen seperaten Block hinter dem Feld für die 80 Kilometer-Runde. Der Wettbewerb wird natürlich verzerrt, wenn ein einzelner Fahrer die Möglichkeit bekommt sich, weiter vorne mit einzureihen. Ein weiteres Problem war der Start der 50 Kilometer-Fahrer unmittelbar hinter den letzten 80 Kilometer-Fahrern. Hier sollte der Abstand größer sein.

Bei der Siegerehrung gab es dann auch einige Buhrufe und Pfiffe für den Sieger. Hier wurde jedoch nicht betrogen, sondern nur das Reglement ausgenutzt. Christof Schuck wurde als zusätzlicher Dritter geehrt, ein Trostpflaster für den entgangenen Sieg in seiner Alterklasse. Bei den Frauen siegte Anke Lukat mit großem Vorsprung vor Ninetta Kosswig (Radon Cyclepower) und Sandra Müller. Die Mannschaftswertung gewannen die Freunde der italienischen Oper.
 
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Auf der Straße rund um Start und Ziel war es inzwischen schon richtig voll, die Stimmung der Göttinger Zuschauer wurde immer besser, jeder ankommende Fahrer, jede Fahrerin, auch die letzten wurden stürmisch bejubelt, der Sprecher nannte viele Teilnehmer bei der Zieldurchfahrt mit Namen. Es war ein Fest, der richtige Rahmen für die Ankunft der Profis. Auch bei der Nudelparty für die Hobby-Rennfahrer war die Begeisterung groß, eine tolle Idee des Veranstalters.
 
War Göttingen eine Reise wert? Ein klares Ja! Mit einer Regeländerung bezüglich der Startblöcke und einer etwas besseren Ausschilderung ist dieses Rennen perfekt. Da werden es andere Veranstalter schwer haben mitzuhalten. (ws)
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