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Kleine ?berraschungen in Bochum
Samstag, 1. September 2007
ImageEs war ein sonniger Morgen, als am 5. August rund 1.300 Teilnehmer Aufstellung nahmen zum 2. Jedermann-Giro in Bochum. Dort, in der Bochumer City, unweit des Hauptbahnhofs, trafen sie sich also wieder im Rahmenprogramm des 10. Sparkassen-Giros, bei dem am späten Nachmittag ein Belgier namens Andy Capelle bei den Profis für eine kleine Überraschung sorgte.

Die gab es beim Rennen der Jedermänner dann auch, diese Überraschung. Dazu aber später mehr.  Bei der Premiere im vergangenen Jahr, als Ernst und Marc Clausmeyer den Versuch wagten, die Jedermänner auf die Runde zu schicken, auf der auch die Frauen und Profis um ihre UCI-Punkte fahren, hatten die Veranstalter wohl nicht damit gerechnet, dass sie schnell in den Kreis der bereits etablierten Veranstaltungen aufgenommen werden.

Vorrangiges Ziel war es diesmal, die 1.000er-Marke zu knacken. Das schafften die Veranstalter ohne großes Zutun. Denn es muss sich wohl herum gesprochen haben, dass hier, im Herzen des Ruhrgebiets, ein gut organisiertes Rennen stattfindet, auf einem fairen Kurs.

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Aber was heißt schon fair. Der ein oder andere hatte gewiss seine Mühe mit den drei kurzen, aber doch giftigen Anstiegen, die bereits auf dem ersten Teil der Runde kurz nacheinander folgten. Einmal oben in Stiepel angekommen, ging‘s dann erstmal bergab und dann flach zurück zum Ziel.

Ein wenig kann man diesen Rundkurs mit der Streckenführung so mancher Frühjahrsklassiker in Holland und Belgien vergleichen: Zum Teil schmale und vor allem holprige Straßen waren nicht unbedingt „Jedermanns“ Sache. Das aber gehört dazu, will man ein ambitionierter Rennfahrer sein, ob mit oder ohne Leistungsgedanken.

Und für viele mag dieser wellige Rundkurs durch die Arbeitersiedlungen schon fast eine Erholung gewesen sein. Denn nicht wenige hatten sich noch Samstagabend vom Nürburgring auf den Weg gemacht in die Bochumer City, um auch keine Chance für mögliche Punkte der T-Mobile Cycling-Tour zu verpassen.

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Und für diejenigen muss das kurze Auf und Ab im Gegensatz zum bergigen Terrain auf der Großen Schleife am Nürburgring fast wie eine Spazierfahrt vorgekommen sein.

Das war das knapp 60 Kilometer lange Rennen aber beileibe nicht. Auch nicht für Kai Lorenz, der als früherer A-Fahrer des RSV Unna bereits ganz andere Erfahrungen gemacht hat. Das aber ist schon über 15 Jahre her. Mittlerweile, mit 37 Jahren, hat er auch seinen Gefallen an den Jedermann-Rennen gefunden, und die örtliche Nähe zu seinem Wohnort Unna kam Kai Lorenz da nur entgegen.

1997 sei er eher zufällig in die Hobbyszene reingerutscht. Damals, bei den Cyclassics in Hamburg passte es mit einem beruflichen Termin zusammen. Seitdem pickt er sich jährlich einige Highlights heraus. In diesem Jahr gehörte Bochum eben dazu. Dass er noch nichts von dem verlernt hat, was ihn früher schon ausgezeichnet hat, zeigte Lorenz auch gleich in der ersten Runde, als sich die Spreu vom Weizen trennte und er zur ersten großen Gruppe gehörte.

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Er wurde schließlich 19. So ganz zufrieden war er damit aber nicht. Denn es war mehr drin, und nur ein Missverständnis verhinderte ein besseres Ergebnis.

Der spätere Sieger Jan Lampe hatte sich an einem der Anstiege allein abgesetzt und sorgte am Ende für die erwähnte Überraschung. Als es dem Feld aber zu gefährlich wurde, wurde nachgesetzt und der Vorsprung wieder verringert. Und als der Ausreißer 1.000 Meter vor dem Ziel, dort, wo morgens um 8:30 Uhr gestartet wurde, eingeholt und bereits überspurtet war, wurden die vermeintlichen Sieger schnell aufgeklärt: Die Annahme, zunächst auch durch Offizielle und Streckenposten bestätigt, der morgendliche Startpunkt sei auch das Ziel, erwies sich als falsch.

„Damit war das für uns natürlich gelaufen“, zuckte Kai Lorenz, der zu diesem Zeitpunkt ganz vorn mit dabei war, mit den Schultern. Jan Lampe aber hatte durchgezogen und konnte es, unter dem richtigen Zielbogen, erst noch gar nicht glauben. Nur zögerlich hob er die Arme zum Siegerjubel. „Was soll’s“, hakte Lorenz, der ja ohnehin nur noch fährt, weil es „einfach noch Spaß macht“, das Rennen schnell ab. Stattdessen schwelgte er lieber in Erinnerungen mit dem Autor.

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Die Frauen fuhren natürlich auch mit. Die beiden Spitzenreiterinnen Annika Grüber vom Team Agapedia Münsterland und Judith Cramer (LexxiBikeWear) waren zwei der Teilnehmerinnen, die mit dem Nürburgring in den Beinen ins Ruhrgebiet angereist waren.

Annika Grüber hatte sogar den Siegerpokal vom Rad am Ring noch im Gepäck. Dem konnte sie nach den 60 Kilometern noch die Urkunde für den zweiten Platz in Bochum beilegen, die Gesamtführung jedenfalls hatte die Münsterländerin wieder ein kleines Stückchen ausgebaut. Denn Judith Cramer kam in Bochum „nur“ auf Rang acht. Den Sieg, ihren ersten in dieser Saison, holte sich auf der Südstraße vor inzwischen großem Publikum die Dänin Elin Amundsen. Sie hatte ihre Reiseroute intelligent geplant: Auf dem Rückweg vom Nürburgring, wo sie bereits Dritte war, lag Bochum günstig auf dem Heimweg. (rp)

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