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Tour de France 2007
Montag, 6. August 2007
ImageDas war sie also, meine dritte Tour de France im Race Support für Schwalbe beim Team Gerolsteiner. Schon die Tage in London waren aufregend. Eine tolle Stadt für einen Tour-Auftakt.  Die ganze Logistik, die zu so einer Veranstaltung gehört ist schon enorm. Wer ahnt schon, dass über 4000 Leute, mit Fahrern, Service-Teams, Organisation und Presse, drei Wochen mit der Tour unterwegs sind?

Sehr viel Glück hatten wir in diesem Jahr mit dem Wetter, das wesentlich angenehmer war, als in den beiden Jahren zuvor. Kein Kälteeinbruch, keine langen Hitzephasen und auch nur zwei Regentage. Besonders in London hatten wir Glück, zwei Wochen später in England, und wir hätten schwimmen müssen bei all dem Regen. Auch an den beiden Ruhetagen war das Wetter sehr gut. So konnten die Fahrer an den Besuchstagen nach dem Training noch etwas mit den angereisten Angehörigen unternehmen. So wie Ronny Scholz am ersten Ruhetag mit seiner Familie.

Reifendefekte waren für uns kein großes Thema. Nur 6 Defekte bei 9 Fahrern auf einer Strecke von 3550 km. Das macht im Schnitt einen platten Reifen auf  5325 km. Und das unter sehr schwierigen Bedingungen. Viele Straßen wurden extra für die Tour noch erneuert,  doch einige Etappen waren voller Splitt. So einen groben Splitt haben wir in Deutschland gar nicht. Diese Strecken sind für die Fahrer nicht ungefährlich,  die Gefahr von Stürzen ist schon ziemlich groß, ihr habt es ja auch am Fernseher gesehen.

An anderen Tagen war der Asphalt bei heißem Wetter extrem weich, ich konnte abends den Teer von der Lauffläche der Räder abziehen. Viele Straßen erinnerten an die Frühjahrsklassiker in Belgien. Kopfsteinpflaster und unglaublich rauer Asphalt, auf dem es nur sehr schlecht rollt. Mit dem Material waren die Fahrer des Team Gerolsteiner zufrieden,  Mechaniker anderer Teams mussten beim Rennen deutlich öfter aus dem Auto steigen.

Unterschiede gibt es natürlich auch bei den Fahrern. Einige fahren deutlich Material schonender als andere. Gewicht und Fahrstil beeinflussen den Verschleiß der Reifen enorm. Paco Wrolich ist ein gutes Beispiel für Reifenschonendes fahren. Seine Reifen hatten nach den Etappen die geringsten Verschleißspuren.

Natürlich war Doping ein großes Problem bei dieser Tour. Die Fälle Winokurov, Moreni und Rasmussen haben dem Radsport sehr geschadet, die UCI muss einige Dinge dringend ändern.

Zwischendurch nahm ich mir immer etwas Zeit zum trainieren, immerhin fahre ich jetzt wieder Rennen und muss in Form bleiben. An den Ruhetagen war das Training etwas einfach, während der Etappen musste ich schon sehen, wie ich das Training einbauen konnte. Meist am frühen Abend, nach der Arbeit, sonst früh morgens, bevor es losgeht.

Rad gefahren sind fast alle aus dem Umfeld der Fahrer. Egal ob Mechaniker, Masseure oder Teamleiter. Bewegung ist wichtig, man kann nicht drei Wochen nur im Auto sitzen.

Am 2. Ruhetag war ich mit den Fahrern des Team Gerolsteiner und dem sportlichen Leiter Christian Henn unterwegs, sonst meist alleine. Jeder hat andere Aufgaben bei der Tour, da ist gemeinsames Fahren nicht möglich.  Um 6:00 Uhr aufstehen, um vor Arbeitsbeginn noch ein bis zwei Stunden zu fahren, war nicht ungewöhnlich. Die Unterkünfte waren in diesem Jahr sehr gut. Leider war es nicht immer möglich, im Team-Hotel zu übernachten, die Alternativen waren jedoch nicht schlechter. Besonders im Chateau Lalande in Saint Sylvestre di Lot, hat es mir sehr gut gefallen.

Jetzt bin ich froh, wieder bei meiner Familie zu sein, die nächsten Rennen sind in der Nähe. Da komme ich jeden Tag nach Hause. Ich möchte ganz herzlich für euer großes Interesse an meinem Tagebuch danken und wünsche euch immer eine gute, sturzfreie Fahrt.

Ciao – euer Lars Teutenberg



 
http://bethany-beach.com/   http://www.davidfajula.com/index.php/goals-essays/

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