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Der Buchtipp: "Der vergessene Weltmeister" von Renate Franz
Mittwoch, 1. August 2007
ImageAm 14. Oktober 2007 jährt sich der Geburtstag des Kölner Radsprinters Albert Richter zum 95. Mal. Pünktlich zu diesem Datum erschien jetzt eine neue Auflage des Buches „Der vergessene Weltmeister“ von Renate Franz im Bielefelder Covadonga-Verlag, in dem die rätselhaften Umstände von Richters Tod beleuchtet werden.

Richter starb 1941, im Alter von 27 Jahren, im Gefängnis von Lörrach. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde er ein Opfer der Gestapo, die es nicht zulassen wollte, dass ein regimekritischer Sportler kurz nach Kriegsbeginn in die Schweiz ausreiste, um nicht mehr wiederzukommen.

Der junge Kölner war 1932 überraschend in Rom Weltmeister im Bahnsprint der Amateure geworden. Bis zu seinem Tod war er der herausragende Sprinter-Star Deutschlands, dem zwar kein weiterer WM-Sieg gelang, der aber auch im Ausland, besonders in Frankreich, ausgesprochen populär war.

Richter stand den nationalsozialistischen Machthabern kritisch gegenüber. So verweigerte er mitunter den Hitlergruß sowie das Tragen eines Trikots mit Hakenkreuz. Er bezeichnete die Nazis als „Verbrecherbande“ und sah sich nach Kriegsbeginn in der vertrackten Lage, als Soldat eingezogen zu werden: „Ich kann nicht auf Menschen schießen, die ich liebe“. Außerdem hielt er entgegen damaligen Bestimmungen an seinem jüdischen Manager Ernst Berliner fest.

Die Gestapo fing darauf hin an, Druck auf seine in Köln lebenden Eltern auszuüben. Richter sollte nach Kriegsbeginn für Deutschland im Ausland spionieren. Dies veranlasste den Rennfahrer Ende 1939 zu beschließen, Deutschland endgültig in Richtung Schweiz zu verlassen. Bei dieser letzten Reise wollte er zusätzlich für einen anderen jüdischen Freund rund 13.000 Reichsmark mitnehmen, die dieser ihm anvertraut hatte.

Am Grenzübergang Weil am Rhein wurde das Geld jedoch gefunden, Richter inhaftiert. Am 3. Januar 1940 wurde er tot in seiner Zelle im Gefängnis von Lörrach aufgefunden. Die offizielle Version lautete: Selbstmord. Es gibt jedoch Zeugen, die von Blutspuren sowie Einschusslöchern am Leichnam berichten. Der  Familie wurde zudem verboten, den Sarg Richters noch einmal zu öffnen. Diese und weitere  Indizien sprechen dafür, dass Richter in Lörrach ermordet wurde.

Albert Richter, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung, war ein Sportler, der „durch seine kompromisslose Art und seine Zivilcourage an einer verbrecherischen Zeit zugrunde ging."

Renate Franz: Der vergessene Weltmeister. Der rätselhafte Tod des Radrennfahrers Albert Richter. Bielefeld 2007. Euro 14,80.best wife find a rich boyfriend online free matchups
Hier können Sie unseren Buchtipp bestellen.

 

Renate FranzRenate Franz, geboren 1954, studierte Germanistik und Geschichte. Sie war von 1982 bis 1989 bei der Kölnischen Rundschau tätig. 1991 wechselte sie zum Kölner Verlag Informationspresse. Seit 1994 arbeitet sie als freie Journalistin und engagiert sich seit 1997 in der Nachwuchsförderung des Bundes Deutscher Radfahrer.

Renate Franz: "Für viele Menschen ist Radfahren nicht nur eine Fortbewegungsart. Für sie ist Radfahren auch ein Sport, der den ganzen Körper schonend fit hält und zudem Spaß macht, weil man dabei – wenn auch in Maßen – den Rausch der Geschwindigkeit genießen kann. „Jederfrauen“ und Jedermänner nehmen zunehmend die Möglichkeiten wahr, die ihnen landauf landab geboten worden, ihre Fitness im Vergleich mit anderen zu testen – ohne Leistungsdruck. Sie verdienen unsere volle Sympathie und Unterstützung: Denn diesen Radsportlern „wie Du und ich“ gehört die Zukunft."

 
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