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Streckentest Eschborn-Frankfurt City Loop
Donnerstag, 9. April 2009

ImageAls Frankfurter kennt man üblicherweise schon die meisten Anstiege im neuen Rennen für Jedermänner am 01.Mai, aber die Vorfreude war kaum zu verbergen als wir: Julia Hild und Rebecca Schwantes vom Roeltgen Cycling Team uns aufmachten um aus den schönsten Anstiegen im Taunus einen Rennparcours zu formen: der 103km langen Strecke mit fast 1600hm des Eschborn-Frankfurt City Loop.

Ein Mittwochmorgen im Frankfurter Berufsverkehr hat denkbar wenig mit einer Rennsimulation zu tun. Überleben war hier eher die Devise. Allerdings bewies Julia mit ihrer Fahrrad-Pendler Routine den nötigen Überblick um uns sicher und halbwegs zügig durch den Großstadtdschungel zu führen. Bei einer solch profilierten Strecke sind die Anstiege sowieso das interessantere Thema und diese waren an besagtem Mittwochmorgen fast Auto frei.

Vom Start in Eschborn führt die Strecke erst einmal über den Frankfurter Stadteil Rödelheim:  Von dort aus bringt ein links Schlenker die Fahrer am Industriehof vorbei und geradewegs in Richtung Frankfurter Innenstadt. Es wird links abgebogen auf die Mainzer Landstraße, mitten im Herzen der vielen Hochhäuser.

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An der Alten Oper geht es wieder links auf die Bockenheimer andstraße und die scharfe Rechtskurve danach auf die Zeppelinallee sollte mit Vorsicht gefahren werden. Ein solcher Stadtkurs hat natürlich so einige Ecken, Tücken auf die man achten sollte. Aber nach einem kurzen Blick auf das Höhenprofil sollte sowieso klar sein, dass dieses Rennen nicht auf den ersten 20km entschieden werden wird.

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Hier war nun für uns vorerst die Originalstrecke zu Ende. Die Rosa-Luxemburg Straße entpuppte sich als Autobahn. Für Fahrräder verboten. Am 01. Mai wird das anders aussehen.

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Nach einigem suchen befanden wir uns wieder auf der Rennstrecke und bei strahlendem Sonnenschein konnten wir in der Ferne schon den Feldberg am Horizont entdecken.
Nach dem kurzen Abstecher über (den) Riedberg begann die Straße sich kaum merklich auf dem Weg nach Oberursel zu heben. Auf diesem Teilstück bremste auch durch den Gegenwind enorm, es waren an diesem Tag ca. 4 Beaufort im Spiel, jedoch sollte so früh im Rennen noch keiner ernsthafte Probleme deswegen bekommen.
Wir hofften dass die Baustelle in Oberursel bis zum 01. Mai fertig gestellt ist als wir durch den Ort am Rande des Taunus rollten.

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Als wir uns dem Beginn des Feldberg Anstiegs näherten schien die Sonne schon richtig kräftig was richtig gute Laune machte. Wir mögen den Feldberg beide und es war auch für uns in diesem Jahr die erste Begegnung mit dem „Hausberg“ und wie wir beide feststellten auch so gut wie die ersten Höhenmeter überhaupt in 2009.

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Der Feldberg beginnt von Oberursel aus sehr zahm. Mit 2-4% eignet er sich vor allem für Kraft betonte Fahrer. Wir fanden dieses erste Teilstück zum Warmfahren auch sehr angenehm und krämpelten die Beinlinge runter und die Knielinge hoch. Wenn auch nicht Steil, so ist der Feldberg recht lang. Stück für Stück näherten wir uns dem Gipfel und fanden zur Verwunderung noch Schneereste an der Straßenseite.

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Nach der letzten Abbiegemöglichkeit zieht der Gradient dann doch etwas stärker an. Die letzten 3,5 km fühlen sich schon an wie richtiges Bergfahren, aber wir sind ja noch frisch und machen kurzen Prozess bis zur letzten Abzweigung.

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Ganz bis zum Gipfel führt die Rennstrecke allerdings nicht, denn dort gibt es lediglich eine Sackgasse. Der erste Teil der Abfahrt vom Feldberg ist ziemlich steil und kurvig. Wer die Strecke nicht kennt sollte hier extrem aufmerksam bleiben. Danach bogen wir rechts nach Niederreifenberg ab, auch hier geht es mit 11% bergab, wenn auch etwas übersichtlicher.

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Nach der Ortsdurchfahrt Niederreifenberg geht es links Richtung Oberems und da die Beine bei der rasanten Abfahrt so schnell ausgekühlt sind tut der steile Stich im Ort ein wenig weh. Im falschen Gang erwischte er uns beide kalt und wir mussten lachend und fluchend zugleich aus den Pedalen und drückten uns über das kurze Steilstück.

An der nächsten Kreuzung bogen wir links nach Glashütten ab.

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Und gleich geht es wieder bergan. Optisch ist dieser Anstieg trügerisch. Er sieht wesentlich flacher aus als er ist. Aber ein Blick auf den Tacho genügt um zu sehen, dass es hoch geht.
Nach der Ortsdurchfahrt Glashütten folgte eine leichte Steigung bis zur Kreuzung nach Schloßborn.

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Die Abfahrt die dann ansteht, macht richtig Spaß und ist sehr schnell. Aber aufpassen! In Schloßborn geht es sehr scharf links nach Ruppertshain. Auch hier darf man erst mal Abfahren, und steht danach umgehend vor dem Ruppertshainer Berg.

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Der Ruppertshainer ist steil! Bis auf Eppstein das steilste Stück auf dieser Strecke. Die Trittfrequenz wurde langsamer und Julias Waden auf dem Kamera Objektiv immer kleiner. Das lag in diesem Fall nicht an der Perspektive. Sie ist einfach schneller!

Von Ruppertshainer fährt man weiter nach Fischbach. Es geht ganz leicht nach unten und die Beine freuen sich über die Auflockerung. Die ist auch nötig, denn in Eppstein wartete ein weiteres Häppchen dieser tollen Strecke auf uns.

Julia kannte den Weg zur „Eppsteiner Mauer“ schon, da sie die 63km des alten Rennens „Rund um den Henninger Turm“ schon bestritten hatte. In Eppstein gibt es kurzes Stück Kopfsteinpflaster zu überfahren, was allerdings niemanden zur Panik veranlassen sollte. Kopfsteinpflaster ist wie jede andere Straße auch, nur etwas holpriger. Und da es etwas mehr holpert sind unerwartete Fahrmanöver hier besonders fehl am Platz.

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Vor dem 20% Stück, führt die Straße leicht ansteigend durch ein Wohngebiet. Und dann hat man volle Sicht auf die „Mauer“.
Leider gibt das Bild den echten Eindruck nicht wieder.

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Es ist nicht lang, aber 20% sind eben keine 10% und vor allem macht es einen Unterschied ob man erst 10km oder eben vielleicht schon 75km mit vielen Höhenmetern in den Beinen hat. Wir drückten beide ohne Murren über die Mauer und tauschten danach kopfschüttelnde Blicke aus, denn wir wissen beide: Im Rennen wird sie hart.

Von Eppstein aus fuhren wir über eine schöne Talstraße nach Lorsbach und dann weiter nach Hofheim. Beide im Unterlenker, wechselten wir uns in der Führung ab und genossen die leichte Abfahrt. So könnte es eigentlich bis Eschborn weiter gehen, oder?

Weit gefehlt.

In Hofheim nimmt man eine versteckte Linkskurve und die nächsten Höhenmeter unter die Räder. Viele sind es nicht, der Hügel führt durch ein Wohngebiet, aber der Wind kommt langsam wieder von vorne und die Beine werden langsam müde.

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Von Hofheim nach Kelkheim steht man nun voll im Gegenwind, der sehr oft aus Nordost bläst. Wir rätselten über die geeignete Renntaktik. Auf jeden Fall sollte man hier eine Gute Gruppe haben und sich im Wind häufig abwechseln. Auch wird es für eventuelle Ausreißer in den Bergen sehr schwer werden ihren Vorteil bis ins Ziel zu retten, denn hier ist wieder Kraft pur gefragt. Wenn allerdings eine Gruppe es schafft auszureißen...wer weiß?

Nach Sulzbach trennt uns nur noch Schwalbach von dem Ziel in Eschborn. In Schwalbach entdecken wir ein großes Werbebanner für „unser“ Rennen. Hier werden bestimmt viele Zuschauer stehen. Das letzte Stück führt über eine Schnellstraße wieder nach Eschborn.

Der Bahnhof in Eschborn war so verlockend das wir der Versuchung nachgaben und auf die nächste S-bahn warteten.

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Auf der Heimfahrt ließen wir die Eindrücke passieren und waren uns einig. Diese Strecke ist wirklich fantastisch! Sie bietet von allem Etwas und fordert einen echten Allrounder als Sieger. Zackiger Stadtkurs, lange flache und kurze und mittellange steile Anstiege sowie Abfahrten aller Art lassen Abwechslung nicht zu kurz kommen. Der 1. Mai kann kommen!

Rebecca Schwantes

 

http://www.eschborn-frankfurt.de

http://www.roeltgen-cycling-team.de

 

 
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