Sonne und Regen zum RTF-Saisonauftakt
Dienstag, 31. März 2009
ImageDie RTF-Fahrer/innen eröffneten in diesem Jahr die Saison der Hobbyradsportler. Zwei Wochen vor den ersten Hobbyrennen und fünf Wochen bevor es bei Jedermannrennen zum ersten Mal um Plätze oder Zeit geht, wurden in mehreren Landesverbänden die ersten Punkte in die Wertungskarten eingetragen. Nach einem langen, kalten Winter geht es endlich wieder los.


Petrus spielte mit Teilnehmern und veranstaltenden Vereinen am ersten RTF-Saisonwochenende Himmel und Hölle. Strahlendes Frühlingswetter, leichter Nieselregen oder nass und windig. Die unterschiedlichen Teilnehmerzahlen hatten zum großen Teil mit den Wetterverhältnissen zu tun. Challenge-Magazin.com hat die RTFs von Mistral Köln und Düren Merken besucht, bei den beiden Veranstaltungen des ESC Bitterfeld war unter anderem Nico Wernicke vom Team Univega unterwegs, der uns seine Eindrücke schildert.

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Kölner Saisonstart des RC Mistral Köln

Schön wenn alte Traditionen wieder aufleben. Nach zwei Jahren Pause eröffnete der RC Mistral Köln wieder die RTF-Saison im Bezirk Köln und das mit einem neuen Verantwortlichen. Michael Eicker löste Hans Schulte ab und hatte nun seine Feuertaufe zu bestehen. Eine schwere Aufgabe, die er allerdings nicht ohne Hilfestellung lösen musste. "Hans Schulte war da wenn ich ihn brauche, er gab mir wichtige Tipps. Auch im Verein war Wunsch sehr groß, wieder eine RTF zu veranstalten. Ich hatte also die nötige Unterstützung" so Michael Eickner. Obwohl er alle Unterlagen und die Erfahrung des Vereins von vielen erfolgreichen Veranstaltungen als Basis nutzen konnte, gab es Schwierigkeiten. "Im Januar haben wir erfahren, dass wir ein Teil der üblichen Strecke wegen Bauarbeiten nicht nutzen konnten, die Strecke musste geändert werden."

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Mistral Köln war in diesem Jahr eindeutig der Glückspilz unter den Veranstaltern zum Saisonstart. Donnerstag und Freitag wären Schwimmwesten für die Tourenfahrer sinnvoller gewesen als Rennräder. Doch bereits am Samstagmorgen strahlte der Himmel mit den Verantwortlichen um die Wette. Das hatte man auch hier schon anders erlebt. Am Start erinnerten sich Veranstalter und Fahrer an frühere Jahre, als Wind, Regen, Hagel und Schnee die Freude trübten. Die Strecke der Mistral-RTF ist abwechslungsreich, aber nicht zu schwierig, genau richtig für den Saisonstart. Der Wind ist sehr oft der größere Gegner. Kein Wunder, wurde der Verein doch nach dem Mistral, dem kalten Nordwind in Südfrankreich benannt.

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Doch 2009 passte einfach alles. Der Wind, der hier übrigens meist aus westlichen Richtungen kommt, war kaum zu spüren, die Sonne lachte und alle waren zufrieden. Unter den Radsportlern waren auch einige bekannte Gesichter aus der Jedermannszene, wie zum Beispiel Simone Braun vom Team Veronesi, die im vergangenen Jahr noch für das Team Agapedia bei zahlreichen Rennen unterwegs war.

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Gestartet wurde im Süden von Köln, von dort aus führte die Strecke Richtung Euskirchen. Bis zur 1. Kontrolle in Sechtem konnten sich die Teilnehmer/innen bei optimalem Frühlingswetter locker einrollen. Die kleine Runde über 44 km bot auch bis zum Ziel keine nennenswerten Steigungen, gut für alle, die zu dieser Jahreszeit noch nichts drauf haben. Für die Fahrer der 74 km Strecke wurde die Strecke nun anspruchsvoller, aber nicht wirklich hart. Knackig war der erste richtige Anstieg nach Bornheim-Waldorf. Mit 900 m Länge recht kurz, aber 8-10 % Steigung gehen im März schon ordentlich in die Beine. Auf dem Heimweg wartete dann die Streckenänderung auf die RTF-ler. Statt wie in früheren Zeiten den Rösberg runter zu fahren, wurde nun brachte der Breniger Berg noch einmal Tempo auf dem Weg ins Ziel.

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Im Ziel nutzten viele Fahrer/innen dann die Gelegenheit um die Tour noch einmal Revue passieren zu lassen und die nächsten Veranstaltungen zu planen. Gut geplant hatte der RTC Rodenkirchen, der die meisten Teilnehmer mit Wertungskarte stellte. Auch der RTC Köln, sowie das Team der Rheinenergie waren zu Saisonbeginn stark vertreten. Bei den Mannschaften ohne Wertungskarten konnte der VCS Köln um Artur Tabat den Pokal für Rang eins mit nach Hause nehmen. Insgesamt nahmen 569 Fahrer/innen am Kölner Saisonstart des RC Mistral Köln teil, ein guter Start in die Saison.

http://www.comptoir-des-thes.ch/

Um den Wasserturm Merken



Am  Sonntag erwartete die Fahrer Rund um den Wasserturm in Düren-Merken, im Bezirk Aachen,  kein gutes Wetter. Der Start erfolgte für die meisten Fahrer noch auf trockenen Straßen und auch die ersten Sternfahrer kamen noch trocken in Merken an. Doch so richtig hell wurde es nicht und schon bald nieselte es noch dazu. Im Laufe der RTF regnete es zum teil ziemlich heftig und auch der Wind, den man in dieser Region nicht unterschätzen darf, nahm deutlich zu. Ein Blick in die Gesichter im Anmeldebereich sagt schon viel aus, den Wunsch es möge noch möglichst lange trocken bleiben hatten alle, doch aus verschiedenen Gründen.

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Einige der RTF-ler die mit dem Auto anreisten, überlegten ob sie wirklich starten sollen oder nicht doch lieber nur einen Kaffee trinken und sich mit dem leckeren, günstigen Kuchen für den Nachmittag eindecken. Das könnte auch für Pluspunkte sorgen, falls die bessere Hälfte zuhause wartet. Für die Sternfahrer ging es einfach nur darum nach Möglichkeit trocken und sauber wieder nach Hause zu kommen. Den veranstaltenden Verein plagen andere Sorgen. Kommen genug Fahrer um die Kosten zu decken, wie läuft der Verkauf von Speisen und Getränken. Keine Veranstaltung ist ohne zahlreiche ehrenamtliche Helfer durchführbar.

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Anmeldung, Catering, Kontrollstellen, teilweise Streckensicherung und auch Aufbau und Abbau inklusive der Aus- und Abschilderung der RTF-Strecken verursachen viel Arbeit und Kosten. Dann ist es natürlich schade, wenn das Wetter nicht mitspielt und nur wenige Teilnehmer/innen den Weg zum Start finden. 202 waren es in diesem Jahr bei der RTF des RRC Düren-Merken. Bleibt nur zu hoffen, dass bei der RTF im nächsten Jahr und beim Renntag der Lizenzfahrer am 12. Juli die Sonne wieder scheint. 

Wer allerdings nur lange Gesichter erwartet hatte, sah sich getäuscht, Radsportler sind hart im nehmen, besonders RTF-Fahrer. Fast alle lächelten unterwegs in die Kamera und waren mit Begeisterung dabei.

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Darunter auch Marco und Francesco Mirabello, die bereits am Samstag bei Mistral unterwegs waren. "Wir sind sehr viel bei Jedermannrennen unterwegs, da müssen die Gelegenheit nutzen und RTF-Punkte holen wenn wir Veranstaltungen in der Nähe haben" erklärte Marco an der 1. Kontrolle in Jakobwüllesheim. Die kleine Tour fuhr ab hier weiter flach über Kreuzau und Langerwehe rund um Düren zurück nach Merken. Die beiden größeren Routen führten nun über knapp 30 zusätzliche Kilometer über welliges Terrain ebenfalls nach Kreuzau. Während es für die Fahrer/innen der 71 km Runde zurück nach Merken ging, bogen die wenigen Kandidaten über 111 km in Langerwehe noch einmal ab, um weitere 40 km auf einem flachen, aber extrem windigen Teilstück zu fahren.

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Doch nicht nur die RTF-Fahrer haben an diesem Tag einiges geleistet. Vom ausrichtenden Verein möchte ich den Geschäftsführer Ralf Dick (im Bild rechts) besonders erwähnen. An der 1. Kontrolle sah ich ein Tourenrad stehen, das sich als Rad von Ralf Dick herausstellte. Der aktive Seniorenfahrer und Inhaber eines Fahrradladens in Merken, fuhr nach seinem Einsatz an der Kontrolle bei heftigen Regen mit dem Rad der strecke entgegen zurück zum Ziel und schilderte dabei noch die Strecke ab. 

http://www.esser-kies.de/

Bitterfelder Kreisel und 41. Heide Tour

Der ESV Bitterfeld bot ein komplettes RTF-Wochenende. Maximal vier Punkte am Samstag und drei Punkte am Sonntag, wer schon etwas trainiert hatte, konnte insgesamt über 260 km fahren. Hier waren unter anderem einige Fahrer des Team Univega am Start, die wir auch bei vielen großen Jedermannrennen der Saison treffen werden und die immer für einen Sieg gut sind. Auch Nico Wernicke war dabei, allerdings nicht um Punkte, sondern um Kilometer zu sammeln. So erlebte er das Bitterfelder Wochenende.

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Bitterfeld liegt etwas 35 km nördlich von Leipzig und war in DDR-Zeiten eines der größten Industriestädte. Jetzt stehen leider viele ehemalige "Chemiebuden" leer rum und eine recht hohe Arbeitslosenzahl prägt die Gegend.

Die RTF´s in Sachsen und Sachsen-Anhalt laufen ein wenig anders ab als man es in anderen Landesverbänden gewohnt ist. Den ersten 50 Fahrern geht es nicht um die 3 oder 4 Wertungspunkte, sondern mehr um die "Formbestätigung". Lizenzfahrer, ambitionierte Hobbyfahrer und sogar Profis nutzen diese Veranstaltungen als "sehr gutes Training" Die Verpflegungsstände werden einfach ignoriert und zügig daran "vorbeigeflogen". Dennoch wird bei den RTF´s natürlich die StVO eingehalten.

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Am Samstag standen auf einer vollkommen flachen Strecke 155 km bei 5 Grad und Nieselregen auf dem Programm. Der Spreu vom Weizen trennte sich nach rund 60 km. In einer "12-Mann Spitzengruppe" waren 3 von unserem "Team Univega" vorhanden. Gleichmäßig und zügig fuhr auch die Gruppe bis in Ziel ohne sich weiter zu verkleinern. Es geht ja um nix und man muss ja nicht an die Grenzen gehen. Mit einem 36,5er Schnitt beendeten die Fahrer die komplette Distanz.

Am Sonntag waren es dann "nur" 115 km. Aber es ging durch die Dübener Heide und der Kurs war damit selektiver als am Vortag. Das ist das einzige "Gebirge", was im Umkreis von 50km von Bitterfeld zu finden ist. Die Berge sind aber nicht länger als 1km und nicht steiler wie 6% - 7%...wenn man überhaupt Berge und Gebirge dazu sagen kann. Das Wetter war am Sonntag durchwachsen. Früh um 9.30Uhr ging es bei 5Grad los. Zwischendurch hatten wir auch leichten Nieselregen...Sonne haben wir an beiden Tagen keine gesehen. Aber trotzdem konnten wir uns bei dem Wettergott nicht beschweren.

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Ich bin zum ersten Mal mit meiner neuen Teamwaffe gefahren. Der neue Rahmen ist sehr steif und die neue Dura-Ace Gruppe funktioniert fantastisch. Somit haben wir keine Ausreden, wenn es bei den Rennen mal nicht so gut läuft...:-))

Nach 50km fand ich mich in einer 8 Mann Gruppe an der Spitze der RTF´s wieder. Durch die Dübener Heide verkleinerte sich nochmals unsere Gruppe. Somit fuhren wir die letzten 40km zu fünft weiter. Darunter zwei Fahrer vom Team Univega. Mit 37km/h waren wir wieder recht zügig unterwegs und schnell wieder daheim. Es war im Großen und Ganzen eine gelungene Veranstaltung und eine gute Bestätigung, dass die Form stimmt und wir auf einem sehr guten Weg sind. So konnten wir uns schon auf das Trainingslager freuen, das wir auf einem guten Niveau in Angriff nahmen.  

Der ESV Bitterfeld im Internet

Nico Wernicke/ws

 
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